Ehrenamtliche Naturschutzbeauftragte verlängern ihren Einsatz für den Landkreis

Wo bitterer Hopfen wächst

Twistringen - Von Anke Seidel. Dieter Tornow und Martin Lütjen haben vieles gemeinsam – nicht nur den Lehrer-Beruf und das Alter von 66 Jahren, sondern vor allem eine Leidenschaft für die Natur und ihren Schutz. Als ehrenamtliche Naturschutzbeauftragte bringen sie es zusammengerechnet schon heute auf 45 Einsatz-Jahre. Aber ein halbes Jahrhundert und fünf Jahre werden es sein, wenn ihre aktuelle Amtsperiode endet.

Denn Landrat Cord Bockhop hat ihnen erst vor zwei Tagen die Ernennungsurkunde für jeweils fünf weitere Jahre überreicht – dort, wo wilder, bitterer Hopfen wächst: im Landschaftsschutzgebiet „Rote Riede/Kuhbach“ nahe dem Twistringer Schwimmpark und damit in einem Naturraum, dessen Ausweisung einst heftig umstritten war.

Ein Ort mit Symbolcharakter also, denn zu Konflikten zwischen Landnutzung und Naturschutz kommt es immer wieder. Das haben die Diskussionen um das Regionale Raumordnungsprogramm bewiesen, das die Nutzung der Lebenswelt Landkreis Diepholz regelt.

Die beiden Naturschutzbeauftragten leisten als Mediatoren und „Übersetzer“ zwischen Fachleuten und Bürgern eine enorm wichtige Aufgabe. Daran ließ der Landrat keinen Zweifel und dankte den Ehrenamtlichen ausdrücklich für ihr Engagement. Dieter Tornow ist seit 29 Jahren Naturschutzbeauftragter für die Südkreis-Kommunen Diepholz, Sulingen, Barnstorf, Kirchdorf, Lemförde, Schwaförden, Rehden, Wagenfeld und Siedenburg. Martin Lütjen hat dieses Amt seit 16 Jahren für die Nordkreis-Kommunen Bassum, Twistringen, Bruchhausen-Vilsen, Syke, Stuhr und Weyhe inne.

„Beide beraten und unterstützen in Landschaftsfragen – unabhängig, denn sie sind nicht an fachliche Weisungen gebunden“, beschrieb Bockhop den Stellenwert der beiden Ehrenamtlichen für den Landkreis Diepholz. „Wir wissen, welche Schönheiten wir hier haben und versuchen, sie zusammenzuhalten“, stellte Dieter Tornow fest – und blickte auf die internationalen Schutzgebiete im Landkreis. In der Kreisverwaltung gebe es immer offene Türen, waren sich die beiden Naturschutzbeauftragten einig. Sie arbeiten auf Augenhöhe mit den Menschen im Landkreis. „Ich komme als Bürger“, formulierte es Martin Lütjen, wenn es beispielsweise um einen umgepflügten Wegeseitenrand gehe – oder um das Fledermaus-Nest am Haus.

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