Jubiläum für die Martin-Luther-Kirchengemeinde

Alles beginnt mit Bahnbau

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Der Arbeitskreis der Martin-Luther-Kirche Twistringen freut sich auf das Jubiläumsfest (v.l.): Anette Hoffmeier, Claudia Melcher, Elfriede Urban, Christina Ernst, Petra Thiemann und Lars Hoffmeier.

Twistringen - Von Theo Wilke. Eigentlich beginnt alles im Jahr 1873 mit dem Bau der Eisenbahn. Mehr und mehr Menschen zieht es nach Twistringen, was die Kaufleute freut. Unter den Neubürgern sind viele lutherisch-evangelischen Glaubens – in einer katholischen Hochburg! Sonntags machen sie sich auf den Kirchgang nach Heiligenloh oder Bassum, bis sie im Mai 1891 ihre eigene Kapelle bauen und die Martin-Luther-Kirchengemeinde gründen. Rund 300 Gläubige feiern dieses Ereignis. 125 Jahre später nun lädt die evangelische Gemeinde für den 7. August zu einem Gemeindefest ein.

„Wir feiern dieses Jubiläum schon jetzt mit Luftballons, eigentlich seit dem 16. Mai. Das ist das Gründungsdatum“, sagt Pastorin Christina Ernst. Der bis zu achtköpfige Jubiläumsarbeitskreis habe seit Herbst vergangen Jahres mehrmals getagt und bis zu den Sommerferien die meisten Vorbereitungen abgeschlossen. Das Festprogramm steht inzwischen fest für den großen Tag an der Bernhardstraße.

Am Sonntag, 7. August, wünscht sich die 32-jährige Pastorin viele Gäste, Kinder und Erwachsene. Zum Auftakt wird es um 11 Uhr einen Gottesdienst unter freiem Himmel neben dem Gemeindehaus und dem Boule-Platz geben, musikalisch begleitet unter anderem vom Twistringer Blasorchester.

Danach kann das Gemeindefest mit Spielen und Aktionen beginnen. Zu Mittag werden Erbsensuppe, Würstchen und Pommes angeboten. Bis zum Abend gegen 17.30 Uhr (Schlussandacht und Segen) ist ein buntes Treiben vorgesehen. Das Blasorchester sowie die Churchies und ein Shantychor werden stimmungsvolle Musik und Gesänge beisteuern.

Für jedes Alter werde etwas dabei sein, verspricht Pastorin Ernst. Die Palette reicht vom Kinderschminken und Basteln bis zum Menschenkicker und Erlebnisparcours. „Da werde ich auch mitmachen“, betont die Seelsorgerin.

Christina Ernst, seit ihrer Kindheit blind und seit dem Frühjahr dieses Jahres neue Pastorin der Twistringer Martin-Luther-Gemeinde, wird schon mal Blindenstöcke für den Erlebnisparcours bereitlegen. Dann sollen die Gäste mit verbundenen Augen verschiedene Aufgaben meistern.

Das bringt nicht nur Spaß, sondern vermittelt einen Eindruck davon, wie es ist, das Leben mit Handicap zu bewältigen. Jeder kann auch beim Griff in gefüllte Kartons seine Sinne schärfen.

Lars Hoffmeyer wird kostümiert zur Kirchenführung bitten und Spannendes aus der Historie berichten. Für die dringende Orgelsanierung werden Spenden gesammelt. Der Arbeitskreis organisiert zudem einen Flohmarkt unter anderem mit alten Büchern vom Pfarrhausboden. Darunter auch theologische Literatur von 1890.

Es gibt Kaffee und Kuchen. Die Besucher können sich am Grill- und Getränkewagen stärken. Boule wird natürlich gespielt. Mehrere Infostände werden aufgebaut.

Die Organisatoren hoffen auf weitere Helfer, die sich im Kirchenbüro unter Telefon 04243/ 3969 (Anrufbeantworter) melden. Anita Kammann ruft zu Kuchen- und Tortenspenden für den 7. August auf. Wer backen möchte, ruft Kammann unter Telefon 04243/ 1287 an.

Die Martin-Luther-Gemeinde hat heute rund 2 700 Mitglieder. Die Kirche an der Bahnhofstraße ist 1893/94 errichtet worden. Zwei Jahre später ist das Pfarrhaus gebaut worden. Der erste Pastor war 1896 Otto Enkelstroth. Ab 1994 durften Frauen Pastorin werden: Dorothea Haspelmath-Finatti (bis 2001), Petra Rauchfleisch (bis 2015) und nun Christina Ernst.

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