Geschichtliche Adventskalender in der Sudweyher Wassermühle / Ausstellung bis zum 20. Dezember zu sehen

Thomas Prieser lädt zum Blick hinter historische Türen ein

Sudweyhe - (abt) · Kein Weihnachten ohne Advents kalender. Das gute Stück gehört zum festen Inventar der Vorweihnachtszeit. Erst recht, wenn minderjährige Kinder im Haus sind. Dabei ist der Überraschungskalender noch eine „junge Erfindung“. Seit Sonnabend erzählt eine Sammlung in der Wassermühle Sudweyhe unter dem Namen „1-24-Adventskalender“ seine Geschichte.

„Meine Frau Gudrun und ich schenken uns jeden Jahr einen Adventskalender“, erklärte Thomas Prieser seine Leidenschaft und den Grund zur Ausstellung. 50 Prachtstücke werden gezeigt, alle sind aus dem Bestand des 61-Jährigen, einige der Exemplare Reproduktionen.

Beeindruckend ist zu sehen, dass der Kalender mit seinen kleinen Türchen schon viele Wandlungen hinter sich hat. Dabei geht sein Anliegen zurück ins 19. Jahrhundert, in dem so gut wie alle unsere modernen Weihnachts-Traditionen geboren wurden. Es war die Adventsgeschichte, die – als bunt gestalteter Baumanhänger – den Kindern nahe gebracht werden sollte. Mit bunten Bildchen versehen, waren die Geschichten und manchmal auch die Sprüche gut einprägsam. An Heiligabend saß die ganze Geschichte dann. Diesen Ursprung verbanden findige Tüftler dann mit einer Lösung für ein anderes altes Problem: Die quengelnde Frage der Kinder, wann es „soweit“ sei. Die natürlich umso drängender wurde, je mehr sich der Heiligabend in ein Gabenfest verwandelte.

Ergebnis waren erste Weihnachtskalender ab 1902. Und das in unterschiedlichster Form. Mal als Advents-Uhr, mal als Abreiß-, mal aus Ausschneide-Kalender. Die Erfindung mit den leicht zu öffnenden Türchen kam erst in den 1920er-Jahren auf. Kurz darauf wurden die Kalender schon gefüllt. Während des zweiten Weltkrieges wurde der Druck von Bildkalendern eingestellt, informierte Prieser. Doch schon 1945 erschienen wieder Adventskalender, so der Gründer des Gemeindekulturrings.

Alle diese Exemplare gilt es auch in der Wassermühle zu bestaunen: Da sind nicht nur bunte Exemplare aus der heutigen Zeit zu sehen, sondern auch ein Kalender aus Holz. Die Auswahl geht bis in die 30er-Jahre zurück. Meistens sind die Motive „Szenen aus romantisch verschneiten Städtchen“.

Die Ausstellung ist noch bis zum 20. Dezember zu besichtigen.

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