Blaualgen-Welle aus dem Dümmer in der Lohne / Rettungsaktion der Diepholzer Sportfischer

Tausende Fische erstickten

Die aus dem durch Blaualgen milchigen Wasser der Lohne in der Nähe des Schlosses geretteten Fische wurden in ein provisorisches Bassin mit Frischwasser gesetzt.

Diepholz (ej) Tausende Fische sind am Wochenende in der Lohne zwischen Lembruch und Diepholz verendet oder kämpften aus akutem Sauerstoffmangel mit dem Tod. Grund des großen Fischsterbens war eine Welle von Blaualgen aus dem Dümmer.

Am Freitagabend entdeckten Angler in Lembruch, dass Fische in der Lohne verzweifelt nach Luft schnappten und viele schon erstickt waren. Die Tiere schwammen in einer „Wolke“ aus Blaualgen, die dem Wasser fast allen Sauerstoff entzog und sich am Sonnabend und Sonntag mit der Strömung weiter in Richtung Diepholz bewegte.

Gestern Vormittag versuchten Mitglieder des Sportfischereivereins Diepholz mit Unterstützung der Ortsfeuerwehr Diepholz, möglichst viele Fische vor dem Erstickungstod zu bewahren. Sie fingen an der Lohnebrücke in der Nähe des Diepholzer Schlosses mit dem Kescher möglichst viele ein – vom kleinen Weißfisch bis zum großen Hecht. Ein 1,60 Meter großer Wels wurde ebenfalls gesichtet, ließ sich aber nicht fangen.

Die Angler setzten die meist taumelnden Tiere in ein provisorisches Bassin mit Frischwasser, um sie dann später im Lohneteich auszusetzen. Viele Passanten verfolgten die Rettungsaktion.

Infos zur Lohne:

Die Lohne wurde im 16. Jahrhundert auf Anordnung der Celler Regierung als Entwässerungskanal des Diepholzer Bruchs angelegt und wurde zum Hauptabfluss des Dümmer. Dort entspringt auch der Flus und endet nach zehn Kilometern in der Kreisstadt Diepholz. In Höhe des des Schlosses spaltet sie sich in Vorder- und Hinterlohne, fließt kurz danach aber wieder zusammen. Als Flöthe setzt sie dann ihrer Weg fort, bis sie in die Hunte mündet.

Die Feuerwehr saugte unterdessen Wasser aus der Lohne und spritze es mit Druck zurück, um durch die Oberflächenbewegung Sauerstoff in das Gewässer zu bringen. In der Nähe des Diepholzer Rathauses setzten Sportfischer gefangene Fische in das bewegte und damit sauerstoffreichere Wasser hinter dem Wehr wieder ein.

Vor sechs Jahren hatte es das letzte Fischsterben dieser Art in der Lohne gegeben.

Jürgen Pfeiffer, Naturschutzwart des Sportfischereivereins Diepholz, erklärte die Ursache so: „Die vielen Kormorane am Dümmer fressen die kleinen Fische, die sich von Wasserflöhen ernähren. Diese Wasserflöhe können sich ausbreiten und fressen die Grünalgen im Dümmer. Durch das somit klare Wasser können sich die Blaualgen im immer noch mit Nährstoffen überfrachten Dümmer ausbreiten.“

Durch eine süd-westliche Windrichtung sammelten sich in den vergangenen Tagen Wolken von faulenden Blaualgen auf dem Dümmer an den Ausläufen zu Lohne und Grawiede. Von dort aus zog diese Welle durch die Fließgewässer. Die Fische konnten den sauerstoffzehrenden Algenansammlung in den kleine Flüssen nicht entkommen.

Es sei niemand akut Schuld an dem jetzigen Fischsterben, betonte Jürgen Pfeiffer. Niemand habe aktuell falsch gehandelt.

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