Zwölf Syker sind jetzt Familienpaten: Hilfe und Unterstützung im Alltag

Ein Angebot, das man nicht ablehnen kann

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Die Syker Familienpaten sind nach Beendigung ihres Vorbereitungskurses bereit für erste Aktivitäten.

Syke - Von Frank Jaursch. Für Petra Gottwald ist die Begründung ganz einfach. „Mit geht‘s gut“, sagt die Sykerin, „und es ist mir nicht immer so gut gegangen. Von meinem Glück möchte ich etwas weitergeben.“ Gottwald und elf weitere Syker Bürger haben sich in den vergangenen Wochen zu ehrenamtlichen Familienpaten ausbilden lassen. Sie wollen Familien in Not ihre Hilfe und Unterstützung im Alltag anbieten.

Das hilfsbereite Dutzend hatte sich auf ein gemeinsames Angebot der Freiwilligen-Agentur Syke, der Ländlichen Erwachsenenbildung (LEB) und der Klosterkammer Ehrenwert gemeldet. An sieben Abenden ging es darum, die Familienpaten auf ihre Aufgaben vorzubereiten. Denn es ist eine Sache, mit gutem Willen und großer Hilfsbereitschaft anzutreten – und eine ganz andere, sich mit den möglichen Problemen und Herausforderungen einer solchen Aufgabe zu befassen.

Welche Rolle spiele ich in der Familie? Wo lasse ich Nähe zu, wo muss ich Distanz wahren? Wie gehe ich mit Konflikten um? Unter Leitung von LEB-Referentin Gisela Ravens erarbeitete sich die Gruppe das Rüstzeug für ihre Aufgaben.

Und machte dabei außergewöhnlich gut mit. „Es gibt so viel tiefes Wissen in dieser Runde, das ist schon beeindruckend“, sagt Ravens. Sie lobt die hohe Bereitschaft zum Engagement, das „Herzgefühl“ der Teilnehmer. „Die wollen das weitergeben, das spürt man, wenn man in die Gruppe kommt.“

Die Runde ist ein bunter Haufen zwischen 20 und 71 Jahren. Schnell merkten die Kursteilnehmer, dass es zwischen ihnen „passt“. Wie selbstverständlich duzen sich die Frauen und Männer von Anfang an. Kursabbrüche? Gab es nicht.

Der Kurs gibt den Familienpaten eine Grundlage für ihre Tätigkeit – wie die konkret aussieht, bestimmen vor allem die Familien, in denen sie zum Einsatz kommen. Freizeitgestaltung mit Kindern, Hilfe bei Arztbesuchen oder Behördengängen, ein offenes Ohr bei den Sorgen des Alltags.

Welche Familie einen Paten bekommen kann, hängt von vielen Faktoren ab. Es kann sich um Flüchtlinge, aber ebenso um deutsche Familien handeln. „Erste Anfragen gibt es schon“, bestätigt Regina Pasenau von der Freiwilligen-Agentur. Der Kontakt erfolgt dabei grundsätzlich über vermittelnde Beratungsstellen.

Die Paten sollen stützen und unterstützen – sie sind aber nicht da, um alle Probleme in den Familien zu lösen. Aber immerhin: „Man hat die Möglichkeit, den Rücken zu stärken“, glaubt Annette Meyer, „und neue Ideen reinzubringen.“

Mit Neugierde wartet Nicole Stresemann auf ihren ersten Familienkontakt: „Ich bin gespannt darauf, was auf mich zukommt. Ich freue mich drauf.“ Und wenn es zu Problemen kommen sollte, könnte wieder der besondere Geist dieser Runde helfen. Denn der Kontakt soll auch nach Kursende nicht abreißen. In lockerem Rahmen treffen sich die Kursteilnehmer und tauschen ihre Erfahrungen aus.

Gisela Ravens ist sicher, dass der Einsatz der Familienpaten einen positiven Effekt haben wird. „Das sind wunderbare Menschen, die hier zum Einsatz kommen.“

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