Jubiläum des Grauer Silvesterclubs „Haschkrastan“ / Pflichttanz mit wechselnden Auflagen

Vor dem Tanzen auf die Waage

Den Jubiläums-Jahreswechsel des Silvester-Clubs in Graue feiern: (v.l.) Heinrich und Hanna Antholz, Albert und Marie Kracke, Walter und Marlies Steimke, Rudolf und Ruth Haseler sowie Rolf und Helga Schlesselmann.

Bruchhausen - GRAUE (brm) · „Wo feiern wir Silvester?“ – Eine Frage, die sich wohl fast jeder schon einmal gestellt hat, so auch eine Gruppe junger Leute aus Graue im Jahre 1960. Aus dieser Frage heraus entwickelte sich bei Ananas-Bowle, Schnittchen und Berlinern die Idee zum Silvesterclub „Haschkrastan“.

„Wir waren bis auf ein Paar alle noch nicht verheiratet, standen in der Ausbildung, wohnten noch bei den Eltern und hatten wenig Geld“, erinnert sich Club-Gründungsmitglied Rudolf Haseler. „Also entschlossen wir uns zu einer privaten Silvesterfeier bei uns zu Hause.“ Mutter Karoline Haseler hatte ein Einsehen und erklärte sich bereit, das Nötige vorzubereiten. Die gute Stube wurde geschmückt, das Nordmende-Radio und der Plattenspieler sorgten für die Unterhaltung, und der Voigtländer Fotoapparat wartete auf seinen Einsatz.

Auch wenn sie aus Kostengründen nicht mit den „Großen“ im Gasthaus feierten – auf die Kleiderordnung legten die jungen Clubmitglieder dennoch großen Wert. Die Herren hatten mit Anzug und Krawatte, die Damen im Kleid – wahlweise mit oder ohne Petticoat – zu erscheinen. Dann ging es los – und zwar richtig: die Tanzfläche wurde im Sturm erobert, Mutters „milde“ Ananas-Bowle wurde um einige Prozent erhöht, und um Mitternacht knallten Sektkorken und Böller um die Wette. Der junge Silvesterclub feierte bis in die frühen Morgenstunden, und dann ging es gleich für drei Landwirte ab in den Stall zum Füttern.

Die Jahre zogen ins Land, und nach und nach heirateten auch die übrigen Clubmitglieder. Der Nachwuchs ließ nicht lange auf sich warten. Aber gefeiert wurde trotzdem weiter: auf Dorffesten, Hochzeiten und selbstverständlich Silvester – im Wechsel, jedes Jahr bei einem anderen Clubpaar. Inzwischen hatte der Silvesterclub auch einen Namen bekommen: „Haschkrastan“ – die Anfangsbuchstaben von den Namen der fünf Clubpaare.

Jahre später – die Mitglieder waren mittlerweile in den Ruhestand getreten – stellten die „Haschkrastans“ fest, dass sie sich in puncto Fettverbrennung neu orientieren mussten. „In jüngeren Jahren haben wir in der Silvesternacht nach 24 Uhr gegessen, es war immer sehr reichhaltig. Über Gewichtsprobleme machten wir uns damals noch keine Gedanken“, so Haseler. Doch das habe sich in den nachfolgenden Jahren geändert. „Wir verlegten das Essen auf 19 Uhr und führten die obligatorische Fischplatte ein.“

1971 schien es zudem, als würde die Tanzbegeisterung bei allen Beteiligten langsam aber sicher einrosten. „Wir beschlossen daher, einen Pflichttanz einzuführen.“ Eine Personenwaage kam zum Einsatz, und die Tanzpaare fanden sich neu zusammen – nach Gewicht. Im fortgeschrittenen Alter wurden die Mitglieder nach eigenen Angaben etwas fülliger, kleinere und größere „Wehwehchen“ kamen dazu. Da sich die Einteilung der Tanzpflichtpaare nach der Gewichtsmessung bewährt hatte, und es spannend bleiben sollte, beschlossen die Mitglieder, eine Neuerung einzuführen. „Wir entschieden uns für die Blutdruck- und Pulsmessung“, erzählt Rudolf Haseler. „Die Überraschung war groß – in der Zusammenstellung der Tanzpaare trat eine totale Änderung ein.“ Es könne nun jeder im „Neuen Jahr“ danach leben oder in seiner Lebensweise eine Änderung vornehmen – je nachdem, ob er einen Tanzpartnerwechsel anstrebt oder nicht.

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