Ausschuss: Erste Gefahrenstellen beseitigen / Seniorenbeirat zufrieden

Barrierefrei geht anders

Mit dem Rollstuhl durch die Stadt: Hedwig Harms (sitzend) und Anke Döpkens an Gefahrenpunkten.
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Mit dem Rollstuhl durch die Stadt: Hedwig Harms (sitzend) und Anke Döpkens an Gefahrenpunkten.

Twistringen – Der Seniorenbeirat ist sichtlich zufrieden: Das Thema „Barrierefreiheit auf den Straßen, Bürgersteigen und Plätzen“ kommt in Twistringen endlich voran. Der Ratsfachausschuss für Bildung, Erziehung, Senioren und Soziales hat am Donnerstagabend im Gymnasium dafür gestimmt, die ersten dringenden Verbesserungen in der Stadt umzusetzen. Beirat und Stadtverwaltung gehen von einem mehrjährigen Projekt aus.

Der Seniorenbeirat listet alle Gefahrenstellen auf. Daraus wird eine Prioritätenliste erarbeitet. Zunächst geht es um kaum überwindbare Hürden, etwa Höhenunterschiede und schwer befahrbarer Wegesplitt, zum Beispiel in den Bereichen Reisegarten, obere Delme, Hochzeitswald und Langenstraße.

Der einstimmige Beschluss des Ausschusses sieht vor, dass einzelne Maßnahmen bereits bei der laufenden Straßenunterhaltung erledigt oder im Zuge der Haushaltsberatungen ab 2021 diskutiert werden. Außerdem soll bei künftigen Planungen von Straßenbau- und Unterhaltungsmaßnahmen sowie bei der Ausweisung von neuen Baugebieten „der Aspekt der Barrierefreiheit verstärkt Berücksichtigung finden“. Damit mit Rollator und Rollstuhl, aber auch mit Kinderwagen und Fahrrad eine gefahrenfreie Überwegung möglich sei, heißt es.

„Es gibt sehr viele Schwachstellen in Twistringen“, erklärte die Seniorenbeiratsvorsitzende Hedwig Harms im Fachausschuss. Sie könne nur jedem empfehlen, sich mal mit einem Rollstuhl oder einem Rollator durch die Innenstadt zu bewegen. „Sie werden schnell merken, dass das ganz schön mühselig und anstrengend ist.“ Im nächsten Jahr kommen weitere Brennpunkte auf die Dringlichkeitsliste.

Gemeinsam mit der Seniorenbeauftragten Anke Döpkens und Fachbereichsleiterin Anke Raven hatte sich Harms in diesem Jahr im Rollstuhl auf den Weg gemacht. Sie nahmen sich Gehwege, Plätze und Bürgersteige vor und kamen auch mit verschiedenen Twistringern ins Gespräch.

Der Seniorenbeirat sammelt eine Liste mit Stellen, wo Menschen mit Handicap in der Innenstadt der Schuh drückt und wo dringend etwas verbessert werden muss. Laut Anke Raven werden nun für die ersten Maßnahmen die Kosten ermittelt.

Ende September hatte der städtische Beirat gefordert, das Thema Barrierefreiheit auf Straßen und Plätzen in die Haushaltsberatungen für das kommende Jahr aufzunehmen (wir berichteten).

Der Vorstoß des Beirats geht auf die Seniorenmesse „Selbstbestimmt leben – auch im Alter“ von 2019 zurück. Damals hatten Messebesucher Anregungen gegeben und Themen benannt.

Seniorenbeirat und Seniorenbeauftragte haben diesen Denkanstoß aufgegriffen: „Barrierefreiheit heißt, dass Gebäude und öffentliche Plätze, Arbeitsstätten und Wohnungen, Verkehrsmittel und Gebrauchsgegenstände, Dienstleistungen und Freizeitangebote so gestaltet werden, dass sie für alle ohne fremde Hilfe zugänglich sind.“

Von Theo Wilke

Hürde für Menschen mit Handicap: Brückenabsatz.
Gefährlich: die Zuwegung von der Brunnenstraße zum Hochzeitswald.

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