Schon 3 625 Euro für Kalb, Kühe und Bullen von verwahrlostem Hof / Zum Schlachthof?

Tierschützer sammeln Spenden

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Für sie sammeln Tierschützer Spenden über die Internet-Plattform „Helpedia“: Kühe auf dem verwahrlosten Hof in einem Syker Ortsteil. ·

Syke - Das Spendenziel sind 5000 Euro: Tierschützer haben über die Internet-Plattform „Helpedia“ die Rettung der Rinder initiiert, die auf einem verwahrlosten Hof in einem Syker Ortsteil ausharren müssen. Wie mehrfach berichtet, hatte das Veterinäramt die Auflösung des Tierbestands verfügt. Die Besitzer – zwei Brüder – sind mit der Rinderhaltung hoffnungslos überfordert.

Über die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ und Frank Weber, den Moderator der VOX-Sendung „Hund, Katze Maus“, war ein Kontakt zu Jan Gerdes vom Gnadenhof Butenland in Butjadingen hergestellt worden. Dorthin soll das Bullenkalb gebracht werden, das zusammen mit vier Kühen und drei Bullen auf der Diele des Bauernhofs im Dämmerlicht seines Schicksals harrt. Nach Informationen auf der Internet-Plattform „Helpedia“ soll auch eine weitere Kuh einen Platz auf dem Gnadenhof finden. Die Tierschützer wollen so viele Tiere wie irgend möglich vor dem Schlachthaus retten – und haben dafür bisher 3 625 Euro gesammelt. Noch bis zum 31. August läuft die Aktion. Das bis dahin gesammelte Geld soll dem Gnadenhof Butenland zu Gute kommen.

Nach Einschätzung der Tierschützer drängt die Zeit. Denn die weiteren Kühe und Bullen auf dem Hof sollten an einen Viehhändler verkauft und geschlachtet werden, heißt es bei „Helpedia“. Eine Entscheidung, die ihre Besitzer zu treffen haben: die beiden Brüder. Sie waren gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Schlachtung oder Gnadenhof – auf diese Entscheidung hat das Veterinäramt des Landkreises Diepholz keinen Einfluss. „Wir entscheiden nicht, wohin die Tiere gehen“, betont Anja Eisenack, Leiterin des Landkreis-Fachdienstes Veterinärwesen und Verbraucherschutz, „das ist Sache der Besitzer.“ Egal, welche Entscheidung die Brüder treffen: Die Behörde kontrolliert streng die gesetzlichen Bestimmungen. So ist der Weg zum Gnadenhof für das Bullenkalb mittlerweile frei. Das Tier besitzt sowohl die notwendige Ohrmarke als auch den Nachweis, frei von BHV1 zu sein, dem Bovine Herpes Virus. Auch die anderen Kühe und Bullen besitzen mittlerweile Ohrmarken, den unverzichtbaren „Personalausweis“. Den Nachweis „BHV1-frei“ brauchen sie nur, wenn sie in einen anderen Rinderbestand gebracht werden sollen – wie den Gnadenhof. Für den Schlachthof gelten andere Vorgaben. · sdl

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