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Tafel Twistringen: Mehr Kunden, weniger Lebensmittelspenden

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Von: Sabine Nölker

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Helfer für einen Tag: Johanna Sievering (r.) packt beim Ausladen der Waren mit an, ebenso Jörg Busse. Mit im Bild Bianca Iacovozzi.
Helfer für einen Tag: Johanna Sievering (r.) packt beim Ausladen der Waren mit an, ebenso Jörg Busse. Mit im Bild Bianca Iacovozzi. © Nölker

Die Tafel Twistringen steht vor großen Herausforderungen und sucht weitere Ehrenamtliche.

Twistringen – „Ich bin heute hier, um zuzuhören und zu erfahren, wo die Not drückt.“ Johanna Sievering, seit Anfang des Jahres im Vorstand des Caritasverbandes für die Diözese Osnabrück, stattet der Tafel Twistringen für einen Tag einen Besuch ab. Sie hilft beim Sortieren der Waren und bei der Ausgabe. „Außerdem möchte ich ganz ausdrücklich den vielen Helferinnen und Helfern meine Wertschätzung aussprechen, die sich bei der Tafel einbringen“, sagt sie.

Caritas fordert eine Anpassung des Regelbedarfs

Jeden Tag werden etliche Tonnen Lebensmittel vernichtet, obwohl sie noch verzehrfähig sind, sagt Sievering. „Gleichzeitig sind Menschen bei uns von Armut betroffen.“ Bei der Tafel zeige sich das Engagement von Caritas und Kirche. „Mit diesem Engagement wollen wir kurzfristig die soziale Situation von Menschen in Not verbessern“, nennt sie ihre Motivation. Grundsätzlich fordere die Caritas jedoch eine Anpassung des Regelbedarfs.

Tafel Twistringen versorgt 234 Haushalte

Die Tafel Twistringen wurde 2004 ins Leben gerufen und ist seit Januar 2018 in Trägerschaft des Caritasverbandes für die Landkreise Diepholz und Nienbug links der Weser. Die Tafel versorgt 234 Haushalte in Twistringen mit Lebensmitteln. Die Abholung, das Sortieren sowie die Ausgabe der Lebensmittel, die von Verbrauchermärkten, Discountern und Bäckereien in der Region Twistringen gespendet werden, erfolgt zum überwiegenden Teil durch das freiwillige Engagement ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer. Aktuell sorgen 23 Ehrenamtliche, fünf AGH-Kräfte sowie zwei Mitarbeiter für einen reibungslosen Ablauf. Seit Mitte des vergangenen Jahres ist die Tafel an der Vechtaer Straße 6 zu finden. 

Die lange Zeit der Pandemie, der Krieg in der Ukraine sowie die steigenden Energiepreise sehe sie als Ursache, dass immer mehr Menschen die Tafel in Anspruch nehmen müssen. „Dabei werden die Lebensmittelspenden immer weniger“, fügt die Koordinatorin der Tafel Twistringen, Bianca Iacovozzi hinzu. „Ja, es kommt gerade viel zusammen.“ Zusammengefasst benötige die Tafel mehr Lebensmittelspenden sowie weitere Ehrenamtliche. Gerade auch im Hinblick auf die zu erwartenden steigenden Zahlen an Flüchtlingen aus der Ukraine.

Auch Jörg Busse, der neue Geschäftsführer des Caritasverbandes für die Landkreise Diepholz und Nienburg links der Weser, krempelt an diesem Tag die Ärmel hoch und begleitet die Haupt- und Ehrenamtlichen bei ihren Touren und Sortierarbeiten. „Wir haben hier ein feines Zusammenspiel von freiwillig Engagierten, hauptamtlichen Mitarbeitern und sogenannten AGH-Kräften, also Menschen, die lange arbeitslos waren und hier wieder an eine Erwerbstätigkeit herangeführt werden.“

Kooperation mit dem Hildegard-von-Bingen-Gymnasium von Corona verzögert

Damit das Angebot der Tafel steht, sind diese vielen zupackenden Hände nötig und unverlässlich. Doch es werden noch weitere helfende Hände gesucht. „Wer Lust hat, bei der Tafel mitzuwirken, egal mit welchem Zeitbudget, ist herzlich eingeladen, sich bei uns zu melden“, ergänzt Busse. Es werden Fahrer gesucht, die sowohl die Lebensmittel bei den Verbrauchermärkten und Geschäften abholen, und diese nicht nur zur Tafel Twistringen bringen, sondern auch an die Barnstorfer und Bassumer Tafel verteilen.

Ebenso werden für die zwei Ausgabetage weitere Ehrenamtliche für das Sortieren und die Ausgabe der Waren benötigt.

Auch junge Menschen möchte man gezielt ansprechen. „Eine Zusammenarbeit mit dem Hildegard-von-Bingen-Gymnasium war bereits angelaufen, da kam Corona“, ergänzt Iacovozzi.

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