Zum zweiten Mal fällt das Eiersuchen in der Wolfsschlucht aus / Ortsbürgermeisterin sucht neue Paten

Keine Helfer für den Osterhasen

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Bilder aus besseren Zeiten: Finja, Mutter Tanja und Timon Siedenberg bei der Eiersuche in der Wolfsschlucht. Diese Aufnahme entstand im April 2012. Ob es solch eine Aktion in absehbarer Zeit wieder geben wird, ist fraglich. Archivbild: Heinfried Husmann

Syke - Von Michael Walter. Nach dem Frühstück mit den Kindern in den Wald, ein bisschen spazieren gehen, dann erst eine kleine Andacht mit Musik, und danach zusehen, wie die Lütten die Wolfsschlucht nach Ostereiern durchkämmen. – Das war zehn Jahre lang der Ablauf am Ostersonntag. Ob es jemals wieder so sein wird, ist heute aber äußerst fraglich.

Schon zum zweiten Mal müssen die Syker Familien in diesem Jahr auf den gewohnten Ablauf verzichten. Denn es gibt niemanden mehr, der diese beliebte Aktion organisieren möchte.

„Ich finde das selber schade“, sagt Ortsbürgermeisterin Gabriele Beständig, die zehn Jahre lang mit Hilfe ihrer Kollegen aus dem Syker Ortsrat das Ostereiersuchen vorbereitet und betreut hatte. „Das war immer sehr schön. Im Lauf der Zeit ist da ein richtiges kleines Familien-Event draus geworden. Meine Tochter hat auch schon mit mir geschimpft, weil es das jetzt nicht mehr gibt: Ihr eigenes Kind ist jetzt zwei Jahre alt, und wäre damit langsam im richtigen Alter. Aber ich kriege es zeitlich einfach nicht mehr gebacken.“

Dass letztes Jahr die Wolfsschlucht zu Ostern verwaist blieb, hätte eine einmalige Ausnahme bleiben sollen. Doch es ist Beständig seither nicht gelungen, einen Nachfolger zu finden, der sich federführend um die Vorbereitungen kümmern und am Ostersonntag selbst ein bisschen nach dem Rechten sehen würde. Sie habe da ja insgeheim auf Dr. Ralf Vogeding und seine Museumspädagoginnen gehofft, gesteht die Ortsbürgermeisterin. Doch auch beim Kreismuseum seien die zeitlichen Kapazitäten erschöpft.

Aus dem gleichen Grund habe die Bürgerstiftung passen müssen. Beständig: „Die haben dasselbe Problem: Viele gute Ideen, aber zu wenig Zeit und Leute, um sie umzusetzen.“ Und mit Blick auf den Altersdurchschnitt in Ortsrat und Bürgerstiftung fügt sie hinzu: „Das müssten eigentlich auch Leute machen, die noch deutlich jünger sind als wir.“ Jugendfeuerwehr, THW-Jugend und Pfadfinder könne sie sich da zum Beispiel gut vorstellen.

Eine pragmatische Lösung könnte dabei sein, die Aufgabe auf mehrere Schultern zu verteilen oder sich bei der Organisation Jahr für Jahr abzuwechseln. „Dann müsste niemand befürchten, dass er es gleich für die nächsten zehn Jahre an der Backe hätte, wenn er sich jetzt meldet.“

Konkrete Vorstöße in diese Richtung hat Beständig noch nicht unternommen. Sie ist aber sicher: „Man muss die Leute direkt und persönlich ansprechen. Öffentliche Aufrufe oder Rundbriefe dürften erfahrungsgemäß wirkungslos verpuffen.“

Für dieses Jahr sei es dazu mittlerweile schon zu spät, sagt die Ortsbürgermeisterin. Aber sie will schon mal die Fühler für 2016 ausstrecken. „Ich fände es gut, wenn diese kleine Ostertradition wieder auflebt.“

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