Vertragsverhandlungen mit dem DRK

Flüchtlings-Erstaufnahmestelle steht leer

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Hat sich überholt: Helferinnen in der Flüchtlings-Erstaufnahmestelle in Twistringen beziehen Betten.

Twistringen - Von Anke Seidel. Mit großem Engagement und viel Herzblut war sie im Herzen Twistringens geschaffen worden: die Flüchtings-Erstaufnahmeeinrichtung mit bis zu 200 Plätzen. Seit Wochen lebt in den ehemaligen Schulräumen an der Hohen Straße niemand mehr – es ist eine Ausnahmesituation der besonderen Art.

Denn die Verträge der rund 20 Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) laufen noch bis Ende Oktober. Landkreis und DRK verhandeln zurzeit über die Auflösung. Es ist ein kniffliges Unterfangen. Denn niemand weiß, wie sich die internationale politische Lage entwickeln wird – und ob die Flüchtlings-Erstaufnahmestelle in der Zukunft nicht wieder gebraucht wird. Fakt ist: Das Amtshilfe-Ersuchen des Landes Niedersachsen, in dessen Auftrag der Landkreis mit dem DRK an seiner Seite die Einrichtung aufgebaut hatte, ist seit Ende März Geschichte. „Wir haben die Unterkunft geschlossen“, bestätigte Kreisrat Markus Pragal auf Anfrage. „Betten und Matratzen sind aber noch vorhanden und werden dort gelagert.“ Landkreis und Stadt würden zurzeit darüber verhandeln, ob der „ein oder andere Raum“ wieder für Schulzwecke genutzt werden könne. Das müsse so gestaltet werden, dass die Einrichtung im Notfall kurzfristig wieder hochgefahren werden könne.

Welche Kosten die Herrichtung der Aufnahmestelle und die Betreuung der rund 380 Flüchtlinge umfassen, die dort von Oktober bis März untergebracht waren, kann Markus Pragal noch nicht sagen. Fest steht aber, dass der Landkreis sie dem Land im Zuge der Amtshilfe in Rechnung stellen wird.

Pragal bestätigte die Verhandlungen mit dem DRK über die Auflösung des Vertrages – mit dem Ziel einer einvernehmlichen Lösung: „Wir sind verlässliche Partner.“ Zuletzt waren in Twistringen noch elf minderjährige Flüchtlinge betreut worden. Sie sind jetzt in anderen Jugendhilfe-Einrichtungen untergebracht. „Überwiegend im Landkreis“, sagt Kreisrat Pragal.

Die DRK-Mitarbeiter der Flüchtlings-Unterkunft sind zurzeit also ohne Aufgabe. Was tun sie? „Sie räumen auf“, antwortet Ulrike Hirth-Schiller als DRK-Geschäftsführerin auf Anfrage. Sie erinnert ebenso an deren großes persönliches Engagement beim Aufbau und der Betreuung: „In diesen Monaten hat keiner nach Urlaub und dem Abbau von Überstunden gefragt“, sagt die DRK-Geschäftsführerin. Dafür sei jetzt Zeit. Bei der Betreuung der Flüchtlinge hätten sich die Mitarbeiter viele wertvolle Kompetenzen aneignen können, die man bei längerfristigem Betreiben der Einrichtung gut hätte nutzen können. „Niemand hat damit gerechnet, dass sich die Situation so entwickelt“, sagt die Geschäftsführerin. Sie ist zuversichtlich, mit dem Landkreis eine „vernünftige und gute Lösung“ erreichen zu können. Denn die Zusammenarbeit mit ihm sei bisher „verlässlich und solide“ gewesen.

Wichtig sei nun, „so auseinandergehen zu können, dass wir im Notfall wieder anfangen können“, sagt Ulrike Hirth-Schiller – und meint damit eine „Rückfallebene“.

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