Trauer, Tod – und trotzdem Trost

Aus tiefster Seele präsentierte Love New Kirk Gospels und Songs von Steve Wonder.

Bassum - (sdl) · Sprühende Lebensfreude, Hoffnung auf Zukunft – und der unausweichliche Tod: Gegensätze, die kaum zu vereinbaren sind, ließen rund 100 Besucher in der Bassumer Stiftskirche einen Gänsehaut-Abend erleben.

Einfühlsam und eindringlich stellte der Schauspieler Lutz Herkenrath ihnen am Welt-Aids-Tag die „Memory Books“ aus Uganda vor. Vermächtnis todgeweihter Mütter an ihre Kinder und Beweis dafür, dass liebevolle Erinnerungen eine Kraftquelle sein können, wenn Kinder als Waisen aufwachsen müssen.

Dennis, der Junge mit den tieftraurigen Augen, und seine kleine Schwester Chrissi zum Beispiel. Kinder, deren Schicksal Bände spricht und die Christa Graf in ihrem preisgekrönten Dokumentarfilm „Damit Du mich nie vergisst“ respektvoll porträtiert hat. Ein Elfjähriger und eine Sechsjährige, die Lutz Herkenrath in Filmsequenzen und Texten aus dem gleichnamigen Buch zum Film vorstellte – ein behutsamer Blick in Kinderseelen. Vor allem dann, wenn Chrissi und Dennis in dem Buch blättern, das ihre Mutter ihnen hinterlassen hat: Mit liebevollen Erinnerungen an ihre Baby-Zeit und an schöne gemeinsame Erlebnisse; mit Erzählungen über die Herkunft ihrer Eltern und Großeltern. Geschrieben von ihrer Mutter, als sie ihren Tod akzeptieren musste. Das Zähneputzen, das löchrige T-Shirt: Diese Alltagsbilder der Kinder ließen das Publikum den quälenden Verlust der Mutter förmlich fühlen. Eine Traurigkeit, die Soulsängerin Love New Kerk mit seelenvollen Gospels und Songs von Stevie Wonder aufzulösen versuchte – begleitet von Dawn Thompson sowie Lorenz Boesche am Klavier.

Es war der Wechsel zwischen Musik, Text und Filmszenen, der Herkenraths Botschaft eindringlich transportierte: Die Erkenntnis, dass die Erinnerungsbücher, die „Memory-Books“, Kindern Wurzeln geben und den lähmenden Schock des Verlustes zumindest mildern. Die Erfahrung, mit welcher Klarheit und Würde Aids-infizierte Frauen ihr Schicksal annehmen. Und die Notwendigkeit der Aufklärung in Uganda: Ein Land mit 33 Millionen Einwohnern, von denen zwei Millionen Aids krank sind. „Die Seuche hat in Afrika mehr Tote gefordert als alle Kriege zusammen“, erklärte Herkenrath. Er zeigte sich tief beeindruckt vom Engagement des Unternehmers Hartmut Frensel, Initiator des Uganda-Abends und Motor des Youth-Trucks: Ein Bus, der in Uganda von Ort zu Ort fährt und dessen Besatzung die Menschen über Aids-Prävention aufklärt. Dass mehr Busse finanziert werden können, dafür soll das Kunst- und Printprojekt „Die Walze“ im Schulterschluss mit Unternehmen sorgen. Der Abend endete voller Hoffnung – mit dem Gospel-Finale „This little light of mine“, bei dem Love New Kirk das gesamt Publikum mitsingen und -klatschen ließ.

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