ADFC bringt Twistringer Radwegenetz auf Vordermann

Aufkleber, Schrauben und Werkzeug griffbereit

Kümmern sich um das Twistringer Radwegenetz: Rudolf Göbber (r.) und Hans Steverding. - Foto: Wilke

Twistringen - Von Theo Wilke. Im Landkreis Diepholz kontrollieren Jahr für Jahr ehrenamtliche Helfer – sogenannte Schilder-Paten – den Zustand des Fahrrad-Leitsystems. Im Bereich Twistringen sind Rudolf Göbber und Hans Steverding unterwegs – auf elf Routen, insgesamt mehr als 260 Kilometer am Stück. Diese Woche im Heiligenloher Raum. Die beiden reparieren und reinigen Schilder von Grünspan oder Schmutz. Wo nötig, kleben sie neue Zusatzhinweise auf.

Es ist ein sonniger Vormittag in Heiligenloh an der Hauptstraße, Ecke Bockstedter Straße. Gegenüber steht die stillgelegte Schnapsbrennerei Spradau von 1875. An den bekannten „Heiligenloher Korn“ denkt Rudolf Göbber aber nicht, als er zwei Hinweise für Radler besprüht.

Manchmal braucht es nicht mehr als Wasser und Putzlappen. Aber manchmal suchen die ADFC-Aktivposten vergeblich nach einem Schild, wie zuvor in Mörsen an der Padlandstraße. „Das ist doch keine Art und Weise“, schimpft Göbber, einfach ein Schild wegzunehmen.

Ein Radler kommt vorbei, biegt In Richtung Bockstedt ab, grüßt und ruft ihnen ein „Danke“ zu. Göbber und Steverding freut das, als sie gerade einen neuen roten Pfeil aufkleben.

„Wir werden gleich noch in Richtung Bockstedt, Drentwede und Schmolte weiterfahren“, sagt Steverding. Der 73-Jährige aus Twistringen ist eigentlich das ganze Jahr über mit seinem Fahrrad auf den Twistringer Routen unterwegs. Er hat alles dabei – Aufkleber, Schrauben, Werkzeug. Wenn ihm etwas auffällt, handelt er sofort. Rudolf Göbber ist noch häufiger mit seinem Fahrrad unterwegs. Nicht selten stößt er auf abgebrochene Schilder. Mutwillige Zerstörungen ärgern die Radwege-Paten. Sie möchten, dass auch auswärtige Gäste sich problemlos zurecht und die richtige Route finden.

„Hier in Heiligenloh sagen uns Ilse Rathkamp und Leni Meyer immer Bescheid, wenn etwas nicht in Ordnung ist“, lobt der 66-jährige Göbber. Ilse Rathkamp wohnt gleich nebenan an der Hauptstraße. Als sie die ADFC-Mitglieder entdeckt, kommt sie angeradelt. „Möchtet ihr vielleicht einen Kaffee. Ich kann euch einen machen“ bietet sie an. Sie lehnen dankend ab. Nächstes Mal gerne. Mittags wollen die beiden wieder zu Hause sein.

Rathkamp und Meyer, erzählt Göbber, seien zwar nicht im ADFC, aber sie würden sich fleißig an den gemeinsamen Radtouren beteiligen.

Vor sechs Jahren hat der ADFC vom Bürger- und Heimatverein die Betreuung des Radwegenetzes übernommen. Seitdem sind Göbber und Steverding mehrere Wochen im Jahr gemeinsam unterwegs, um die Ausschilderung zu optimieren.

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