Aber nicht für einige Marhorster

Schnelleres Internet durch „Vectoring“

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Breitbandausbau.

Marhorst - Von Theo Wilke. Die Freude am schnelleren Internet ist Peter Niemann aus Altenmarhorst schon nach wenigen Wochen vergangen, seit er zur EWE-Tel gewechselt ist. Der Grund: Das Breitbandnetz wird mit der bundesweit forcierten Zusatztechnologie „Vectoring“ (wir berichteten) ausgebaut, aber die schlechte Nachricht für den Marhorster und eine Handvoll weiterer Nutzer in seinem Umfeld: Deren Leitungen werden langsamer werden. Das ärgert Niemann, auch dass er sich nicht ausreichend aufgeklärt und schließlich unter Druck gesetzt fühlt, der Umstellung auf einen neuen Tarif zuzustimmen.

Peter Niemann

ist verärgert

Gerd Lottmann, Sprecher der Energieversorgung Weser-Ems (EWE), zeigt Verständnis, aber „wir setzen uns mit jedem Ausnahmefall auseinander, und davon gibt es nur ganz wenige“ – aber ganz ganz viele Kunden würden bald ein schnelleres Internet bekommen. Den Benachteiligten gebe man ein ihrer Bandbreite „angepasstes Produkt“.

Peter Niemanns Leitung werde am Ende immer noch deutlich schneller sein als vor dem Anbieterwechsel, heißt es aus der Oldenburger Unternehmenszentrale. Und die Kritik, die EWE drossele seine Internetgeschwindigkeit, lässt Gerd Lottmann nicht gelten: „Kein Kunde wird von uns gedrosselt. Das hat der alte Anbieter getan.“

Niemann beklagt, ihm sei der Grund für die Umstellung zunächst nicht erklärt worden, bis Anfang Juni ein Schreiben in seinem Briefkasten gelandet sei. Überschrift: „Umstellung Ihres DSL-Anschlusses“.

Laut Schreiben verfolgt der Versorger aus Oldenburg das Ziel, „für unsere Kunden die technisch beste Lösung zu finden und auch hohe Bandbreiten zu realisieren.“ Deshalb setze man die aktuelle Zusatztechnologie „Vectoring“ ein. Sie stelle allerdings hohe Anforderungen an die Leitungsqualität – in Einzelfällen sei das nicht möglich, und da komme es zu Bandbreitenreduzierungen. Die EWE schreibt Niemann weiter: „Leider müssen wir auch bei Ihnen die Bandbreite im Up- und Downstream anpassen.“

Am 22. Juni soll umgestellt werden. Dann würde Niemann im Downstream – dem Datenstrom beim Seitenaufruf – schätzungsweise zwischen 5000 und 9000 Kilobits/Sekunde liegen – laut Experten etwa um das Zehnfache höher als bei einem normalen DSL-Anschluss, und im Upstream – Daten vom PC zum Netzwerk – bis zu 1024 Kbit/s. Schließlich: „Mit größter Sorgfalt haben wir alle nur denkbaren technischen Alternativen geprüft“, aber ohne Erfolg, bedauert der der Energieversorger.

Lottmann fügt noch hinzu: Die EWE müsse Vectoring einsetzen, man stehe schließlich im Wettbewerb. Ab 2016 sollen rund 1800 Haushalte In Twistringen vom schnelleren Internet profitieren können.

Zum Hintergrund:

Die Vectoring-Technologie filtert bisherige Störimpulse heraus und macht das Internet schneller. Die EWE plant im Twistringer Stadtgebiet 13 Verteilerkasten, sogenannte Kabelverzweiger mit eigener Technik. Sie sind die dem Kunden am nächsten gelegenen Knotenpunkte im Telekommunikationsnetz. Dort werden die Teilnehmeranschlussleitungen zusammengeführt und mit dem übergeordneten Netz verbunden. EWE-Tel führt sein Glasfaserkabel in den Verzweiger und ermöglicht Bandbreiten bis zu 100 Megabits pro Sekunde. Was allerdings beim Verbraucher ankommt, hängt von der kupfernen Hausleitung ab und der Entfernung zum Knotenpunkt.

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