1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Diepholz
  4. Twistringen

Mehr E-Ladesäulen, mehr Solaranlagen, mehr Stadtentwicklung?

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Katharina Schmidt

Kommentare

ein Elektroauto an einer Ladestation wird aufgeladen (License=RM) ein Elektroauto an einer Ladestation wird aufgeladen
Symbolbild Elektromobilität © Zoonar.com/stockfotos-mg via www.imago-images.de

Die Twistringer Ratsfraktion der Grünen will mehr E-Ladesäulen und Solaranlagen. Die FWG fordert angesichts der geplanten Zentralklinik eine intensive Stadtentwicklungsplanung. Entsprechende Anträge stehen auf der Tagesordnung der nächsten Ratssitzung am Donnerstag, 17. Februar.

Dann geht es zunächst nur darum, die Anträge in den zuständigen Fachausschuss zu verweisen – über die Themen an sich wird erst später entschieden.

Antrag der Grünen: E-Ladesäulen

Die Ampelkoalition hat das Ziel formuliert, die öffentliche Ladestruktur für Elektroautos in Deutschland auszubauen, sodass im Jahr 2030 rechnerisch auf 15 Elektroautos jeweils ein öffentlicher Ladepunkt kommt. Wie und wo sollten in Twistringen öffentliche Ladesäulen für Elektrofahrzeuge errichtet werden? Die Grünen haben beantragt, die Stadtverwaltung möge das unter die Lupe nehmen – „ausgehend von der Grundannahme, dass 30 Prozent des aktuellen Kfz-Bestandes im Jahr 2030 voll-elektrisch angetrieben werden.“

In dem Antrag führt Fraktionschefin Sylvia Holste-Hagen aus: „Dabei soll die Stadt nicht selbst Betreiberin öffentlicher Ladesäulen sein, sich aber der Aufgabe stellen, deren Aufbau vornehmlich auf quartiersnahen Parkplätzen von Unternehmen und auf geeigneten öffentlichen Flächen zu koordinieren, zu begleiten und erforderlichenfalls planerisch zu realisieren.“ Die Verwaltung solle mit Geschäftsinhabern, Tankstellenbetreibern, Gewerbebetrieben, Wohnungsunternehmen und weiteren Akteuren sprechen: Inwieweit wären sie bereit, auf ihren Grundstücken öffentlich zugängliche Ladesäulen zu installieren oder zumindest zu dulden?

Als ein Betreiber öffentlicher Ladesäulen schwebt den Grünen die Avacon vor. Der Antrag sieht zudem vor, dass die Verwaltung mit planerischen Vorgaben und Gesprächen Bauherren dazu bewegt, technische Voraussetzungen für private Ladepunkte zu schaffen.

Antrag der Grünen: Fo­to­vol­ta­ik­an­la­gen

Die Grünen möchten außerdem, dass die Verwaltung Freiflächen heraussucht, auf denen Solaranlagen gebaut werden können. Diese sollten auf einem 200 Meter breiten Streifen entlang von Schienen oder auf versiegelten Flächen liegen, nicht aber in Naturschutzgebieten, Biotopen et cetera. Primär sollten es „Flächen mit deutlicher Vorbelastung“ sein, zum Beispiel durch Altlasten oder Lärmemissionen. Fotovoltaikanlagen auf solchen Flächen könnten gemäß dem Erneuerbare-Energien-Gesetz gefördert werden, sofern ihre Leistung weniger als 750 Kilowatt betrage.

„Die landwirtschaftliche Nutzung bleibt, wenn auch deutlich eingeschränkt, unter Freiflächen-Fotovoltaikanlagen möglich – hier bieten sich vor allem Dauerkulturen und Weidenutzung an“, argumentieren die Grünen. „Trotz der zweifellos bestehenden Konkurrenz zur landwirtschaftlichen Primärproduktion sollte die Möglichkeit der Realisierung von Freiflächen-Fotovoltaikanlagen offensiv vorangetrieben werden, zumal deren Energieertrag pro Hektar den von in einer Biogasanlage vergorenen Pflanzen um mehr als das 30-fache übersteigt.“ Abgesehen davon sollte Flächenkonkurrenzen zur landwirtschaftlichen Nutzung laut den Grünen möglichst vermieden werden.

Antrag der FWG: Stadtentwicklung angesichts der Zentralklinik

Auf der Tagesordnung der Ratssitzung steht auch ein Antrag der FWG. Sie geht davon aus, dass Twistringen aufgrund der geplanten Zentralklinik „nachhaltige Veränderungen“ bevorstehen. Fraktionsvorsitzender Ulrich Helms führt in dem Zusammenhang unter anderem die Themen Verkehr und Bauen an. Es sei wichtig, kurzfristig Konzepte zu erarbeiten, um eine Zersiedlung der Landschaft auszuschließen.

Die FWG beantragt die Einholung eines Verkehrswegegutachtens, das die Auswirkungen der Klinik vorausschauend berücksichtigt. Die Erkenntnisse sollen in die zukünftige Verkehrsführung und die Planung von Wege- und Straßenbaumaßnahmen einfließen. Außerdem sollen sie helfen, den Flächennutzungsplan anzupassen, wobei unter anderem Flächen für Wohnbau und Windenergie auszuweisen seien. Es sei auch davon auszugehen, dass sich in Twistringen zahlreiche Versorger für das Zentralklinikum ansiedeln. „Dies sollte sachgerecht durch die Verwaltung und die Politik gesteuert werden.“

Die FWG beantragt darüber hinaus, Bebauungspläne für das gesamte Stadtgebiet zu erarbeiten, insbesondere für Twistringen, Marhorst, Heiligenloh. Ebenfalls fordert sie eine Gestaltungssatzung für die Innenstadt.

Bei den Straßen und Wegen sollte laut der FWG auf Raum für Fahrräder und Gehwege sowie auf Baum-Alleen zur Beschattung geachtet werden. Bei den Bebauungsplänen sei zu berücksichtigen, ein Viertel von ausgewiesenen Wohnbauflächen Mehrfamilienhäusern vorzubehalten, um den Flächenverbrauch zu reduzieren. „Des Weiteren sind die Erfordernisse des sozialen Wohnungsbaus unerlässlich einzuplanen.“

Nur mit Anmeldung zur Ratssitzung

Die Ratssitzung beginnt am Donnerstag, 17. Februar, um 19 Uhr im Hildegard-von-Bingen-Gymnasium. Die Zahl der Zuhörerinnen und Zuhörer wird auf zehn Personen beschränkt. Wer teilnehmen möchte, muss sich bis zum 16. Februar im Rathaus unter 04243 / 413 101 oder per E-Mail an g.rasche@twistringen.de anmelden. Es gilt die 2G-Regel. Entsprechenden Dokumente sind vorzulegen. Die Verwaltung bittet darum, eine FFP2-Maske zu tragen. Abstand und die gebotene Hygiene seien einzuhalten. 

Auch interessant

Kommentare