Syrische Christin bangt um das Leben ihrer Eltern und Schwester/Innenministerium bearbeitet Fall der verfolgten Familie

Hoffen auf ein glückliches Ende

Gisela Bokelmann und Gül schöpfen Hoffnung: Das niedersächsische Innenministerium bearbeitet den Fall der syrischen Familie.
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Gisela Bokelmann und Gül schöpfen Hoffnung: Das niedersächsische Innenministerium bearbeitet den Fall der syrischen Familie.

Diepholz - Von Anke Seidel. Seit Monaten quält die syrische Christin Gül (Name von der Redaktion geändert) die Sorge um ihre Eltern und ihre Schwester. Weil sie als Christen Tag für Tag mit tödlichen Übergriffen durch islamische Extremisten rechnen müssen, will Gül ihre Verwandten nach Diepholz holen (wir berichteten). Jetzt hofft sie zusammen mit ihrer Freundin Gisela Bokelmann auf ein ganz großes Weihnachtsgeschenk.

Weil das niedersächsische Innenministerium die Familie im Auswahlverfahren berücksichtigt und die Meldung an das Bundesamt vorbereitet, scheinen die Chancen auf ein glückliches Ende erheblich gestiegen zu sein. Diesen Schluss lässt zumindest das Schreiben aus dem Innenministerium zu, das Gisela Bokelmann erhalten hat.

„Die geschilderte Verfolgung als christliche Familie wird bei der Auswahl berücksichtigt“, heißt es darin. Gewicht hat demnach auch, dass sich der Vater von Gül in einer brandgefährlichen Situation beherzt für einen Verwandten eingesetzt hatte.

Dem Brief zufolge steht das Innenministerium im Kontakt mit der Ausländerbehörde des Landkreises Diepholz. „Wir haben aber keinen Einfluss auf die Entscheidung“, betont Klaus Speckmann als zuständiger Leiter des Landkreis-Fachdienstes Sicherheit und Ordnung. Der Landkreis vermittle ausschließlich notwenige Informationen.

Auch Klaus Speckmann glaubt, dass die Chancen der Familie auf Aufnahme erheblich gestiegen sind. Denn in dem Schreiben aus Hannover heißt es wörtlich: „Die Familie erfüllt die Voraussetzung, sich bereits für das vorangegangene Kontingent angemeldet zu haben.“ Für besagtes Kontingent waren im Innenministerium 3600 Aufnahme-Ersuchen für fast 11500 Menschen aus Syrien eingegangen – aber nur für 329 Personen gab es eine Aufnahme.

Deshalb habe sich Innenminister Boris Pistorius mit Nachdruck für den Schutz weiterer Syrer eingesetzt, heißt es weiter. Ergebnis: Für die jetzt laufende dritte Aufnahmeaktion habe Niedersachsen ein Vorschlagsrecht für 655 Personen.

Ausgewählt werde „vorrangig unter den Personen, die sich für das vorangegangene Kontingent bislang vergeblich angemeldet haben“, erläutert das Innenministerium. Religiöse Verfolgung und Familienzusammenführung sind demnach wichtige Aufnahmekriterien – genau die erfüllen die Eltern und Schwester von Gül.

Gemeinsam mit ihrer Freundin wartet sie nun auf die nächsten Schritte. Hat das Innenministerium das Vorbereitungsverfahren abgeschlossen und endet es mit der Aufnahme-Zustimmung, wird Güls Familie dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gemeldet. Stimmt auch das der Aufnahme zu, kann sich Güls Familie an die Botschaft wenden – und der Weg nach Niedersachsen ist frei. Gül und Gisela Bokelmann sind zuversichtlich und hoffen inständig auf ein glückliches Ende.

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