Ausstellung der Künstlerin Tatjana Stöhr im Strohmuseum eröffnet

Mehr als 100 Stunden für ein Bild

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Heinz Brinkmann vom Strohmuseum begrüßt die Künstler Tatjana Stöhr und Hermann Fast.

Twistringen - Von Sabine Nölker. „Wir sehen nun eine Facette des Strohs, wie sie hier bisher so gut wie gar nicht vorkam“, begrüßte Heinz Brinkmann am Sonnabendnachmittag die Besucher der Ausstellungseröffnung „Gold der Natur“ der Höxteraner Künstlerin Tatjana Stöhr.

Mehr als 50 Werke der in Kasachstan geborenen Künstlerin zieren nun die Wände der oberen Halle im Museum der Strohverarbeitung. Bis zum 29. November haben Besucher die Möglichkeit, diese einzigartigen und beeindruckenden Bilder zu sehen.

„Ich konnte mir erst gar nichts darunter vorstellen“, gestand Brinkmann, als er Stöhrs Visitenkarte vor einigen Monaten in den Händen hielt. Was er jedoch am Sonnabend zu sehen bekam, habe ihn begeistert.

Das Gold der Natur wurde so kunstvoll von Stöhr zu Bildern verarbeitet, dass nicht nur Blumenornamente und Tiere auf den Leinwänden entstanden, sondern auch Segelschiffe, Sternbilder und Menschen.

Ebenfalls herzlich begrüßt wurde der 92-jährige Hermann Fast, der seine Kollegin mit dem Akkordeon begleitete und einige Lieder präsentierte. Wer ins Gespräch mit dem Senior kam, wurde schnell von seiner herzlichen Art gefesselt. Auch er ist ein bekannter Künstler und hat sich dem Holz sowie dem Instrumentenbau verschrieben.

Tatjana Stöhr erzählte, dass sie im vorigen Jahr das Strohmuseum besichtigt habe. „Die Herzlichkeit der Mitarbeiter hat mir so gefallen, dass ich mich spontan entschlossen habe: Hier möchte ich auch ausstellen.“

Stöhr erzählte den Anwesenden, dass sie vor mehr als 20 Jahren ein Bild aus Stroh gekauft habe. „So schwer ist das gar nicht“, dachte sie sich und las sich ins Thema ein. Ihre Technik verfeinerte sie zunächst an Blumenbildern. Kein Wunder, arbeitet sie doch seit Jahren als Floristin. „Aber irgendwann hatte ich keine Lust mehr und legte das Hobby auf Eis.“ Erst als ihr später ein Porträt von einem Mann mit Hut und Pfeife in die Hände fiel, habe sie sich daran gemacht, auch Menschen und weitere Motive auszuprobieren. In die mehr als 50 Bilder habe sie jeweils zwischen 60 und mehr als 100 Stunden Zeit investiert.

Und so geht ihre Technik: Das Stroh wird zunächst in Wasser eingeweicht und anschließend zerschnitten. Für farbliche Unterschiede wird ein Teil des Strohs zusammen mit einer Zwiebel gekocht oder heiß gebügelt. Dann entstehen mit großem künstlerischen Geschick und einem geometrischen Verständnis die Motive. Jeder kleine Halm wird auf schwarzen Stoff geklebt. „Aber nur an den Enden“, so würden die Bilder lebendig wirken.

Viele der Werke kann man kaufen. „Doch nicht alle, denn an einigen hängt mein Herz“, so Stöhr. Denkbar wäre es allerdings, dann ein Duplikat anzufertigen.

Wer die Werke sehen möchte, kann die Ausstellung zu den üblichen Öffnungszeiten des Museums besuchen.

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