Bassumer kritisieren Viehvermarkter

Aufreger: „Schweine in der prallen Sonne“

Warten auf den Transport zum Schlachtbetrieb: Schweine-Anhänger an der Raiffeisenstraße. - Foto: Privat

Twistringen - Von Theo Wilke. Es ist Freitagvormittag, ein grüner Viehanhänger, beladen mit Schweinen, steht an der Raiffeisenstraße in Twistringen in der prallen Sonne. „Mindestens schon 20 Minuten“, empört sich ein Ehepaar aus Bassum. Das sei doch Tierquälerei. Darauf angesprochen, reagieren Mitarbeiter der Raiffeisen-Viehvermarktung (VV) Harpstedt-Barnstorf-Twistringen: Sie ziehen den Anhänger in ihre große durchlüftete Halle. Keine Sorge, sagen sie, den Tieren gehe es gut.

„Nie länger als eine Stunde stehen“

Das Bassumer Ehepaar ist aufgebracht. „Das habe ich hier schon mehrmals erlebt. Aber heute ist mir der Faden gerissen. Ich bin ins Büro der Viehverwertung und habe die Männer darauf angesprochen“, schildert die Bassumerin. Und dort sei man ihr gegenüber „sehr unhöflich“ gewesen, habe ihr zunächst nicht geantwortet und dann zu verstehen gegeben, es sei doch wohl egal. Die Tiere würden in ein paar Stunden sowieso „kalt sein“. Die Bassumerin hält den Viehvermarktern vor, sie hätten in ihren Büros die Fenster zugezogen, aber die Schweine würden in der Sonne stehen.

Auf Nachfrage Der Kreiszeitung gibt VV-Geschäftsführer Patrick Wilkens zu, die Äußerung seiner Mitarbeiter sei nicht glücklich gewesen. Und zum Verständnis: Wenn die Fahrer einen Anhänger abstellen, dann seien sie gehalten, das Wohl der Tiere im Auge zu haben. Also: lüften, das Dach rausfahren. Auch in diesem Fall sei das geschehen. Die Schweine seien ruhig gewesen, hätten ausreichend Platz gehabt.

„Wir arbeiten hier im Regionalverkehr. Es gibt große und kleine Betriebe“, so Wilkens weiter. Häufiger könne man einen Lastzug nicht komplett auf einem Hof beladen. „Aus Qualitätsgründen und um die Verbreitung von Krankheitserregern zu verhindern, fahren wir deshalb nicht mit Tieren von einem zum anderen Hof.“

Die Fahrer würden mit dem Beladen des Anhängers beginnen, ihn auf dem Betriebsgelände abstellen und später wieder ankoppeln, bevor es zum Schlachthof gehe. „Und dies so schnell wie möglich“, betont der Geschäftsführer. Es gebe da keine gesetzliche Regelung, aber die Viehvermarktung achte auch im Sinne der Tiere sehr darauf, dass ein Anhänger „nie länger als eine Stunde“ stehen bleibe.

Die für das gesamte Bundesgebiet geltende Tierschutztransportverordnung schreibt vor, dass Tiere zwischen Zuchtbetrieb und Schlachthof höchstens acht Stunden befördert werden dürften.

Mehr zum Thema:

Tag des Ehrenamtes in Kirchlinteln

Tag des Ehrenamtes in Kirchlinteln

Fotos: Das war die Sicherheitskonferenz in München

Fotos: Das war die Sicherheitskonferenz in München

Fünfter Pokal-Triumph für Bambergs Basketballer

Fünfter Pokal-Triumph für Bambergs Basketballer

Kinderfasching des SV Jeersdorf

Kinderfasching des SV Jeersdorf

Meistgelesene Artikel

17-Jähriger wird fast umgefahren und danach verprügelt

17-Jähriger wird fast umgefahren und danach verprügelt

Polizeihubschrauber über Syke: Mann aus Klinik vermisst

Polizeihubschrauber über Syke: Mann aus Klinik vermisst

Jagd auf Punkte, Judokas und Chorgesang

Jagd auf Punkte, Judokas und Chorgesang

Viehtransporter in Bruchhausen-Vilsen verunglückt - Straße gesperrt

Viehtransporter in Bruchhausen-Vilsen verunglückt - Straße gesperrt

Kommentare