25 Jahre in Bassum: Pastor Straatmann

„Theologie ist Begegnung“

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Wiardus Straatmann und seine Frau Bettina fühlen sich in Bassum sehr wohl. ·

Bassum - Von Frauke AlbrechtSeine erste Predigt hielt Wiardus Straatmann im Alter von fünf Jahren. „Ich konnte noch nicht wirklich lesen, tat einfach nur so, hatte aber unglaublich viel Spaß dabei“, erinnert sich der Pastor.

Jahre später hatte Straatmann immer noch Freude daran, zu predigen, schwitzte aber bei den Vorbereitungen Blut und Wasser. „Als junger Vikar habe ich die Nächte vor meinen Predigten kaum geschlafen, ich wachte immer schweißgebadet auf. Zum Glück bekommt jeder irgendwann eine gewisse Routine“, sagt Straatmann. Er ist seit 25 Jahren als Pastor in Bassum tätig.

Groß gefeiert wird das Jubiläum nicht. „Ich bin zwar seit 25 Jahren in Bassum, aber mein 25-jähriges Dienstjubiläum habe ich bereits 2005 gefeiert“, erklärt er. Dennoch habe er sich über ein kleines Päckchen gefreut, das ihm jemand aus der Kirchengemeinde zu seinem 25. Jahr in Bassum geschickt hat.

Straatmann und seine Frau Bettina, die beiden haben sich übrigens während des Theologiestudiums in Münster kennen und lieben gelernt, fühlen sich sehr wohl in Bassum, könnten sich vorstellen, auch nach der Pensionierung in der Lindenstadt zu bleiben.

„Eigentlich hat mir das Schicksal Bassum auf dem Silbertablett serviert“, erinnert sich der 54-Jährige. Nach seinem Studium absolvierte Straatmann 1985 ein Vikariat in der Sankt-Nikolai-Gemeinde in Rinteln. Im Kloster Loccum legte er das Prediger-Jahr ab und bewarb sich dann auf die einzig freie Stelle im zuständigen Bezirk – und wurde berufen. „Auf den ersten Blick war Bassum nicht sehr attraktiv. Wohl aber auf den zweiten. Unsere fünf Kinder sind hier wohl behütet aufgewachsen. Die Landschaft ist wunderschön und die Luft riecht nach Meer“, sagt Straatmann, durch und durch ein Nordlicht.

Auch sei er damals von den Pastoren der Gemeinde gut aufgenommen worden. „Wobei man Teamarbeit lernen muss“, gesteht er und fügt hinzu: „Pastoren bestimmen gern.“ Doch das Trio – Winfried Pusch, Herbert Köhler und Wiardus Straatmann – übte ein „gutes Miteinander“ aus. „Dafür bin ich sehr dankbar.“ Dabei waren die Drei ganz unterschiedlich: „Pusch eher der Bewahrer, ich jung und ungestüm und Herbert Köhler, der viel voran gebracht hat.“

„Dankbar für ein

gutes Miteinander“

Gern erinnert sich Straatmann an die vergangenen Jahre zurück. „Wir haben vieles zusammen gemacht. Beispielsweise unsere Tücher-Aktion als Zeichen des Protestes gegen den Irak-Krieg.“ Heute noch schmunzeln muss Straatmann, wenn er an die Eröffnung des Naturbades 2005 denkt. Da ging er nach der Predigt ganz spontan im Talar baden – mit ihm sprang Jochen Löschen in die Fluten.

Spontanität ist eine große Stärke von Straatmann. „Viele sagen, ich kann auch gut zuhören und habe eine fröhliche Art.“ Das sei ihm oft eine große Hilfe in seinem Beruf. „Ich mag die Vielfältigkeit an meinem Beruf und vor allem den Umgang mit Menschen. Am liebsten habe ich Zeit für Gespräche. Es gibt so viele bewegende Momente.“ Vor 25 Jahren sagte Straatmann, „Theologie ist Auseinandersetzung, nicht Dogmatik“. Heute ist Theologie für ihn „Begegnung“.

Er freut sich auf viele weitere Begegnungen – und darauf, noch lange predigen zu können.

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