Ortsbürgermeister Jens Bley ein Jahr im Amt

B 51 brennt den Mörsenern auf den Nägeln

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Jens Bley zeigt auf seinem Laptop, was er am liebsten macht: Menschen zusammenbringen, wie auf dem Bild im Bereich des zukünftigen Erholungs- und Erkundungsgeländes.

Mörsen - Von Theo Wilke. Die Auswirkungen der ab 2019 geplanten Sanierung der B 51 haben für reichlich Debatten gesorgt. Das Thema brennt den Mörsenern auf den Nägeln. Sie fürchten den zunehmenden, ausweichenden Schwerlastverkehr auf der Dorfstraße. Auch dann, wenn die Stadt Twistringen eine Tonnenbegrenzung und Tempo 70 rund um die Uhr testweise für ein Jahr auf der Konrad-Adenauer-Straße umsetzt. Der Verwaltungsausschuss hat dies zunächst vertagt.

Das Thema hat auch den seit gut einem Jahr amtienrenden ehrenamtlichen Mörsener Ortsbürgermeister Jens Bley schwer beschäftigt. „Am Anfang war alles neu für mich. Die sogenannten 100 Tage habe ich schon gebraucht“, gibt der Polizist Jens Bley (39) zu. Er weiß um die Sorgen der gut 1 050  Einwohner. Von der Stadt Twistringen wünscht er sich mehr Einsatz für Mörsen, etwa für einen Kreisverkehr im Bereich der Kreuzung B  51/Nienburger Straße.

Bley ist überzeugt, dass ein Kreisel, den die Landesbehörde bislang ablehnt, Radfahrern und Fußgängern über die geplante Querungshilfe in der Nähe der Köglerstraße hinaus mehr Sicherheit bringen würde. „Im Ortsrat müssen wir im Blick haben, welche Möglichkeiten sich noch anbieten“, so der Ortsbürgermeister. Vor Beginn der Sanierung der B 51 müsse man mit der Landesbehörde reden, damit die Dorfstraße anschließend vernünftig saniert werde.

Ideen, Kooperationen und „dicke Bretter“

Aus 2017 kann Bley auch Gutes berichten. Zum Beispiel das Engagement des Ortsrates mit Schützen- sowie Sportverein und Gymnasiasten: Die ersten Schritte zum Erholungs- und Erkundungspark sind getan. Das Insektenhotel sei erst mit dem Gymnasium und finanzieller Hilfe des Unternehmens Gemüse Meyer möglich geworden. „Metallbauer fertigen zurzeit Hinweisschilder für den Erholungsbereich an“, freut sich Bley. Für eine überdachte Sitzgelegenheit gab es erste Gespräche. Der Ortsbürgermeister könnte sich die Umsetzung im Rahmen eines Arbeitsmarkt-Integrationsprojektes als „Qualifizierungs- und Sozialpädagogische Maßnahme“ vorstellen.

Unter dem Strich möchte Bley mit neuen Ideen neue Kooperationen und Sponsoren gewinnen – und Mörsen voranbringen, auch wenn das bedeute, „dicke Bretter zu bohren“.

Nicht erreicht hat der Ortsrat die Sanierung wichtiger Straßen. Sie stehen 2018 erneut auf der Dringlichkeitsliste, etwa die durch das neue Baugebiet noch stärker beanspruchte Köglerstraße zwischen Mörsener Kirchweg und B 51. „Ich glaube aber nicht, dass hier in nächster Zeit etwas passiert.“ Und fügt hinzu: Die Dorfstraße sei dem Fahrzeugverkehr schon lange nicht mehr gewachsen.

„Mein Weg zur Polizei war nicht typisch“

Auf die Frage nach der Zusammenarbeit im Ortsrat meint Jens Bley: „Wir haben uns gut gefunden.“ Damals auf Anhieb gewählt, war es für den Neuling – mit Wurzeln im Cloppenburgischen und plattdeutscher Sprache – nicht leicht. 1978 in Garrel als viertes Kind eines Betriebselektrikers und einer Schneiderin geboren, hat Bley nach Grundschule und Realschule das Wirtschaftsgymnasium in Cloppenburg besucht.

„Mein Weg zur Polizei war nicht typisch“, sagt er. Erst die jüngste seiner drei Schwestern hat ihn darauf gebracht. Sandra war damals schon zwei Jahre bei der Polizei. Das hat ihn beeindruckt. „Ich habe auch gerne mit Menschen zu tun“, sagt er. Und der sportliche Aspekt überzeugt den Fußballer.

1998 startet er in Bremen in seine Ausbildung, kommt zur Bereitschaftspolizei, steigt auf, wird für ein Jahr als Verbindungsbeamter ins Bundesinnenministerium nach Berlin abgeordnet. Er wird Personalrat, ist seit 2014 freigestellt und einer von fünf Hauptamtlichen, die sich um rund 3 000 Beschäftigte bei der Polizei in Bremen kümmern. 

2015 mit der Familie nach Mörsen gezogen

Der Wahl-Mörsener sitzt auch als Landeskassierer im Vorstand der Polizeigewerkschaft. Alles zusammen, betont Bley, habe ihn letztlich zur Politik gebracht. Und nicht zuletzt sein berufsbegleitendes Studium, das er nach zweieinhalb Jahren 2011 mit dem „Master of Public Administration“ abschließt.

2015 zieht er mit Ehefrau Jana sowie den Kindern (Hannah (6) und Jonna (4) von Bremen nach Mörsen. Der Familienvater fährt täglich mit dem Zug nach Bremen. Er lobt die gute Infrastruktur. „Wir sind im Dorf recht offen aufgenommen worden“, meint er. Dass er 2016 auf der CDU-Liste in den Ortsrat eingezogen und sogar Ortsbürgermeister geworden ist, verdankt er seinem Vorgänger und jetzigen Stellvertreter Fritz Schütte. „Das hätte ich mir bei der Kandidatur nicht ausgemalt.“

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