„100 Meilen Berlin“

Astrid Mass: Ultramarathon-Begleitung mit „Terminator-Knie“

Zieleinlauf: Das Bild entstand 2017 bei „100 Meilen Berlin“. Nach 21.38 Stunden erreichte Wolfgang Maas das Ziel. Seine Frau Astrid Maas begleitete ihn mit dem Rad, für die letzten Meter stieg sie aber ab.
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Zieleinlauf: Das Bild entstand 2017 bei „100 Meilen Berlin“. Nach 21.38 Stunden erreichte Wolfgang Maas das Ziel. Seine Frau Astrid Maas begleitete ihn mit dem Rad, für die letzten Meter stieg sie aber ab.

161 Kilometer. So viel ist Astrid Maas bei dem Ultramarathon „100 Meilen Berlin“ innerhalb von 13 Stunden mit dem Rad gefahren – ganz ohne Elektrounterstützung, dafür mit einem komplett künstlichen Knie. „Meinem Terminator-Knie, wie ich es nenne“, erzählt die Twistringerin mit einem Schmunzeln. Sie möchte Mut machen und zeigen: Mit künstlichem Knie kann vieles möglich sein.

Twistringen – Astrid Maas gerät ins Schwärmen, wenn sie an den 100-Meilen-Lauf in Berlin denkt. Sie war in diesem Jahr Radbegleitung einer Viererstaffel für die gesamte Strecke. „Ich bin vorausgefahren und habe geguckt, ob der Weg frei ist. Und man ist natürlich auch Motivator“, erklärt die 43-Jährige.

2017 startet Familie Maas das erste Mal bei „100 Meilen Berlin“

2017 war sie das erste Mal bei „100 Meilen Berlin“ dabei. Damals begleitete sie ihren Mann, er ging als Einzelläufer an den Start. „Da hat es mich gepackt.“ Die Strecke verläuft auf dem ehemaligen Grenzstreifen und verbindet so ihre Sportbegeisterung mit ihrem Interesse an Geschichte.

In diesem Jahr war „100 Meilen Berlin“ für Astrid Maas in mehrfacher Hinsicht besonders. Zwar hatte sie zuvor schon Einzelstarter begleitet, nie aber eine Staffel. Bei den Einzelbegleitungen war sie ab Kilometer 60 eingestiegen, diesmal radelte sie die gesamte Distanz. Außerdem hat sich an dem Veranstaltungswochenende der Mauerbau zum 60. Mal gejährt. Und: Nicht zuletzt war es ihr erstes Mal mit dem neuen Knie.

Ohne Akku: Das Fahrrad, mit dem Astrid Maas die 161 Kilometer geradelt ist.

Das hat sie seit 2020. Das Original war kaputt. Eine Zeit lang hatte sie sich noch damit herumgeschlagen, ist sogar Halbmarathon gelaufen. Doch irgendwann ging es einfach nicht mehr.

Lange Läufe sind Astrid Maas mit dem „Terminator-Knie“ nicht möglich

Erst die OP, dann drei Wochen Reha, danach engmaschig Physiotherapie. Die Coronapandemie vereinfachte den Prozess nicht gerade, da vieles nur eingeschränkt möglich war.

Nach etwa neun Monaten waren sie und ihr „Terminator-Knie“ dann ein gut eingespieltes Team, auch wenn es nicht ganz so wie früher ist. Vom Laufen über längere Strecken hat ihr Orthopäde dringend abgeraten. „Das Laufen fehlt mir jeden Tag“, sagt sie. Einfach raus, einfach loslaufen.

Aber sich davon entmutigen lassen? Man muss sie nicht lange kennen, um zu merken: Das war keine Option. Also schwang sie sich aufs Fahrrad.

Astrid Maas begleitet allein eine Ultramarathon-Staffel

In Berlin dann also die 161 Kilometer. Zum Vergleich: Das entspricht in etwa der Luftlinien-Strecke von Twistringen nach Dortmund. Zwischenzeitlich musste sie ganz schön in die Pedale treten. „Wenn du 100 Kilometer in den Beinen hast und dann kommt ein neuer Läufer der Staffel, der den Kilometer in 4,15 Minuten läuft – das ist schon nicht Ohne.“ Sie lacht. „Ich bin am Ende völlig k.o. vom Fahrrad – aber ich hab sofort gesagt: nächstes Jahr wieder!“

Die Strecke verläuft an der ehemaligen Grenze.

Ihr Mann Wolfgang Maas war in diesem Jahr auch wieder dabei, dieses Mal als Besenläufer für den ersten Abschnitt (60 Kilometer). Sprich: Er ist hinter den letzten Einzelläufern hergegangen. Sein Tempo anzupassen und dementsprechend deutlich länger unterwegs zu sein als sonst, war für ihn auch eine Herausforderung.

Wolfgang Maas ist mit 22 Jahren seinen ersten Marathon gelaufen, den Berlin Marathon. „Ich bin da total naiv rangegangen“, erinnert er sich. „Nach meinem ersten Marathon habe ich mir gesagt: Nie wieder!“

Wolfgang Maas hat 70 bis 80 Marathons in den Beinen

Inzwischen ist er 70 bis 80 Marathons gelaufen, unter anderem auch in New York. „In meinem Alter, wenn man so früh anfängt, ist das nicht viel“, sagt er.

Für uns ist das wirklich entspannter Urlaub!

Astrid und Wolfgang Maas

In diesem Jahr will der 54-Jährige sein 30-jähriges Marathonjubiläum zelebrieren – indem er wieder beim Berlin Marathon an den Start geht. Eigentlich war das Jubiläum vor zwei Jahren. Erst kam eine Verletzung dazwischen, dann Corona.

Er und seine Frau schätzen beim Laufen vor allem die Gemeinschaft unter Läufern. So wird es sicherlich nicht das letzte Mal gewesen sein, dass sie bei einem Laufevent an den Start gehen. Sie sind sich einig: „Für uns ist das wirklich entspannter Urlaub!“

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