Arbeitseinsatz in Abbenhausen

200 Kubikmeter Erde für Bikerpark: Down-Hill-Strecke nimmt Gestalt an

Die Vereinsbahn ist öffentlich.
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Die Vereinsbahn ist öffentlich.

In Abbenhausen in Twistringen entsteht Deutschlands erste künstliche Down-Hill-Strecke. Federführend verantwortlich ist der Verein Freerider Friedeholz. Der wiederum freut sich, dass zahlreiche Sponsoren mitziehen.

Twistringen – Ein erhöhtes Aufkommen an Lastwagen verzeichnete die Ortschaft Binghausen am Samstagmorgen. Ab sieben Uhr lieferten voll beladene Lastwagen der Firma M+S Transporte rund 200 Kubikmeter Erde am Bike-Park am Heidestadion ab. Anlass war der Bau der ersten künstlichen Down-Hill-Strecke in Deutschland.

„Nach 30 Jahren Erfahrungen im Radsport kann ich nur sagen, dass Twistringen anders ist“, sagt Peter Rätzlaff, Vorsitzender der Freerider Friedholz. „Was hier für die Jugend getan wird, ist unglaublich.“ Der Bike-Park sei nur möglich gewesen, weil die Twistringer nicht nur mit Arbeitskraft geholfen hätten, sondern auch mit zahlreichen Spenden. Wie die Firma Lüers, die von Beginn an über zehn Züge mit Erde angeliefert habe. Oder Franz Funke aus Scharrendorf, der völlig uneigennützig 140 Meter Graben für die Drainage ausgehoben habe. „Sonst wären wir hier ständig abgesoffen“, sagt Heinz Timmermann, seinerzeit Ideengeber des Parks und bis heute stark engagiert. Auch der Abbenhauser Karl-Heinz Knabe sei für die Biker unverzichtbar. „Kalle ist nicht nur sehr aktiv im Hintergrund tätig, er hilft auch, wo er kann“, lobt Timmermann. Er nahm seinerzeit Kontakt zu den Freeriders Friedeholz auf, die gerade eine neue Heimat suchten. Zwar bauten sie damals bereits einen Bike-Park, doch durch viel Gegenwind aus der Bevölkerung wurde ihnen die Nutzung wieder von der Stadt entzogen. Und obwohl die Stadt Syke vor Kurzem doch noch ein Grundstück zur Verfügung gestellt hat, „bleibt Twistringen unsere sportliche Heimat“, verspricht Rätzlaff. In Syke soll zwar eine Downhill-Strecke für die Profis entstehen, aber das Heidestadion werde weiter ausgebaut.

Am Samstag stand einer der intensivsten Arbeitseinsätze an. Die Erde wurde vom THW Bassum auf die zwei von der Firma M+S Transporte kostenlos zur Verfügung gestellten Lastwagen geladen, nach Binghausen gefahren, wo bereits Carsten Schütte von der Firma Heiner Thöle aus Beckeln mit einem Teleskoplader und Bagger wartete. Er sollte den künstlichen Hügel modellieren. Natürlich unter fachkundiger Anleitung von Rätzlaff und Timmermann.

Gleichzeitig entstand unter Mithilfe der jugendlichen Biker der Anfahrtsturm, der so konstruiert wird, dass er am Ende für eine Abfahrtsgeschwindigkeit von 40 km/h sorgt. Damit bietet man den Bikern in Kürze bessere Trainingsmöglichkeiten, um mit den Sportlern aus den bergigen Regionen mithalten zu können. „Während es in Bayern 76 Race-Teams gibt, verzeichnet Norddeutschland keines“, klärt Rätzlaff auf. Twistringen hat nun die Chance, ein Race-Team zu gründen. Es braucht jedoch ein paar Sponsoren, die die jungen Biker mit Trikots, Schutzkleidung und Fahrgeld unterstützen. „Das wäre was, wenn wir uns deutschlandweit präsentieren.“

Gleichzeitig machen der Vorsitzende und Timmermann darauf aufmerksam, dass der Bike-Park für die Öffentlichkeit zugängig ist und auch gerne befahren werden darf.

Eine Lkw-Ladung nach der nächsten kommt an.

„Für die vielen Besucher wünschen wir uns noch Sitzgelegenheiten in Form von Bänken“, so die Bitte in Richtung Politik, Rathaus und auch Wirtschaft.

Für diejenigen Biker, die gerne im Bike-Park fahren möchten, weist Timmermann darauf hin, dass dies keine Vereinsbahn ist. „Sie kann von allen, die sich an die ausgehängten Regeln halten, genutzt werden.“ Anfänger sollten jedoch vorab Kontakt zu den Freerider Friedeholz aufnehmen, um eine fachgerechte Einweisung zu bekommen.

Timmermann und Rätzlaff danken allen Sponsoren und Helfern für die geleistete Arbeit und hoffen, die Down-Hill-Strecke in Kürze in Betrieb zu nehmen. „Doch dafür benötigen wir weitere 500 Kubikmeter an Erde, mindestens“, so ihre Schätzung. Wer also noch Erdreich über hat, kann sich gerne melden.

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