Frischer Anstrich und neue Bänke

St.-Marien in Marhorst: Wenn die Kirche zur Baustelle wird

Mit Pinseln, Farbeimer und Gerüst: Ein Blick in die Kirche.
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Mit Pinseln, Farbeimer und Gerüst: Ein Blick in die Kirche.

Die St.-Marien-Kirche in Marhorst bekommt einen neuen Anstrich und bequemere Bänke. Läuft alles nach Plan, sind die Arbeiten zum ersten Advent abgeschlossen.

Marhorst – Der Altar ist mit Folie umwickelt. Alle Bänke sind weg. So leergeräumt wirkt die St.-Marien-Kirche in Marhorst ganz anders. Mittendrin steht ein hohes Gerüst, umgeben von Farbeimern. Eine Plane deckt die Orgel ab, und aus einem Baustellenradio tönt Chartmusik. In der Kirche sind momentan Handwerker zugange. Denn auch ein Gotteshaus braucht mal einen frischen Anstrich.

Ausmalung heißt das dann. Nicht nur begrifflich unterscheiden sich solche Malerarbeiten vom Streichen einer herkömmlichen Wand. „Wir nutzen ganz andere Farben. Keine Kunststoffdispersionsfarbe, die würde die Eigenschaften des Kalkputzes kaputtmachen. Sondern historische Farbe“, erklärt Jan Freker. Er arbeitet bei der Maler- und Restaurierungswerkstatt Eichholz aus Bad Laer (Landkreis Osnabrück). Zusammen mit Kollege Bangally Touray legt er in Marhorst Hand an. Und zwar wortwörtlich. Die katholische St.-Marien-Kirche ist farblich zwar eher schlicht gehalten, aber es gibt viele feine Linien und Verzierungen. „Das machen wir frei Hand und ganz vorsichtig“, erzählt Touray.

Pfarrer findet: Die Kirche hat sich die Ausmalung verdient

Pfarrer Joachim Kieslich wirkt zufrieden, wenn er sich das bisher Geschaffte anschaut. „Das Gelb sticht jetzt im Altarbereich wieder deutlich hervor“, stellt er fest. Die letzte größere Sanierung liege rund 20 Jahre zurück. „Man hat der Kirche angesehen, dass es wieder nötig ist. Das hat sie sich verdient.“

Die Firma Eichholz hatte im vergangenen Jahr bereits die St. Anna Kirche in Twistringen ausgemalt. Wo sie jetzt gerade wieder vor Ort ist, behebt sie auch gleich einen Wasserschaden, der in St. Anna kurz nach der Ausmalung entstanden ist.

Gerüste helfen, nach ganz oben zu kommen.

Zurück zur Kirche in Marhorst: Im Großen und Ganzen bleiben die Wände, wie sie sind. Die Handwerker frischen die Farbe nur auf. Allerdings gehören die Kerzenhalter an den Seiten der Vergangenheit an – und mit ihnen die schwarzen Rußspuren von den Kerzenflammen.

Die Facharbeiter sind seit etwa drei Wochen am Werk. Läuft alles glatt, erstrahlt das Gotteshaus bis zum ersten Advent in neuem Glanz. Bis dahin soll auch der Boden abgeschliffen und neu lasiert sein. Und natürlich sollen Besucher dann wieder sitzen können. Bequemer als zuvor.

100 Jahre

Die St.-Marien-Kirche in Marhorst besteht seit 100 Jahren. Insofern könnte man die Ausmalung auch als besonderes Geburtstagsgeschenk bezeichnen. Die Kirche wurde unter anderem errichtet, weil es in der St. Anna Kirche damals eng wurde. Die Bauarbeiten begannen Anfang des Sommers 1920. Viele Dorfbewohner packten fleißig mit an. Die festliche Einweihung folgte schließlich am 16. August 1921. 

Die Kirche bekommt neue Bänke. Wie berichtet, stammen sie aus Kieslichs vorheriger Gemeinde in Belm. Sie waren über, weil die dortige Josefkirche in ein Teilkolumbarium umgewandelt wird (Bauwerk zur Aufbewahrung von Urnen oder Särgen). Die Länge der neuen Bänke passten Mitglieder des Kirchenvorstands in Eigenarbeit an.

Und die alten? Die hat die Kirchengemeinde gegen Spenden abgegeben. Zum Beispiel an Leute, die sich eine original Marhorster Kirchenbank in den Garten stellen wollen. Die hölzernen Sitze sind von 1921 und damit so alt wie die Kirche selbst. Schön anzusehen sind sie allemal, auch nach 100 Jahren. „Man saß aber sehr hart darauf“, so Kieslich.

100 Jahre alt: Eine der alten Kirchenbänke.

Die Renovierung der Kirche kostet ihm zufolge rund 50 000 Euro. In erster Linie zahlt die Kirchengemeinde, das Bistum gibt aber einen Teil dazu. Es gab ursprünglich Überlegungen, in der Kirche noch mehr zu machen und zum Beispiel das Taufbecken in Richtung des Eingangsbereiches zu verlegen. Das wäre jedoch deutlich teurer gekommen, und vermutlich hätten die Arbeiten erst später beginnen können.

Im Zuge der Erneuerung wurden auch die Fenster gereinigt. „Was jetzt noch passieren soll, ist eine Orgelreinigung“, kündigt Kieslich an.

Der Pfarrer hofft, dass das Ergebnis der Ausmalung wieder 20 Jahre lang halten wird.

Von Katharina Schmidt

Im Altarraum: Pfarrer Joachim Kieslich.
Ein großes Gerüst steht im Kirchenschiff.

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