Ausstellung ab Sonnabend im Strohmuseum

Bilder aus dem „Gold der Natur“

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Künstlerin Tatjana Stöhr

Twistringen - Dass man aus Stroh Gold spinnen kann, kennt wohl jeder aus seiner Kindheit, aus dem Märchen „Rumpelstilzchen“ von den Gebrüdern Grimm. Dass man aus Stroh aber auch Bilder „malen“ kann, beweist die neue Ausstellung der Höxteraner Künstlerin Tatjana Stöhr im Twistringer Museum der Strohverarbeitung. Eröffnung ist am kommenden Sonnabend, 7. November, um 15.30 Uhr.

Eindrucksvolle Bilder, vom chinesischen Drachenornament bis zu Blumengebilden und Tänzerinnen werden dann die Wände der oberen Ausstellungshalle zieren.

Die in Kasachstan geborene Künstlerin habe bereits in ihrer Kindheit die Idee gehabt, Stroh für ihre Kunst zu verwenden. Um ihre Idee umsetzen zu können, bedarf es jedoch einer besonderen Technik. Denn die Werke, die aus dem in heißem Wasser eingeweichten und anschließend zerschnittenen Halmen entstehen, werden mit großem künstlerischem Geschick und geometrischem Verständnis hergestellt.

Bis zu 60 Stunden benötigt Stöhr für ein Bild. Bereits seit 20 Jahren verfeinert sie ihre Technik stetig. Für ihre Arbeiten verwendet die ehemalige Biologielehrerin Roggen- oder Weizenstroh, das nach der Ernte auf den Feldern liegen bleibt.

Zur Eröffnung am Sonnabend reist Stöhr nicht alleine an. Ihr zur Seite steht der 92-jährige Hermann Fast, der die Künstlerin auf seinem Akkordeon musikalisch begleitet. Fast ist nicht nur Musiker, er ist auch ein bekannter Holzkünstler und Instrumentenbauer.

Geboren 1923 als Sohn deutscher Eltern im Kaukasus, kam Fast mit 17 Jahren in ein Arbeitslager. Die Musik und die Kunst hätten ihm damals das Leben gerettet, heißt es.

Beide Künstler haben bereits gemeinsam in Höxter ausgestellt und wollen nun – nach einem Besuch Stöhrs vor einiger Zeit im Strohmuseum – auch in Twistringen ihre Werke vorstellen. „Ich bin wirklich ganz gespannt, wie das aussehen wird“, sagt Heinz Brinkmann, Vorsitzender des Strohmuseums.

Die Arbeiten sind vom 7.bis 29. November unter dem Titel „Stroh – Gold der Natur“ zu den normalen Öffnungszeiten sonnabends und sonntags zwischen 14 und 17.30 Uhr zu bewundern.

sn

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