Stadt Twistringen legt Ausgleichsfläche nach Ausbau bei Gemüse Meyer an

Aus Acker wird Biotop mit Kleingewässer für Amphibien

Die neue mehrere Hektar große Ausgleichsfläche am Rande des Twistringer Stadtgebiets in der Ortschaft Stelle: Auf einem bisherigen Acker werden mehrere Teiche angelegt. - Foto: Wilke

Twistringen - Von Theo Wilke. „Bald werden sich hier schon die ersten Amphibien ansiedeln.“ Davon ist Ulrike Ehlers aus dem Fachbereich Bau und Ordnung im Twistringer Rathaus fest überzeugt. Die Stadt legt zurzeit eine rund drei Hektar große Ausgleichsfläche im Bereich der Ortschaft Stelle an der Grenze zu Wedehorn an. Dort, wo zuletzt geackert wurde, soll sich zukünftig ein von Menschenhand (fast) unberührtes Biotop entwickeln können.

Nach längerer Auszeit habe die Stadt wieder begonnen, weitere Ausgleichsflächen vorzusehen, etwa im Zuge von Gewerbeerweiterungen. In diesem Fall gehe es um eine Ersatzfläche für die bauliche Erweiterung des Unternehmens Gemüse Meyer in Binghausen, erklärt Ehlers, Diplom-Ingenieurin für Landschaftsentwicklung, vor Ort.

Vier kleinere Flächen für Teiche hat inzwischen das Twistringer Unternehmen Beuke ausgehoben und die übrige Fläche freigeschoben. Das Areal liegt zwischen zwei kleinen Waldstücken, mitten durch die Fläche zieht sich der Haftgraben, der Richtung Ringmar die B 51 kreuzt. Das geplante Biotop liegt, fern ab jeder Wohnbebauung, an der Stadtgrenze zu Bassum-Wedehorn.

„Die jeweils rund 300 Quadratmeter großen Teiche werden etwa einen Meter tief sein“, so Ehlers weiter. Sie würden im Winter unter Wasser stehen, was wichtig für die Amphibienwelt sei. Im Sommer könnten die Gewässer auch ruhig mal trockenfallen.

Die Ausgleichsfläche wird der Natur überlassen und soll sich in Laufe der Zeit selbst begrünen. Hin und wieder, so ist geplant, wird der Bereich gemäht, damit er offen bleibt und nicht gleich zuwächst.

In diesem Jahr hat Ulrike Ehlers noch weitere Ausgleichsmaßnahmen für die Stadt auf dem Zettel, beispielsweise die Anlegung einer Obstwiese. Und im kommenden Jahr plane man die Anlegung zusätzlicher Ersatzflächen, kündigt die Landschaftsentwicklerin an.

Übrigens, im Bundesnaturschutzgesetz heißt es unter anderem: „Eingriffe in Natur und Landschaft im Sinne dieses Gesetzes sind Veränderungen der Gestalt oder Nutzung von Grundflächen oder Veränderungen des mit der belebten Bodenschicht in Verbindung stehenden Grundwasserspiegels, die die Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts oder das Landschaftsbild erheblich beeinträchtigen können.“ Auf dieser Basis handelt die Stadt Twistringen.

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