B-Plan und Erweiterung zugestimmt

Akazienhof Rüssen setzt auf sanften Tourismus

Zwei Hütten gehören zum Bestand. Foto: NWP Oldenburg
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Zwei Hütten gehören zum Bestand.

Rüssen/Twistringen - Von Theo Wilke. Am Rande des Hochwasserschutzgebietes Hunte liegt der „Akazienhof Rüssen“ – zunehmend eine Anlaufstelle für Reiter, Radler und Naturliebhaber. Babara und Klaus Möllers aus Vechta hatten im Frühjahr 2018 bei der Stadt Twistringen die Sicherung und Erweiterung des Reiterhofes sowie Aufstellung eines Bebauungsplans beantragt. Dabei wird auch an weitere Arbeitsplätze und die Stärkung des sanften Tourismus gedacht.

Inzwischen ist das Projekt so weit gereift und beschlossen, dass die Pläne bald öffentlich ausgelegt werden. Gleichzeitig wird der Flächennutzungsplan der Stadt geändert und dadurch der Akazienhof mit seinen touristischen Nutzungen abgesichert. 

Der Hof wird inzwischen nicht mehr landwirtschaftlich genutzt. Künftig liegen Tourismus und Reiterhof in einem Sondergebiet. „Das angestrebte Ziel ist es, eine landschaftstypische Hofsituation zu schaffen, welche den Reitsport mit sanften Tourismus, Unterbringungsmöglichkeiten sowie Seminar- und Kurzerholungsangeboten verbindet“, so die Antragsteller Möllers.

Akazienhof Rüssen wird der neue Bebauungsplan heißen. Im Sondergebiet werden Tourismus, Reiterhof und mögliche Erweiterungen planerisch abgesichert.

Das Plangebiet umfasst knapp 3,5 Hektar. Aufgrund der Lage im Außenbereich und der Entfernung zu den nächstgelegenen Hofstellen rechnet Andreas Taudien vom beauftragten Oldenburger Büro NWP nicht mit wesentlichen Emissionen und Beeinträchtigungen. 

Der Akazienhof – südwestlich der Ortschaft Rüssen – wird über einen Abzweig von der Gemeindeverbindungsstraße Rüssen-Aldorf aus erschlossen. Die Hofanlage besteht aus Reithalle, Stallgebäude, Schuppen, Waldhütte, Reitplatz, Haupt- und Nebengebäude, ehemaliges Backhaus. Der südliche Teil wird überwiegend als Weideland genutzt.

Nach der frühzeitigen öffentlichen Beteiligung ging es jetzt in den städtischen Gremien unter anderem noch um die Frage, ob vor dem Errichten der beiden Hütten auf dem Gelände überhaupt ein Waldklima vorhanden war. Das heißt, ob ein Wald umgewandelt werden müsste. Dies ist von fachlicher Seite geklärt worden: kein Waldklima, weil der nötige Unterbewuchs fehlt.

Im Rahmen der Twistringer Bauleitplanung, so Andreas Taudien diese Woche im Ausschuss für Stadtentwicklung und Wirtschaft, sei jedoch über zwei eingeplante breite Pflanzstreifen (frei wachsende Hecken und Gehölze) eine Maßnahme zur Waldrandentwicklung vorgesehen. Sie diene auch dem Schutz vor Windeinflüssen. Für die Stadt ist dies zudem als Ausgleich für Eingriffe im Bereich der beiden Hütten gedacht.

Nach der Zustimmung des Natenstedter Ortsrates hat der Twistringer Ratsfachausschuss ebenfalls grünes Licht gegeben für die Erweiterungspläne des Akazienhofes und schafft den Antragstellern laut Planer Taudien den nötigen „Spielraum“. Auch vor dem Hintergrund der nahtouristisch hochwertigen Lage an der Hunte – beispielsweise mit der Reithalle, die verlängert werden soll.

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