Mutter gestorben

Baby-Känguru nuckelt um sein Leben

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Ein etwa drei Monate altes Känguru-Baby namens "Karl-Friedlich" wird im Tierpark Ströhen (Niedersachsen) nach dem überraschenden Tod der Parmakängurumutter von Hand aufgezogen.

Ströhen - Ein Baby-Känguru im Tierpark Ströhen hat überraschend seine Mutter verloren. Jetzt wird es von Hand aufgezogen, aber noch ist unklar, ob der Kleine überlebt.

Er bekommt Milch aus einer Mini-Schnullerflasche für Puppen: Im Tierpark Ströhen im Kreis Diepholz wird seit Silvester ein kleines Parma-Kängurubaby mit der Hand aufgezogen. Die Mutter des Tieres war überraschend gestorben, berichtete Tierparkleiter Nils Ismer am Dienstag. „Im Moment bekommt der Kleine alle zwei Stunden seine Flasche. Wir müssen sehen, dass er das übersteht“, sagte der Tiermediziner. Seine Frau und seine beiden Kinder haben nun die Aufgabe übernommen, das Kängurubaby rund um die Uhr zu füttern. „Sein genaues Alter kennen wir nicht, da die Geburt bei den Kängurus heimlich passiert und die Neugeborenen zunächst noch im Beutel der Mutter leben, ohne dass sie gesehen werden.“

Der Veterinär schätzt das Tier auf circa drei Monate. Für die Besucher des Tierparks ist das Känguru aber noch nicht zu sehen, außer wenn es seine Pflegeeltern durch den Park tragen. „Wir nehmen ihn in einem Kinderrucksack mit nach draußen, da hat er eine Decke drin. Das Gefühl, im Beutel zu hängen und bewegt zu werden, tut ihm gut“, sagte Ismer. Das Känguru bekam den Namen Karl-Friedlich.

Die Aufzucht des Tieres per Flasche sei aber durchaus kompliziert, weil das Känguru keine Laktose vertrage und aus einer Spezialmischung aus laktosereduzierter Kindermilch und Tee ernährt werden müsse. „Wir haben gestern lange telefoniert und uns Ratschläge von Kollegen geholt, weil es nicht leicht ist, die Milch richtig anzurühren“, sagte der Tierparkleiter.

Parma-Kängurus gehören zu den Wallabys, den kleinsten Vertretern der Kängurus. Im ausgewachsenen Zustand werden sie rund einen halben Meter groß. Eigentlich verbringen die Babys die ersten 30 Lebenswochen im Beutel der Mutter, wo sie gesäugt werden. In den 50er Jahren galten sie bereits als ausgestorben, ehe sie in den 60er Jahren wiederentdeckt wurden. Heute gilt der Bestand als gesichert. Der Tierpark Ströhen züchtet seit Jahren Parmakängurus. Allerdings ist dies das erste Mal, dass eine Handaufzucht nötig ist.

Der Tierpark hat aber bereits Erfahrung mit der Handaufzucht anderer Tiere: Für Schlagzeilen sorgte dort 2009 ein Tiger, der von seiner Mutter verstoßen wurde. Ein Dackel adoptierte die Raubkatze, die Ersatzmama wurde aber kurze Zeit später von einem Auto überfahren.

dpa

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