Ehemaliger Landrat stirbt im Alter von 76 Jahren bei Unfall / Geradliniger Kämpfer in Landtag, Kreistag und Gemeinderat

Tiefe Trauer um Josef Meyer

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Josef Meyer im Jahr 1993

Twistringen - Von Anke SeidelJosef Meyer ist tot. Der ehemalige Landrat und Landtagsabgeordnete der CDU starb am Montag nach einem Verkehrsunfall im Alter von 76 Jahren. Jahrzehntelang hatte der Twistringer mit seiner geradlinigen, pragmatischen Art die Politik geprägt und gestaltet. Er gilt noch heute vielen als Vorbild.

„Josef Meyer war eine tragende Säule der CDU im Landkreis Diepholz“, würdigte der Kreisvorsitzende Karl-Heinz Klare gestern die Verdienste des gebürtigen Twistringers.

1956, ein Jahr nach seiner Gesellenprüfung als Maschinenschlosser, war Meyer in die Junge Union eingetreten – der Beginn einer politischen Karriere, die ihn für zwölf Jahre in den Niedersächsischen Landtag und für ein ganzes Jahrzehnt an die politische Spitze des Landkreises führen sollte.

1965 übernahm er den Vorsitz des CDU-Stadtverbandes, zog außerdem in den Stadtrat ein. 35 Jahre lang prägte er die Twistringer Kommunalpolitik mit seiner offenen, verlässlichen Art – vor allem in der Bau- und der Finanzpolitik. Josef Meyer wirkte fünf Jahre lang als stellvertretender Bürgermeister (1969 bis 1974). Beruflich sattelte er 1970 um, indem er die technische Leitung einer Chemie- und Kosmetikfabrik übernahm. Zwei Jahre später zog er in den Kreistag ein und gestaltete fast ein Vierteljahrhundert die Kreispolitik mit – von 1986 bis 1996 als Landrat.

17 Jahre lang führte er den CDU-Stadtverband Twistringen (bis 1975 und von 1981 bis 1988), prägte außerdem 26 Jahre lang die Kreis-CDU – zunächst als stellvertretender Vorsitzender (1973 bis 1976), dann als Vorsitzender (1976 bis 1977) des CDU-Kreisverbands Grafschaft Hoya und nach der Kreisreform als stellvertretender Vorsitzender der CDU im Landkreis Diepholz (1977 bis 1999). Seitdem war er Ehrenvorstandsmitglied. Er arbeitete im CDU-Bezirksvorstand mit und wirkte in Hannover an wichtigen Weichenstellungen für ganz Niedersachsen mit: Als Landtagsabgeordneter von 1978 bis 1990.

Sich politisch zu engagieren, sich einzubringen und Verantwortung zu übernehmen – das war Josef Meyer enorm wichtig. Er war geschätzter Ratgeber und Vorbild für viele – auch für seinen Sohn Volker, der jetzt für den Landtag kandidiert. Bei der glasklaren Nominierung als CDU-Kandidat am 17. April war Josef Meyer mit seiner Familie dabei.

Treu stand Josef Meyer zur Stiftung Naturschutz, deren Vorsitz er 17 Jahre (bis 2006) inne hatte. Außerdem wirkte er von 1977 bis 1996 im Verwaltungsrat der Kreissparkasse Syke.

„Josef Meyer habe ich als ehrlichen, vertrauensvollen und kameradschaftlichen Wegggefährten geschätzt“, so die stellvertretende Landrätin Ulrike Schröder, „er hat sich der Sorgen der Menschen angenommen.“ Meyer habe durch seine bodenständige Art auf die Bürger immer authentisch und vertrauenswürdig gewirkt, so der CDU-Bundestagsabgeordnete Axel Knoerig.

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