Daniela Fritze zeigt Foto-Ausstellung im Syker Vorwerk / Unangepasste Menschen im Mittelpunkt

Von Todesengeln bis Tennisstars

Nicole Giese vom Syker Vorwerk zwischen den Fritze-Portraits „Madonna“ (l.) und „Janis Joplin“.

Syke - LANDKREIS (kat) · Sie rebellieren, koksen, verführen oder töten sogar: Männer und Frauen, die so gar nicht der Norm oder der „guten Sitte“ entsprechen, haben die aus Syke stammende Künstlerin Daniela Fritze zu ihrer Foto-Ausstellung „it is a mean world out there“ inspiriert. In ihren Bildern fängt sie Momentaufnahmen von Sportlern, Rebellinnen und Mörderinnen ein und zeigt darin, wie sie gelebt haben, welche Ideen sie verfochten oder welche seelischen Abgründe sie offenbart haben. 30 Arbeiten der Sykerin sind ab Sonntag, 2. Mai, im Syker Vorwerk zu sehen.

Die heute als Grafik-Designerin tätige Daniela Fritze hat ihre inszenierten Fotografien im Rahmen ihres End-Examens des Studienganges „Art & Communication Design“ an der AKI-ArtEZ-Kunstakademie in Enschede geschaffen. Auf großformatigen Abzügen zeigt sie eine vielschichtige Palette von Charakteren, die unangepasst und bisweilen auch verrückt sind.

Dabei schlüpft die Künstlerin jeweils in die Rolle ihres Motivs und versucht, dem Original so nahe wie möglich zu kommen. „Sie hat vom Make-up bis zur Frisur und der Kleidung alles allein zusammengestellt, umgesetzt und sich selbst fotografiert“, erklärte gestern Nicole Giese, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Vorwerks. Mithilfe von kleinen Gedichten in englischer Sprache und deutscher Übersetzung macht sie dem Betrachter deutlich, wen er vor sich hat. Dabei hat Fritze ihre „Vorbilder“ in vier Gruppen gegliedert: Mörderinnen wie Gesche Gottfried oder Rosemary West verkörpern den größten Tabubruch, den ein Mensch begehen kann, während die Gruppe der wilden Frauen starke Persönlichkeiten repräsentiert, die ihren eigenen Weg gehen – seien es Calamity Jane oder Mata Hari. Als „betrügende Sportler“ stellt sie Athleten dar, die ihrer Vorbildfunktion nicht nachkommen, wie O. J. Simpson oder Robert Hoyzer. Die von der Öffentlichkeit geliebten, gehassten, aber immer beobachteten Stars verkörpern unter anderem Britney Spears oder Anna Nicole Smith.

In der Tat sind die Ähnlichkeiten zu „Vorbildern“ wie der britischen Sängerin Amy Winehouse klar zu erkennen: So schaut Fritze alias „Amy“ mit typischer Zahnlücke, Bienenkorb-Frisur, Tattoo und wehleidigem Gesichtsausdruck in die Kamera. Auch den bissigen US-Boxer „Iron Mike“ Tyson verkörpert sie in typischer Pose, die Fäuste geballt und den Blick finster in die Kamera gerichtet.

Mithilfe von Make-up und Requisiten inszeniert Fritze ihre Interpretationen von Jeanne D‘Arc, dem Ex-Playmate Anna Nicole Smith, der dem Alkohol verfallenen Sängerin Janis Joplin und der amerikanischen Mörderin Lizzie Borden, die ihre Mutter mit 40 Axthieben, ihren Vater mit 41 tötete. Zu sehen sind die Arbeiten im Syker Vorwerk vom 2. Mai, 12 Uhr, bis 27. Juni. Zur Eröffnung wird Nicole Giese, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Vorwerks, das Konzept vorstellen. Öffentliche Führungen plant das Museumsteam für Sonnabend, 4. Juni, um 14 Uhr, und Sonntag, 27. Juni, um 16 Uhr.

Ein speziell auf Kinder abgestimmter Workshop steht am Sonntag, 16. Mai, von 14 bis 17 Uhr sowie am Sonnabend und Sonntag 19. und 20. Juni, auf dem Programm.

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