Drei Gesseler wollen Marke für gute Zwecke schützen – die Stadt wehrt sich

Syker Posse um den Namen „Gesseler Goldschatz“

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Franz-Josef Schulte (v.l.), Frank Rohlfs und Klaus Göken präsentieren die Urkunde über die Eintragung der Marke „Gesseler Goldschatz“ und die ersten Produkte, die diesen besonderen Namen tragen. ·

Gessel - Von Frank Jaursch. Es klingt ein kleines bisschen wie eine Komödie aus Absurdistan, doch es hat sich so abgespielt: Drei Gesseler Bürger haben eine Idee, wie man mit Hilfe des Markennamens „Gesseler Goldschatz“ der örtlichen Feuerwehr-Jugend Geld in die Kasse spülen könnte ...

... dafür erhalten sie wenig später Post: nicht etwa ein Lob, sondern ein anwaltliches Schreiben im Auftrag der Stadt Syke, das das Vorhaben torpediert.

Die Idee kam Klaus Göken, Frank Rohlfs und Franz-Josef Schulte kurz nach der Veröffentlichung des Sensationsfundes im Februar 2012: Würde man den Namen „Gesseler Goldschatz“ als Marke anmelden, so könnten die Erlöse aus der Verwertung der Gesseler Kinder- und Jugendwehr zugute kommen. Alle sind Vorstandsmitglieder im Jugendwehr-Förderverein und sehen eine Einnahmequelle für den Nachwuchs. „Die Kinder“, so Göken, „sind schließlich unser eigentlicher Goldschatz in Gessel.“

Flugs meldeten die drei am 1. März 2012 die Marke beim Deutschen Patent- und Markenamt an und unterzeichneten eine Vereinbarung, nach der alle Einnahmen nur den Gesseler Kindern zukommen sollen.

Schulte, zugleich Mitglied im Gesseler Ortsrat, informierte wenige Wochen später im Ortsrat über die Anmeldung. Eine Reaktion darauf blieb zunächst aus.

Stattdessen schrieb eine Bremer Anwaltssozietät im Auftrag der Stadt Syke einen mehr als 70-seitigen Schriftsatz an das Patent- und Markenamt – mit dem Ziel, eine Eintragung zu verhindern. Kontakt zu den drei Gesselern nahm niemand auf. „Das hat uns am meisten enttäuscht“, blickt Rohlfs zurück, „dass man uns nicht mal das Wort gönnte.“

Auch das Land Niedersachsen, Eigentümer des Schatzes, versuchte in der Folge, das Vorhaben zu behindern: In einem Schreiben an das Patent- und Markenamt erklärte Arnd Hüneke vom Ministerium für Wissenschaft und Kultur, die Anmelder wollten offensichtlich „ein bewegliches Denkmal kommerziell ausbeuten“. „Das ist schon ziemlich harter Tobak“, findet Göken, der selbst als Patentanwalt tätig ist. „Uns hat das bislang nur Geld und Arbeit gekostet.“

Die Kritik von Göken, Rohlfs und Schulte richtet sich nicht gegen den inhaltlichen Streit darum, ob der Begriff „Gesseler Goldschatz“ tatsächlich eine eintragungsfähige Marke ist. Vielmehr zeigen sie sich betroffen über die mangelnde Kommunikation. „Mit einem Gespräch“, betont Schulte, „wäre alles klar gewesen.“

„Wollen wir wirklich so miteinander umgehen?“, fragt Göken. Übrigens: Alle Einwände gegen den Antrag wies das Patent- und Markenamt letztlich ab, die Marke wurde am 28. Mai 2013 eingetragen. „Das einzige, was sie erreicht haben, ist, dass das Eintragungsverfahren um ein halbes Jahr verzögert wurde“, so Göken.

Mittlerweile gab es ein Gespräch zwischen den Markeninhabern und der Stadt. Verwaltungschefin Suse Laue würdigt die Idee des Gesseler Trios als „einen Ansatz, der aus ihrer Sicht gut ist“. Die Blickrichtung der Stadt sei aber eine andere. „Wir wollen eine überwiegend touristische Nutzung“ – beispielsweise mit der Beschilderung von Wanderwegen. Das kollidiere nicht mit den Markenrechten.

Das Angebot von Göken, Rohlfs und Schulte an die Stadt, den Markennamen kostenlos zu nutzen, schlägt Laue aus. Doch auch einen Konflikt sollte es nicht geben – einen Widerspruch gegen die Eintragung der Marke, so Laue, „werden wir nicht einlegen“.

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