Unterschiedliche Ansichten zum sozialen Wohnungsbau

18 neue Bauplätze in Scharrendorf

Noch liegt Stroh auf der Fläche, auf der ein neues Baugebiet entstehen soll.
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Noch liegt Stroh auf der Fläche, auf der ein neues Baugebiet entstehen soll.

Vor einiger Zeit hat sich die Volksbank eine Fläche in Scharrendorf südlich des Alten Kirchwegs gesichert. Nun will sie dort 18 neue Bauplätze entwickeln, direkt anschließend an das bestehende Baugebiet „Im Bruchacker“.

Twistringen - Der Twistringer Fachausschuss für Stadtentwicklung und Wirtschaft hat nichts dagegen, die Planungen für das neue Baugebiet weiter voranzutreiben. Jedoch gibt es unterschiedliche Ansichten, was den sozialen Wohnungsbau betrifft.

Sylvia Hoste-Hagen von den Grünen wünscht sich, 15 Prozent der Fläche des neuen Baugebietes für den sozialen Wohnungsbau festzuschreiben. Sie findet: Bei der Planung neuer Baugebiete sollte die Politik immer auch an Menschen „mit kleinem Portemonnaie“ denken.

In Scharrendorf könnte man zum Beispiel zwei der 18 geplanten Baugrundstücke zusammenfassen für ein Gebäude mit Mietwohnungen. So etwas müsste im städtebaulichen Vertrag mit dem Investor geregelt werden.

Noch stehen die Planungen relativ weit am Anfang, und das Thema wird die Politik noch in mehreren Sitzungen begleiten. Holste-Hagen sprach den sozialen Wohnungsbau aber lieber direkt an: „Ich möchte nur nicht, dass eine Tür zugeht.“

Laut Manfred Rickers (CDU) wäre ein Grundsatzkonzept sinnvoll. Darin könnte unter anderem stehen, ob sozialer Wohnungsbau nur in der Stadt oder auch in den Ortschaften verfolgt werden soll.

Dieter Kalberlah von der SPD hielt von Holste-Hagens Vorschlag nicht allzu viel: „Ich bin der Meinung: Dass bei so einem kleinen Baugebiet, das ja bestimmt mit Einfamilienhäusern bestückt wird, mit kleinen Parzellen, sozialer Wohnungsbau angesprochen wird, ist vollkommen überflüssig.“

Markus Thiede (FDP) warf die Frage ein, ob die anderen Grundstücke teurer werden würden, wenn ein Teil des Gebietes für den sozialen Wohnungsbau verwendet werde. Da könne er nur spekulieren, antwortete der erste Stadtrat Harm-Dirk Hüppe – ein Investor könne die Einbußen aber durchaus auf andere umlegen.

Laut Horst Küpker von der Freien Wählergemeinschaft ist es eine grundsätzliche Frage, ob Twistringen die Bauentwicklung nicht stärker in die eigene Hand nehmen sollte. Er verwies auf die Stadtentwicklungsgesellschaft in Bassum. „So etwas wäre auch für uns überlegenswert – sicherlich in Zusammenarbeit mit den Banken.“

Der Ausschuss stimmte dafür, die Aufstellung des Bebauungsplans im beschleunigten Verfahren anzugehen. Dies ermöglicht das Ende Juni in Kraft getretene, befristete Baulandmobilisierungsgesetz.

Das geplante Baugebiet ist insgesamt 14 367 Quadratmeter groß. Nach dem vorläufigen Konzept soll die Erschließung über eine neue Straße mit Wendehammer vom Alten Kirchweg aus erfolgen.

Von Katharina Schmidt

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