Künstler Markus Keuler arbeitet auf Syker Vorwerksgelände an Auftragsskulptur

Ein Taucher steht am Walde, ganz still und stumm

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Mit der Motorsäge formt der Bremer Künstler Markus Keuler aus diesem Douglasien-Stamm einen Tiefseetaucher. ·

Syke - Von Katrin PliszkaEin Männlein steht im Walde, ganz still und stumm. Wobei das nicht ganz korrekt ist: Die Skulptur des Bremer Künstlers Markus Keuler ist zwar in der Tat stumm, doch noch steht sie nicht im Walde, sondern ganz in der Nähe: Unter der weißen Plane eines Zeltes hinter dem Syker Vorwerk entsteht derzeit der „Waldtaucher“, der schon bald seinen Platz als „Wald-Weg-Zeichen“ im Syker Friedeholz finden soll.

Ein Taucher, der im Wald steht. Dieses Motiv erschließt sich nicht auf Anhieb, muss es aber auch gar nicht, finden Markus Keuler und Ralf Vogeding, Leiter des Kreismuseums Syke. Sie hoffen, dass der knapp drei Meter hohe Bursche aus massiver Douglasie die Syker und ihre Gäste bei Spaziergängen zum Nachdenken bringt, wenn er an seinem Standort am Waldrand angekommen ist.

Zu übersehen sein dürfte die Figur kaum: Stramme 1000 Kilogramm bringt die fast drei Meter hohe Skulptur auf die Waage. Das würzig duftende Holz ist noch feucht und hat einen rot-gelben Schimmer. Der Stamm kommt aus dem heimischen Wald, erzählt Vogeding. Er sei erst im Winter gefällt worden. Wenn der Stamm im September in den Wald zurückkehrt, soll der Tiefseetaucher mit seinem Anzug und dem Helm fertig sein. Farbe oder andere Materialien hat Keuler nicht vorgesehen, lediglich eine „leichte Lasur, eventuell mit Pigmenten“.

„Der Tiefseetaucher passt perfekt in den Wald“, findet Vogeding. Für ihn ist er ein Symbol dafür, wie Menschen durch den Wald gehen sollten: „Man muss den Wald sehen wie ein Taucher den Meeresgrund; ihn erleben und entdecken“, findet Vogeding. Für Markus Keuler ist der Taucher wie eine „Lieblingsidee“, zu der er immer wieder zurückgekommen sei. „Wenn ich durch den Wald gehe, dann hat der so eine Stille wie die Tiefsee“, erklärt er.

Seit vergangenen Mittwoch ist der 43-jährige Künstler im Park hinter dem Vorwerk aktiv. Drei Wochen hat er Zeit, das Auftragswerk fertigzustellen. Der gelernte Tischler und ausgebildete Bildhauer arbeitet mit Vorzeichnungen auf dem Holz. Die Motorsäge erledigt das Grobe, für die Feinarbeit kommen die typischen Bildhauer-Werkzeuge wie Holzhammer oder Schnitzeisen zum Einsatz. Beim Blick unter die Zeltplane zeugen zahlreiche Holzspäne, -splitter und -stücke von den Stunden, in denen der Bremer seinem Taucher Konturen gegeben hat. Einige Feinarbeiten hier und da stehen noch an. Die Oberfläche muss noch geglättet, der Leib weiter ausgearbeitet und der Taucherhelm mit den runden Sehöffnungen weiter verfeinert werden.

Der Taucher ist laut Vogeding das siebte Projekt im Rahmen der „Wald-Weg-Zeichen“. „Wir haben einen langen Vorlauf gehabt“, so Vogeding. Seit 2000 habe das Vorwerk immer wieder Projekte ausgeschrieben, die die „Wald-Weg-Zeichen“ ergänzen sollten. Bereits bei diesen Ausschreibungen habe Keulers Idee bei de Jury auf dem Tisch gelegen, doch damals habe man sie abgelehnt, so Vogeding. „Dann kam der Taucher wieder“, sagt der Museumsleiter mit einem Lächeln. Und diesmal habe es gepasst. Die Finanzierung des Projektes teilen sich der Landschaftsverband Weser-Hunte sowie die EWE-Stiftung.

Wer dem Taucher bei der Entstehung zuschauen möchte, kann zu den Öffnungszeiten des Vorwerks einfach vorbeikommen, und nachsehen, ob Markus Keuler arbeitet. Die offizielle Einweihung ist beim Familienfest des Syker Vorwerks am Sonntag, 9. September, geplant. Beginn ist um 11 Uhr. Ihren endgültigen Platz soll die Figur danach einnehmen.

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