Ehepaar fand vereinsamtes Tier und versuchte es aufzupäppeln / Polizei: Von Herde ausgegrenzt

Tierquälerei oder Mobbing unter Schafen?

Alle Hilfe kam zu spät: Am Silvestermorgen lag das Schaf tot in der Garage.

Weyhe - SUDWEYHE (pk) · Einsam, ohne Wasser, Futter und Wetterschutz – so fand ein Weyher Ehepaar beim Spaziergang durch die verschneite Sudweyher Heide am Mittwochnachmittag ein schwarzes Schaf auf einer Weide. „Das Tier war ganz apathisch und heruntergekommen“, sagt der Mann, der nicht namentlich in der Zeitung erscheinen möchte.

Weil es seine Herzen rührte, rief das Ehepaar die Polizei. Zwei Beamte kamen auch kurze Zeit später. „In der Annahme, dass dem Tier geholfen wird, haben wir die Sache der Polizei überlassen“, so die Spaziergängerin.

Die Frau ließ die Sache aber nicht los, und so machte sie sich am Abend nochmals auf den Weg in die Heide. Das Schaf war immer noch da.

„Es war nun sogar am Futtertrog festgefroren“, sagt der Weyher. Kurzerhand nahmen sie es mit, bei einem Landwirt hatten sie zuvor noch Heu und Stroh besorgt. Das schwarze Schaf fraß, trank und verbrachte die Nacht in der Garage des Ehepaares. Aber am nächsten Morgen sahen es die beiden tot im Stroh liegen. „Das ist eine ganz traurige Geschichte. Der Halter hat das Tier offenbar regelrecht verrecken lassen“, empört sich der Mann.

Auch stelle sich die Frage, warum die Polizei nicht schon am Nachmittag etwas unternommen habe. Johann-Dieter Oldenburg, Leiter des Kommissariats in Weyhe, schildert den Fall aus Sicht der Polizei: Die zwei Beamten hätten schon am Nachmittag Erkundigungen beim Halter eingeholt. Demnach sei das Schaf von den anderen weißen Tieren der Herde, die sich in der Nähe befanden, ausgegrenzt oder gemobbt worden. Das Leitschaf hätte es nicht zugelassen, dass es in der Nähe der Tiere Schutz und Wasser suchte. Der Besitzer habe wegen der Witterungsbedingungen nicht aufs Feld gekonnt. „Das Tier hat einfach Pech gehabt“, verweist Oldenburg auf die zuweilen grausame Natur.

Allerdings sei das Kreisveterinäramt eingeschaltet, das das schwarze Schaf gestern abholen lassen wollte, um es zu obduzieren. Erst dann könne man ermitteln, ob das Tier verhungert sei und der Halter sich strafbar gemacht habe, so der Polizeichef.

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