Sachverständiger entlastet Taxifahrer / Twistringer leidet unter starken psychischen Belastungen

Tödlicher Unfall in Binghausen: Verfahren eingestellt

Bassum - TWISTRINGEN (nie) · Wegen fahrlässiger Tötung stand gestern ein Taxifahrer aus Twistringen vor einer Strafrichterin des Amtsgerichts Syke. Der Vorwurf: Der 38-Jährige soll am frühen Morgen des 30. August 2009 auf der B 51 in Binghausen den Tod eines Familienvaters (44) verschuldet haben. Gegen einen Strafbefehl über 1 800 Euro hatte der Beschuldigte Einspruch eingelegt.

Nach der Anhörung von Zeugen und eines Verkehrssachverständigen stellte die Richterin auf Anregung des Staatsanwaltes das Verfahren ein. Der Twistringer soll allerdings seine eigenen Kosten und die der Nebenklage bezahlen.

Sein Verteidiger war überzeugt, dass der Fußgänger den Unfall hätte vermeiden können, wenn er nicht in der Dunkelheit mitten auf der Fahrbahn gestanden hätte. Ihm gehe es darum, seinen Mandanten, der seit dem Unfall psychisch stark belastet und in ärztlicher Behandlung sei, zu rehabilitieren.

Der Taxifahrer war am 30. August ohne Fahrgast von Bassum nach Twistringen unterwegs, als nach eigener Aussage plötzlich das spätere Opfer mitten auf der Fahrbahn vor ihm auftauchte. Nach dem Zusammenstoß verstarb der 44-Jährige am Unfallort, der Fahrer erlitt durch Glassplitter eine Augenverletzung.

Der Sachverständige gab an, dass nach der Spurenlage davon ausgegangen werden könne, dass der Fußgänger auf der Straße in Richtung Twistringen stand, in Höhe der Taxi-Fahrerseite. Der 38-Jährige habe den Fußgänger bei einer Geschwindigkeit zwischen 85 und 105 Stundenkilometern bei Abblendlicht bemerkt und kaum Zeit gehabt, zu reagieren. Die Reaktionsphase soll rund eine Sekunde gewesen sein.

Der Anwalt der Nebenklägerin machte Lücken im Gutachten aus und zweifelte die Richtigkeit an: „Er ist zu schnell gefahren.“ Der Staatsanwalt zitierte Paragraph 3 der Straßenverkehrsordnung, wonach unter anderem ein Fahrzeugführer nur so schnell fahren darf, dass er sein Fahrzeug ständig beherrscht. Außerdem dürfe man nur so schnell fahren, dass der Fahrer in der Lage sei, innerhalb der übersehbaren Strecke zu halten. Der Sachverständige erklärte schließlich, der Taxifahrer hätte demnach mit etwa Tempo 45 auf der B 51 fahren sollen. Im Prozess wurde angedeutet, dass diese Anforderungen kaum einzuhalten seien, zumal sich auch strafbar machen könne, wer durch zu langsames Fahren andere Verkehrsteilnehmer gefährde.

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