„Comte Galvanotechnik“: Im März soll die Brandruine abgerissen sein

In 14 Tagen Produktion

„Wir gehen davon aus, dass wir in zwei Wochen an der Berliner Straße wieder in die Produktion einsteigen können“, sagen Geschäftsführer Jochen Comte (l.) und Frank Raschdorf, Mitglied der Geschäftsleitung.

Sulingen - (oti) · Die Räume der Firma „Comte“ im „Werk I“ an der Langen Straße gleichen denen eines Gefechtsstandes – Mitarbeiter aus Lohnbuchhaltung, Vertrieb und Personalabteilung sitzen auf engsten Raum zusammen, der Geräuschpegel ist hoch. „Wir gehen davon aus, dass wir in zwei Wochen an der Berliner Straße wieder in die Produktion einsteigen können“, sagen Geschäftsführer Jochen Comte und Frank Raschdorf, Mitglied der Geschäftsleitung, unisono.

Zwei Verzinkungsanlagen waren im „Werk II“ von den Flammen des Großbrandes in den frühen Abendstunden des 8. Januar verschont geblieben.

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Das Werk II der „Comte Galvanotechnik“ stand in Flammen

„Wir arbeiten bereits seit Wochen mit Hochdruck daran, die Anlagen wieder in Betrieb zu nehmen“, sagt Frank Raschdorf. „Die beiden Anlagen sind weitestgehend intakt. Was heute noch fehlt, sind Ver- und Entsorgung.“ Mit dem Gros der Hallen hatte das Feuer auch das firmeneigene Blockheizkraftwerk vernichtet. Für Wärme in den vom Feuer verschont gebliebenen Hallen und Becken sorgt bereits ein kleines mit Öl betriebenes Kraftwerk. Die Firma Schwier aus Barenburg verlege derzeit Stromleitungen von der Trafostation im Westen des Betriebsgeländes an der Berliner Straße bis zu den beiden verbliebenen Anlagen im Osten. Die Abwasseraufbereitungsanlage, die zurzeit an ihrem heutigen Standort demontiert wird, soll in der kommenden Woche aufgestellt werden. „Ein Glücksfall, dass das mit der Behelfsanlage so kurzfristig geklappt hat“, sagt Raschdorf.

Teile der Aufträge der Kunden der „Comte Galvanotechnik GmbH & Co. KG“ vermittelte die Geschäftsführung selbst an Mitbewerber. „An befreundete Mitbewerber“, erklärt Raschdorf. „Firmen, mit denen wir im Fachverband Industrieller Beschichter zusammenarbeiten. Da gehören auch entsprechende Notfall-Strategien zum Verbandswesen.“ Es sei ein „Gentlemen's Agreement“, dem Mitbewerber nach Ende der Notlage den Kunden wieder zurückzugeben. „Wenn der Kunde denn will...“

Für Teile der Produktion hat der Sulinger Traditionsbetrieb Kapazitäten bei einem Hamburger Galvaniseur angemietet, der seine Anlagen nur im Ein-Schicht-Betrieb fährt. In den Schichten zwei und drei stehen jetzt Mitarbeiter der Firma „Comte“ an den Anlagen. Jochen Comte: „Unsere Mitarbeiter bleiben die Woche über in der Hansestadt.“ Raschdorf: „Unsere Anlagen im ‚Werk I‘ an der Langen Straße können wir nicht nutzen, die werden nur für die dekorative Oberflächenbeschichtung eingesetzt.“

120 Mitarbeiter sind aktuell für die „P. Comte Galvanotechnik GmbH & Co. KG“ tätig – ein Teil der Belegschaft ist derzeit beurlaubt, ein anderer arbeitet in Hamburg, ein weiterer hat an der Berliner Straße Aufräum- beziehungsweise Wacharbeiten übernommen. Jochen Comte: „Bis wir uns wieder unseren bisherigen Kapazitäten nähern, wird sicherlich ein Jahr vergehen.“ Bis März soll die Brandruine an der Berliner Straße bis auf die Bodenplatte angerissen sein. Frank Raschdorf: „Parallel dazu sprechen wir über neue Strukturen...“

Erst am Mittwoch hatte die Polizei die Brandursache bekannt gegeben – ein (elektro-)technischer Defekt in der Schlosserei. Die Schadenshöhe gab ein Sprecher der Polizeiinspektion mit 25 Millionen Euro an.

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