Gestern kein Beschluss zum Feuerwehrneubau / Bürgerentscheid am 14. März

Rat vom toten Pferd abgestiegen

Syke - SYKE (mwa) · Es kam, wie es sich tags zuvor bereits angekündigt hatte: Der Rat der Stadt Syke fasste gestern Abend keinen Beschluss in Sachen Neubau der Feuerwehr. Stattdessen kommt es jetzt am Sonntag, 14. März, zum Bürgerentscheid.

Das Ringen um einen kompromissfähigen Standort am ZOB sei gescheitert, erklärten die Sprecher aller Fraktionen unisono vor dem Rat. Am plakativsten brachte das Markus Stier (CDU) auf den Punkt: „Wenn du merkst, dass du ein totes Pferd reitest – steig ab!“

Zuvor hatte Stiers SPD-Pendant Günter Brockhoff erklärt: „Die Politik ist gescheitert. Was bleibt, ist der Bürgerentscheid.“ Um dem nicht mehr im Weg zu stehen, zog Brockhoff namens der SPD den Antrag vom 17. Oktober zurück, in dem die SPD die Aufhebung des Beschlusses zum Verkauf des alten Feuerwehrgeländes gefordert hatte. Dieser Schritt sei zum einen ein „verlässliches Signal an den Investor“, dass der Rat einer Erweiterung des Hachepark-Centers nichts entgegen setzen werde. Zum anderen sei das Geld aus dem Verkauf des Grundstücks „unverzichtbar“. Und Brockhoff betonte ebenfalls: „Damit ist ein Wiederaufbau am alten Standort ausgeschlossen.“

Dafür fing er sich von den Grünen Schelte ein: Stefanie Henneke erklärte einmal mehr, sie halte die Erweiterung des Hachepark-Centers für falsch. Nicht zuletzt, weil der Wiederaufbau der Feuerwehr am alten Standort die „am wenigsten konfliktträchtige“ Lösung gewesen wäre.

Der Ausgang des Ganzen war denn am Ende wenig überraschend: Wie zuvor vereinbart, beantragte Markus Stier im Namen aller Fraktionen, keine Entscheidung über einen Feuerwehrstandort zu treffen. Dieser Antrag wurde einstimmig bei drei Enthaltungen angenommen. Den Termin für den nun unausweichlichen Bürgerentscheid legte der Verwaltungsausschuss noch gestern Abend unmittelbar im Anschluss an die Ratssitzung fest.

Die Syker Feuerwehr, die bei der Ratssitzung nahezu vollzählig in den Zuschauerreihen saß, nahm den Ausgang keineswegs freudig zu Kenntnis. Andererseits verzichteten die Mitglieder aber auf die augenscheinlich vorbereitete Geste, dem Rat bei Nichtzustandekommen einer Lösung symbolträchtig die Ausrüstung vor die Füße zu werfen.

Stadtbrandmeister Stefan Schütte machte aus seinem Herzen keine Mördergrube: „Ich bin schon sehr enttäuscht, wie die meisten anderen hier auch. Wir hatten bis zum Schluss gehofft, dass es einen Beschluss für einen Standort geben  würde.“

Auch Ortsbrandmeister Uwe Meyer ist „nicht zufrieden“. Seine Prognose: „Jetzt werden viele von uns ihren Hut nehmen.“ Einer davon ist sein Vize Lutz Budelmann: „Ich werde meinen Posten zur Verfügung stellen.“ Warum? Die Feuerwehr wollte doch den Bürgerentscheid. „Ja, aber dieses Thema hat mich jetzt ein Jahr meines Lebens gekostet. Ich kann einfach nicht mehr.“

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