ADFC Twistringen kritisiert Schotter und marode Radwege

Holprige Angelegenheiten

Vorsicht, Radwegschäden: Dieses Schild steht an der Steller Dorfstraße.
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Vorsicht, Radwegschäden: Dieses Schild steht an der Steller Dorfstraße.

Der ADFC Twistringen ist unzufrieden mit dem Zustand einiger Radwege in der Delmestadt. Vorsitzender Rudolf Göbber erklärt, warum.

Twistringen – Schotterpisten, Risse, Löcher, zu wenig Platz: Einige Twistringer Radwege sind laut der örtlichen ADFC-Gruppe in einem miserablen Zustand. „Vieles ist nicht so, wie es sein sollte“, kritisiert Vorsitzender Rudolf Göbber.

Er kennt sich auf den Strecken in Twistringen und Umgebung aus, pro Jahr radelt er 12 000 bis 14 000 Kilometer. Eine Radtour durch die Natur kann jedoch schnell zur holprigen Angelegenheit werden, wenn der Weg mit Schotter übersät ist. In Twistringen ist das derzeit an mehreren Stellen der Fall.

Schotter

Die Stadt hat zum Beispiel auf einer Strecke in der Nähe der Windräder in Borwede Schotter verteilt. Zwischen Heiligenloh und Bissenhausen (An der Henckemühle / Lerchenhausen) stellen die zum Teil recht groben Steine ebenfalls eine Sturzgefahr dar. „Die kantigen Steine merkt man schon beim Gehen unter der Fußsohle. Wie soll man da Rad fahren?“, fragt Göbber. In seinen Augen ist die Schotterlösung „nichts Halbes und nichts Ganzes.“

Laut Bauamtsleiter Carsten Werft handelt es sich bei den beschriebenen Wegen um landwirtschaftliche Schotterwege, bei denen größere Löcher im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht ausgebessert wurden. „Hierzu wurden die Wege mit einem Gräder bearbeitet, die Löcher mit vorhandenem Schotter aus dem Seitenraum verfüllt und die Wege geschoben“, erklärt er. Bei den Wegen werde grundsätzlich die kleinstmögliche Schötterkörnung verwendet. Ist der Schotter durch den landwirtschaftlichen Verkehr erst einmal in den Boden eingefahren, würden die Strecken auch für Radfahrer wieder besser befahrbar sein.

Momentan meidet Göbber diese Wege möglichst. Was ihm ebenfalls sauer aufstößt: Schotter auf Autostraßen, der durch den Verkehr insbesondere in Kurven auf die Radwege geschleudert wird.

Übrigens: Seine Touren nutzt der Vorsitzende auch, um nach Wiesenweihen Ausschau zu halten und die streng geschützte Greifvogelart dem Kreisnaturschutzbeauftragten Martin Lütjen zu melden.

Schäden

Eine weitere Gefahrenstelle, die der ADFC anprangert, ist der Radweg an der Steller Dorfstraße. Die Probleme dort sind altbekannt und kaum zu übersehen: Risse durchziehen den brüchigen Asphalt, und an manchen Stellen brechen die Ränder der Fahrbahn komplett weg. Zusätzliche Hürden seien die erhöhten Gullydeckel, schildert Göbber. „Es werden lieber neue Radwege gebaut, und die alten vergammeln. Da wird dann ein bisschen Teer drübergeschmiert“, bemängelt er.

Dabei sind manche neuen Radwege in seinen Augen überflüssig. Als Beispiel nennt er einen 2018 eingeweihten Radweg an der Kreisstraße in Schmalförden. Ein Teilstück davon sei gerade mal 50 Meter lang – und dafür müssten Radfahrer dann zwei Mal die Straßenseite wechseln.

Schmale Radwege

Beim Neubau von Radwegen gilt seit 2013 laut der Richtlinien für die Anlage von Landstraßen (RAL) außerhalb geschlossener Ortschaften eine Regelbreite von 2,50 Metern. Bei den alten Radwegen in Twistringen kann man von so viel Platz zum Teil nur träumen. Der an der Kreisstraße in Borwede ist zum Beispiel so eng, dass man sich keine größeren Schlenker erlauben sollte, schon gar nicht mit einem Kinderanhänger oder einem Erwachsenen-Dreirad. Gras und Unkraut verengen die Wege streckenweise zusätzlich.

Schmale Wege sind dem ADFC-Vorsitzenden zufolge auch innerorts ein Problem. „Der Fahrradweg an der B 51 zum Beispiel ist unter aller Sau“, sagt er. „Irgendwann soll die ganze Straße zwar saniert werden – nur wann?“

Bahnhof

Ebenfalls erhebliches Verbesserungspotenzial gibt es laut ADFC am Bahnhof. Der Twistringer Ortsverband bemängelt: Dort gebe es keinen vernünftigen Radweg, und die Fugen zwischen den Steinen seien so breit, dass man mit schmalen Reifen schlechte Karten habe.

Verhalten

Manchmal kommt es nicht nur auf die Wege an, sondern auch auf das Verhalten der Fahrer. An der B 51, Fahrtrichtung Bassum, würden in Höhe der Post viele Radfahrer auf der linken Seite fahren, hat Göbber beobachtet. Das ärgert ihn. Ebenso wie Autofahrer, die Radwege zuparken – „das ist auch so ein Übel in Twistringen.“

Sturzgefahr an der Steller Dorfstraße.
ADFC-Vorsitzender Rudolf Göbber mit groben Steinen, die auf einem geschotterten Weg bei Heiligenloh lagen.
Holprige Strecke in Borwede.
Schmal: Ein Radweg in Borwede.
Breite Fugen an Twistringens Bahnhof.
Wenn man drüber fährt, kann es ganz schön rumpeln: Die Gullydeckel auf dem Radweg an der Steller Dorfstraße.

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