Einfluss von zwei Großprojekten

Bauflächen: Viel Potenzial in Mörsen

An der Kreuzung der B 51 mit der Nienburger Straße wünscht sich der Ortsrat schon lange einen Kreisverkehr.
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An der Kreuzung der B 51 mit der Nienburger Straße wünscht sich der Ortsrat schon lange einen Kreisverkehr.

In Mörsen gibt es noch reichlich Platz für Wohnbebauung. Das wurde auf der konstituierenden Sitzung des Ortsrates deutlich. Wo genau wie viele Baugrundstücke realisiert werden können, hängt maßgeblich mit dem Bau der Zentralklinik und der Ortsumgehung zusammen. 

Mörsen – Die Zentralklinik und die Ortsumgehung sind zwei millionenschwere Vorhaben, die sich in vielerlei Hinsicht auf Twistringen auswirken werden. Das wird immer wieder deutlich, so auch am Montagabend bei der Sitzung des Mörsener Ortsrats im Schützenhaus. Die Großprojekte kamen dabei im Zusammenhang mit den Baumöglichkeiten in der Ortschaft zur Sprache.

Potenzial für neue Wohnflächen gibt es in Mörsen reichlich. Allen voran auf dem Feld neben dem Nettomarkt an der B 51. „Da reden wir locker über 60 bis 80 Bauplätze“, verdeutlichte Jens Bley, Bürgermeister der Stadt Twistringen. Mit Blick auf die Flächenversiegelung fügte er hinzu: Werde dort ein Baugebiet realisiert, sei es wichtig, nicht nur in die Breite zu bauen, sondern auch in die Höhe. Mit zwei oder vielleicht drei Stockwerken. Neue Bauflächen wären zudem oberhalb der Mohnstraße denkbar.

Die Fläche neben dem Netto in Mörsen war als Standort für die Zentralklinik im Gespräch. Sie landete im Ranking auf Platz zwei. Ein entscheidendes Wörtchen in den Überlegungen zum neuen Wohngebiet lautete daher „wenn“: Erst wenn der Klinikbau in Borwede vollends in trockenen Tüchern ist, soll der Platz in Mörsen anderweitig verplant werden. Momentan läuft das Bauleitverfahren für den Klinikstandort Borwede.

Die kleine Ortsumgehung

„Viele sagen, das Krankenhaus wird uns ins Verkehrschaos stürzen. Aber wir sind schon drin. Es ist jetzt schon eine Katastrophe“, sagte Bley. Twistringen brauche die Ortsumgehung.

Die geplante Trasse hat sozusagen eine kleine Schwester: Im Flächennutzungsplan der Stadt ist ein weiterer Straßenverlauf eingezeichnet, der von der Harpstedter Straße zur Nienburger Straße führt – und damit durch das Feld in Mörsen, aus dem ein Wohngebiet werden könnte.

Bislang gibt es diese „kleine Ortsumgehung“ nur auf dem Papier. Die Frage ist, ob das angesichts der angedachten „großen Umgehung“ und des möglichen Wohngebietes nicht auch so bleiben sollte. Der Bau der „kleinen Umgehung“ würde laut Bley sieben bis acht Millionen Euro kosten und vermutlich bei der Stadt hängen bleiben. Die ist eh schon verschuldet. Als Alternative zur „großen Umgehung“ sieht Bley die Trasse nicht: Sie führe eher durch den Ort als drumherum.

Der Wunsch nach einem Kreisel

Sollte an der B51 ein neues Wohngebiet entstehen, müsste das natürlich gut erreichbar sein. An der Stelle kommt der Wunsch nach einem Kreisel an der Kreuzung B51/Nienburger Straße ins Spiel. Den hegt der Mörsener Ortsrat schon lange. Wo derzeit noch eine T-Kreuzung ist, könnte eine weitere Straße zum Wohngebiet hinzukommen – und somit ein triftiges Argument für einen Kreisverkehr.

Ein Ghost Bike steht an der B 51 in Twistringen.

Der Ortsrat möchte den Kreisel unter anderem, um Raser auf der B 51 auszubremsen. Für mehr Sicherheit wünschen sich die Mitglieder zudem, die Querungshilfen für Radfahrer stärker hervorzuheben, etwa durch rote Farbe. Und zwar nicht nur bei der Nienburger Straße, sondern auch einige Meter weiter bei den beiden Supermärkten. Erst kürzlich ist eine Radfahrerin bei einem Unfall dort zu Tode gekommen. „Wenn man sich da mal eine halbe Stunde hinstellt, kann man nur mit dem Kopf schütteln, was da alles abläuft“, berichtete Horst Küpker im Ortsrat.

Laut Bürgermeister Bley ist bereits ein Vor-Ort-Termin geplant, um zu schauen, inwieweit Markierungen aufgebracht werden könnten.

Straßenmarkierungen und Tränkdecke

Zusätzliche Straßenmarkierungen wünscht sich der Ortsrat auch auf dem Mörsener Kirchweg – in Form von weißen Strichen, die auf die Rechts-vor-links-Regelung aufmerksam machen. Laut Bley ist das eher ungewöhnlich, normalerweise gebe es diese Striche nur in Verbindung mit dem „Vorfahrt achten“-Zeichen. Ganz vom Tisch ist das Thema aber noch nicht.

Auf der Mohnstraße wurde eine Tränkdecke aufgebracht. Die sorgt dafür, dass es nicht mehr so stark staubt. Laut dem Ortsrat klappt das ganz gut.

Ein weiteres Thema der Ortsratssitzung war die Beleuchtung der Straße „Am Denkmal“. Da es aufwendig wäre, dorthin ein Stromkabel zu ziehen, steht nun die Überlegung im Raum, eine Solarlampe zu installieren.

Heinrich Schmidt bleibt Ortsbürgermeister

Es war die konstituierende Sitzung des Ortsrates. Verabschiedet wurden dabei Alexander Kunst, Heinfried Dießelberg und Arno Schönfeld. Der Ortsrat besteht aktuell aus Heinrich Schmidt, Fritz Schütte, Henning Hohnholt, Franz Jürgens, Marcos Pérez Sánchez, Ludwig Schmidt, Volker Weßels, Andreas Woisch und Kevin Ellerhorst (beratendes Mitglied, da er Teil des Stadtrates ist). Heinrich Schmidt wurde als Ortsbürgermeister einstimmig wiedergewählt, ebenso wie sein Stellvertreter Fritz Schütte.

Von Katharina Schmidt

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