Mangelhafter Tierschutz in Spanien: Hündin „Winnie“ lebt nun beim Diepholzer Ehepaar Pogoda

Aus der Tötungsstation gerettet

Marion und Alois Pogoda aus Diepholz mit ihrer Hündin „Winnie“, die in Spanien in einer Tötungsstation gelandet war – wie viele ihrer Artgenossen.

Diepholz - (ej) · „Winnie“ drohte die Giftspritze mitten ins Herz oder die Vergasung. Brutale Methoden, mit denen in Spanien abgegebene oder aufgegriffene Hunde nach nur zehn Tagen in Auffang stationen getötet werden. Doch „Winnie“ hatte Glück. Über Sabine Bijnen aus Wilhelmshaven kam die kleine Spitz-Chiwawa-Mischlingshündin nach Diepholz.

Die etwa zwei Jahre alte weiße Hundedame lebt heute bei Alois und Marion Pogoda im Wohngebiet Dustmühle. 15 Jahre hatte das Ehepaar „Caro“ gehabt. Dann starb der Münsterländer-Rüde.

Bei der Suche nach einem neuen vierbeinigen Familienmitglied erfuhr Alois Pogoda in einer Fernsehsendung des NDR von Sabine Bijnen und ihrer Organisation, die sich gemeinsam mit Tierschützern vor Ort um die Rettung von Hunden in Spanien kümmert.

„Ich bin entsetzt darüber, wie man in südlichen Ländern mit den Tieren umgeht“, ist die Motivation der Wilhelmshavenerin Sabine Bijnen.

Alois Pogoda wandte sich an die Tierschützerin. Sie vermitteltete die kleine „Winnie“, deren spanische Besitzerin, eine alte Dame, gestorben war. Der Hund war in der Tötungsstation von Jerez in Andalusien gelandet.

Mit Hilfe von einer spanischen Tierschützerin und von Touristen als „Flugpaten“ kam „Winnie“ mit vier anderen Hunden nach Deutschland.

Nach der Landung in Bremen übernahmen Alois und Marion Pogoda ihren neuen Vierbeiner.

In der vom vermittelnden Verein erhobenen Schutzgebühr von 250 Euro waren Flugkosten, Impfungen und ärztliche Untersuchungen auf Mittelmeer typische Hundekrankheiten enthalten.

„Winnie“ sollte auch noch in Spanien kastriert werden. Doch dazu war sie zu schwach, sie wog nur noch 3,6 Kilo. Pogodas haben „Winnie“ inzwischen auf 4,8 Kilo „hochgepäppelt“.

Die kleine Hündin dankt es durch ihr fröhliches, munteres Wesen.

Vor dem Abschluss des Vertrages hatte Sabine Bijnen Mitarbeiter des Tierschutzhofes in Dickel, der vom Tierschutzverein Diep holz und Umgebung betriebenen wird, gebeten, bei den Pogodas vorbeizuschauen und zu prüfen, ob sie für die Hundehaltung geeignet sind. Bei dem mit Hunden erfahrenen Ehepaar gab es keinerlei Beanstandungen.

Alois Pogoda hatte sich vor der Vermittlung mit dem mangelhaften Tierschutz in Spanien befasst und im Internet intensiv informiert. Sein Fazit: „Im Vergleich zu den Tierstationen dort ist der Tierschutzhof in Dickel ein Fünf-Sterne-Hotel für Hunde“.

Sabine Bijnen: „Aber auch in Deutschland gibt es leider viel Leid und Elend in der Tierwelt. Schauen Sie sich doch erst mal in ihrem Tierheim vor Ort um, denn vielleicht wartet genau da Ihr Hund“, empfiehlt sie zukünftigen Hundebesitzern. „Wir freuen uns für jeden Notfallhund, ganz egal, woher er kommt, wenn ihm der Sprung in ein dauerhaft glückliches Leben gelingt und bemühen uns nach Kräften zu helfen.“

Eines ihrer Schwerpunkte ist weiterhin, Hunde aus den Tötungsstationen in Spanien nach Deutschland zu vermitteln. Dazu gründete sie den Verein „Hunderettung aktiv“, dessen Vorsitzende sie nun ist. Zuvor hatte sie in einem anderen Verein mit ähnlicher Zielsetzung mitgearbeitet.

Sabine Bijnen ist unter Tel. 04421/972131 zu erreichen. Informationen über ihren Verein „Hunderettung aktiv“ gibt es auch im Internet

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