Birgit Hosselmann ab morgen neue Pastoralassistentin der Pfarrei St. Anna

Eine Westfälin zieht es in die katholische Diaspora

Ab morgen neue Pastoralreferentin in der Twistringer Pfarrei St. Anna: Birgit Hosselmann aus Osnabrück.
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Ab morgen neue Pastoralreferentin in der Twistringer Pfarrei St. Anna: Birgit Hosselmann aus Osnabrück.

Twistringen - Von Theo Wilke. Eine gebürtige Westfälin wird morgen ihre neue Stelle als Pastoralassistentin der Pfarrei St. Anna in Twistringen beginnen. 1973 in Ahlen geboren, ledig und begeisterte fünffache Tante, wird Birgit Hosselmann aus Osnabrück die Nachfolge von Anna Niem antreten. Im Interview erklärt Hosselmann, warum sie sich gerade für Twistringen entschieden hat.

Eine gebürtige Westfälin zieht es in die Diaspora. Sind Sie empfohlen worden oder haben Sie sich regulär beworben?

Birgit Hosselmann: Es standen berufliche Veränderungen bei mir an. Die Personalverantwortlichen des Bistums Osnabrück haben mir die Pfarrgemeinde St.Anna in Twistringen vorgeschlagen. Dann hat mich Pfarrer Arnold Kuiter zu einem Kennlerngespräch eingeladen, bei dem ich auch Gemeindereferentin Andrea Grote und Kaplan Marc Weber getroffen habe. Das Gespräch war gut, ich fühlte mich gleich wohl und willkommen.

Sie kommen aus dem Hochschulbereich, haben als wissenschaftliche Mitarbeiterin verschiedene Projekte angeschoben – warum nun gerade die Kleinstadt Twistringen? Was sind Ihre Beweggründe, was reizt Sie daran?

Hosselmann: Mich reizt der Kontrast. Die Großstadt mit der Kleinstadt einzutauschen, ist sicherlich ein Unterschied, aber darauf freue mich. Gebürtig komme ich ja auch vom Land, vom Bauernhof, so dass mir die neue Situation nicht ganz unvertraut ist. Ich freue mich auf ein neues Miteinander und darauf, die unterschiedlichsten Menschen in Twistringen und Umgebung kennenzulernen und von ihnen zu lernen.

In Erfurt habe ich an der katholisch-theologischen Fakultät gearbeitet und viel über die neuen Bundesländer und die dortige Diaspora gelernt. In Osnabrück habe ich das Hochschulleben aus der Perspektive der Seelsorgerin kennengelernt. Die zahlreichen Erfahrungen bringe ich mit und in meine neue Arbeit mit ein.

Wo sehen Sie Ihre Schwerpunkte, wo möchten Sie sich gerne engagieren und welche Themen liegen Ihnen besonders am Herzen?

Hosselmann: Die neuen Schwerpunkte werden sich ergeben, da kommt es auch auf die Notwendigkeiten und Wünsche der Gemeinde an. Ich habe mich wissenschaftlich mit Fragen von Sterben, Tod und Trauer auseinandergesetzt, auch mit der jüngeren Liturgiegeschichte. Im Rahmen der Nikolaus-Spendenaktion der Osnabrücker Studierendengemeinde durfte ich Kontakte zu Kindergärten, Schulen und vor allem Familien haben, wo wir vor dem Hintergrund der Lebensgeschichte des Heiligen Nikolaus nicht zuletzt Botschafter unseres Glaubens sein konnten.

Was werden Sie auf keinen Fall mit nach Twistringen bringen, persönlich oder auch von Berufs wegen – worauf möchten Sie auch in Zukunft nicht verzichten? Wo sehen Sie Ihre Stärken?

Hosselmann: Das ist keine leichte Frage. Sicherlich nehme ich mir vor, das eine oder andere neu auszuprobieren und zu verändern. Aber mein Lebensweg, so wie er bisher war, wird mit all seinen Höhen und Tiefen dabei sein, denn der gehört zu mir dazu. Ich konnte und kann aus allem nur lernen, so wie ich auch von anderen Menschen lernen kann. Wichtig ist mir der persönliche Kontakt und Austausch. Ich habe vielfältige organisatorische Erfahrungen wie in der Regel auch einen guten Zugang zu Menschen, im Einzel- wie im Gruppengespräch.

Wo werden Sie in Twistringen wohnen?

Hosselmann: Ich wohne in der Nähe der evangelischen Kirche und des Friedhofs, was mir zum einen – wortwörtlich – die Perspektive auf die Ökumene wie auf meine eigene Endlichkeit vor Augen hält. Beides spielt in meinem Leben eine große Rolle, denn ich lebe aus der Hoffnung der Auferstehung der Toten wie aus der lebendigen Gemeinschaft der Gläubigen.

Das Gespräch mit und zwischen den verschiedenen Konfessionen und Religionen ist heute wichtiger denn je, aber auch das Gespräch mit Menschen, die keinem Glauben oder keiner Religion angehören, darf nicht vernachlässigt werden. Der eine oder andere Vorbehalt darf gerne abgebaut werden.

Haben Sie sich schon als Kind oder Jugendliche in der Kirche engagiert?

Hosselmann: Als Kind wollte ich Messdienerin werden, was damals aber in unserer Kirchengemeinde noch nicht möglich war. Der Pfarrer, der es mir als Kind nicht erlaubte, wollte, dass ich als 16-Jährige damit anfange. Das habe ich aber nicht getan. Stattdessen ermutigte mich unser Kaplan, Lektorin zu werden, was ich dann auch ganz gern wurde.

Danach folgten vielfältige Erfahrungen in der Firmvorbereitung und vor allem in zahlreichen Kinderfreizeiten, ebenso Erfahrungen als Gruppenleiterin, die für mich bis heute wichtig sind.

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