Tamara Henke war ein Jahr lang Azubi-Botschafterin für das Handwerk

„Auf gar keinen Fall ins Büro“

Tamara Henke (18) war ein Jahr lang Azubi-Botschafterin.

Twistringen - Zwölf aufregende Monate gehen für Tamara Henke zuende. Die 18-Jährige war ein Jahr lang Azubi-Botschafterin. Das ist eine Aktion der Initiative „Handwerk – Deine Chance“ der Handwerkskammer. Tamara Henke hat dafür regelmäßig auf der Facebook-Seite des Kammerbezirks Hannover berichtet, was sie bei ihrer Ausbildung zur Mechanikerin für Kältetechnik erlebt hat. Sie lernt bei der Twistringer Firma Funke.

Im festen Zwei-Wochen-Takt hat Tamara ihre Beiträge gepostet. „Ich hab zum Beispiel beschrieben, wie für mich der Start ins Handwerk war“, erzählt sie. „Ich hatte vorher nämlich nicht viel Ahnung, wie man bohrt oder flext.“ Die Resonanz auf ihre Beiträge ist beachtlich: „Mein bester ist 64 000 Mal gelesen worden, mein zweitbester 40 000 Mal.“

Wobei das Echo manchmal anders ausfällt als erwartet. Tamaras Personalchef David Nordmann: „Ein angeblicher Kältetechnik-Meister aus Süddeutschland wollte in ihren Texten massive fachliche Fehler entdeckt haben. Und er hat dann heftig auf sie eingedroschen.“ Nordmann hat es geschafft, den Mann ausfindig zu machen. Und dann hat er ein Fachgespräch mit ihm geführt. „Ich war ganz erstaunt, wie kleinlaut der dann war.“ Nordmanns Auszubildender hatte dieser Vorfall allerdings ziemlich zugesetzt: „Ich war ganz schön fertig“, gesteht Tamara.

Tatsächlich kann sie ihren Job als Azubi-Botschafterin aber gar nicht so schlecht gemacht haben. Immerhin hat sie die Handwerkskammer als die Azubi-Botschafterin mit den meisten „Likes“ ausgezeichnet. „Das ist schön, wenn so viele Interesse für das zeigen, was ich schreibe. Gerade auch Jugendliche.“

Jetzt ist ihr Turnus abgelaufen. Die nächsten Azubi-Botschafter sind bereits vorgestellt worden. Aber Tamara möchte trotzdem weitermachen. Immerhin ist in ihrer Ausbildung gerade erst Halbzeit.

Tamara Henke hat die Realschule mit dem erweiterten Abschluss verlassen. Weiter zur Schule gehen und Abitur machen stand für sie aber nie zur Debatte. „Die Schule hat mich nicht ausgelastet. Ich wollte endlich mal was schaffen, und ich wollte auf gar keinen Fall ins Büro“, sagt sie.

Genau eine Bewerbung hat Tamara geschrieben, als sie in der neunten Klasse war. Denn ihren Job kannte sie da schon. Über die Internet-Plattform „Planet Beruf“ war sie zuvor auf den Bereich Kältetechnik gestoßen und hat dann bei Funke zwei Praktika gemacht. „Tamara hat uns überzeugt“, sagt David Nordmann. „Da haben wir uns mit der Zusage für eine Lehrstelle auch nicht schwer getan.“

Inzwischen ist die 18-Jährige so weit, dass ihr Arbeitgeber sie auch schon mal alleine zu den Kunden schickt. „Das ist für mich das Highlight, wenn ich selber das Problem finden und eine Lösung dafür entwickeln muss. Das Schönste ist für mich, wenn der Kunde hinterher glücklich ist, weil ich ihm helfen konnte.“

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