Kolpingsfamilie zufrieden mit Handy-Sammelaktion

Auch gebraucht noch Gold wert

Michael Thomes.

Twistringen - Von Theo Wilke. Die gemeinsame Aktion „Mein Handy ist Gold wert“ von Kolpingsfamilie und Flüchtlingsinitiave (FiT) in Twistringen ist in diesen Tagen abgeschlossen worden. Rund 200 gebrauchte Mobiltelefone habe man eingesammelt und sei sehr zufrieden mit der Aktion, berichtet Organisator Michael Thomes.

Vor dem Weihnachtsfest 2018 hatten sich Kolpingsfamilie und FiT der bundesweiten Handy-Spendenaktion von Kolpingswerk und katholischem Missionswerk angeschlossen. Gemeinsam mit einigen Flüchtlingen bastelte Thomes Sammelboxen, die etwa im Pfarrzentrum, in den katholischen Kircheneingängen Bassum und Twistringen sowie in der Volksbank Twistringen aufgestellt wurden. Jeweils ein Flüchtling achtete in den vergangenen Monaten auf die Boxen und leerte sie regelmäßig.

„Vorletzte Woche haben wir die Boxen eingesammelt. Im Februar hatten wir schon 150 gebrauchte Handys beziehungsweise Smartphones zusammen“, erinnert sich der Flüchtlingsbetreuer. Die erste Spendenladung wurde danach gleich an Missio geschickt.

Wer sein altes Handy spendete, konnte es auch eintüten und mit Adresse versehen, um an einer Verlosung teilzunehmen. Zu gewinnen gab es Handy-Gutscheine. „Außerdem konnten sich die Spender an einer bundesweiten Unterschriftenaktion zur Eindämmung von Fluchtursachen beteiligen“, erklärt der 51-jährige Thomes.

Denn der Krieg im Kongo habe etwas mit den Handys zu tun, heißt es weiter. Dort liegen große Rohstoffvorkommen, die weltweit für Smartphones benötigt werden. Im Osten des Landes würden bewaffnete Milizen um die Vorherrschaft in den Coltan-Minen kämpfen. Dieser Rohstoff schützt Handys vor Überhitzung.

Das Hilfswerk Miserior kritisiert: „Coltan bedeutet für Millionen Menschen im Kongo Gewalt, Bürgerkrieg und Umweltzerstörung. Die Minen zerstören fruchtbares Land. Und viele Minen im Osten des Kongos stehen unter der Kontrolle bewaffneter Gruppen, die sich aus den Gewinnen finanzieren.“ Die Folge: Menschen fliehen.

Weltweit liegen nach Experten-Schätzung 124 Millionen Handys unbenutzt in deutsche Schubladen. Auch Michael Thomes weiß: Die nicht mehr gebrauchten Handys seien im wahrsten Sinne des Wortes Gold wert. Allein 41 Handys enthalten soviel davon wie eine Tonne Gold-Erz.

Ein Teil der Rohstofferlöse aus den Handys wird vom Kölner Unternehmen Mobile Box für Familien in Not weltweit gespendet – pro Handy 60 Cent.

Demnächst werde das gesamte Ergebnis mit Leerung der letzten Boxen ermittelt. „Aber ich tippe mal, dass es am Ende insgesamt rund 200  Handys sein werden“, hofft Michael Thomes.

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