ADFC-Aktive bringen Twistringer Radwegenetz auf Vordermann / Mehr als 260 Streckenkilometer im Stadtgebiet

Neue Aufkleber bringen Ausflügler ans Ziel

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Schilder reparieren, reinigen und Zusatzhinweise aufkleben: Rudolf Göbber (r.) und Hans Steverding vom ADFC Twistringen in Ellerchenhausen.

Twistringen - Von Theo Wilke. An der alten Trafostation in Ellerchenhausen, am Fledermausturm, brennt die Morgensonne vom Himmel. Gegenüber steht Rudolf Göbber auf der Leiter, sprüht Radweg-Hinweisschilder ein und wischt sie mit einem Lappen sauber, wie er es in den vergangenen Tagen im Twistringer Stadtgebiet schon oft getan hat. Hans Steverding hilft dabei, hat die Wegenetzkarte und neue Zusatzaufkleber in Händen.

Gut drei Wochen lang sind die beiden Twistringer ADFC-Aktiven unterwegs, um die Ausschilderung zu optimieren – an den Radwegstrecken auf einer Gesamtlänge von mehr als 260 Kilometern. Manchmal brauchen sie nur Wasser und Lappen, um Grünspan zu entfernen. Hin und wieder müssen sie auch die Astschere einsetzen, um Schilder freizuschneiden. Schäden werden beseitigt. „Wenn wir abgebrochene Schilder finden, müssen wir sie mitnehmen und zunächst neue Löcher bohren“, erklärt Rudolf Göbber den Mehraufwand. Die Ehrenamtlichen haben die jüngste Aktion bereits im vergangenen Jahr mit der Stadtverwaltung abgesprochen.

Der 64-jährige Göbber, auch Radwege-Pate auf Kreisebene: „Ich bin öfter darauf angesprochen worden, dass die Radwegeschilder der Stadt eine gute Sache sind – aber ohne Karte oder nur anhand von Ziffern wusste man oft nicht, wo die Wege hinführen.“

Also hat Göbber 2013 Bürgermeister Karl Meyer im Rathaus aufgesucht und gefragt, ob man an markanten Punkten die Schilder zusätzlich beschriften könnte. Zum Beispiel in Richtung „Strohmuseum“ in Twistringen, nach Schmolte (für eine Kaffeepause) oder auch nach Rüssen (zum Bauerngartencafé). Der Bürgermeister fand das gut. Also setzte sich Göbber mit der Ersten Stadträtin Birgit Klingbeil zusammen und bereitete die Aktion vor.

Dass Göbber und Steverding in wenigen Wochen Hunderte von Schildern abfahren und mit extra gedruckten Aufklebern versehen können, verdanken sie vor allem der Vorarbeit von Manfred Bruns vom Twistringer Heimat- und Bürgerverein. Der fertigte eine umfangreiche Liste über die benötigten Aufkleber und die Standorte an.

Bereits 1997 hatten Hedwig Harms, Karl Wüstefeld, Manfred Bruns und Dr. Olaf Höper vom Heimatverein mit großen Engegement die Idee vom Radwegenetz verwirklicht. Vor vier Jahren übernahm der ADFC-Ortsverein die Betreuung und Pflege des Wegenetzes von der Stadt. Göbber, Steverding, Wüstefeld und Günter Gevers kümmerten sich fortan darum.

„An einigen Punkten stehen auch Schilder für die Fernradwege, die werden von uns gleich mit gereinigt“, erzählt der 71-jährige Steverding in der Ellerchenhauser Schutzhütte am Trafoturm – seit gut zwei Jahren neue Heimat für bedrohte Fledermäuse. Von dort aus sind es mit dem Fahrrad gerade mal 2,3 Kilometer bis zur Kirche in Altenmarhorst.

Steverding ist seit 2009 aktiv im ADFC Twistringen, der zurzeit 28 Mitglieder hat. Steverding beteiligt sich wie Göbber an den regelmäßigen Touren im Fahrradclub. „Genau vor einem Jahr habe ich mir ein neues Fahrrad gekauft. Damit bin ich bis jetzt schon 10300 Kilometer gefahren“, erzählt der 64-jährige Göbber stolz.

Fast 30 Sehenswürdigkeiten und immerhin 13 Ausflugsorte mit überlieferten Sagen bietet Twistringen nicht nur Radfahrern im Stadtgebiet. Wer mehr wissen möchte, wendet sich an Heike Harms im Rathaus.

www.twistringen.de

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