3. Teil: Alternativen zum Pkw

Syker Mobilitätskonzept: Zweite Chance fürs Bürgerauto

Eine Bushaltestelle auf dem Land: Da überhaupt erst hinzukommen, ist für manche bereits ein Problem. Und dann muss der Bus auch noch kommen.
+
Eine Bushaltestelle auf dem Land: Da überhaupt erst hinzukommen, ist für manche bereits ein Problem. Und dann muss der Bus auch noch kommen.

Syke – Die Hauptstraße bleibt für den Durchgangsverkehr gesperrt – aber anders als jetzt. Radfahrer sollen im gesamten Stadtgebiet mehr Raum bekommen. Und das politisch bereits totgesagte Bürgerauto für den Syker Süden ist plötzlich wieder ein Thema. – Das sind die drei inhaltlichen Schwerpunkte des Mobilitätskonzepts, das das Planungsbüro PGV-Alrutz aus Hannover im Auftrag der Stadt erstellt hat. Die wesentlichen Eckpunkte stellen wir in einer dreiteiligen Artikelreihe vor.

Inhaltlich befasst sich das Mobilitätskonzept mit drei Themenbereichen: Innenstadt, Radverkehr und Mobilität im ländlichen Raum. Alle drei enthalten reichlich Anreize zu intensiven Diskussionen – um an dieser Stelle Begriffe wie „Zündstoff“ oder „Konfliktpotenzial“ zu vermeiden. Im dritten Teil stellen wir die Überlegungen zum ländlichen Raum vor.

Auf dem Dorf ohne Auto zurechtkommen: Das ist das Ziel, das der Stadtverwaltung und den Planern des Mobilitätskonzepts vorschwebt. Naheliegend, dass im dünn besiedelten ländlichen Bereich der Bus dabei als Erstes in den Blick gerät. Verbindungen gibt es theoretisch genug. Das Problem ist die Praxis: „Die Busse fahren sehr schülergeprägt“, bringt es Freya Söchtig auf den Punkt. Sie ist im Rathaus die für den Bereich Verkehr zuständige kommissarische Fachbereichsleiterin.

Busunternehmen fehlt Kapazität für kürzere Taktungen

Die Verbindungen zu verbessern, indem man sie über den gesamten Tag viel enger taktet, liegt als Lösungsansatz nahe. Dürfte aber kaum machbar sein. Auf der einen Seite fehlt es den Busunternehmen dafür schlicht an Kapazität, auf der anderen Seite ist das Fahrgastaufkommen dafür zu klein. Wären dichtere Verbindungen wirtschaftlich zu betreiben, würden die Busunternehmen das ja schon längst tun.

Hinzu kommt: Gerade auf dem Land ist es bis zur nächsten Haltestelle oft ein langer Weg. Wie soll jemand, der nicht mobil ist (oder das Auto nicht benutzen soll), da überhaupt hinkommen?

Verbindungen auf Abruf könnten da eine Lösung sein, regen die Fachplaner an. Und damit rückt eine Idee wieder in den Blick, die politisch bereits tot war: Das Bürgerauto für den Syker Süden.

FWG entwickelte Bürgerauto-Idee erstmals 2017 für Syke

2017 hatte die FWG diese Idee schon einmal beschlussreif ausgearbeitet. Ein Elektroauto, von ehrenamtlichen Fahrern im Schichtsystem gesteuert, sollte Bürger gegen ein kleines Entgelt von der Haustür bis zur nächsten Bushaltestelle und zurück bringen. Oder vielleicht sogar zu einem beliebigen Ziel innerhalb der Stadtgrenzen. Im Rat der Stadt gab es dafür damals aber keine Mehrheit. Mit dem Entwurf zum Mobilitätskonzept liegt diese Idee jetzt neu auf dem Tisch.

Auch mit einem zweiten Vorschlag hat Syke bereits Erfahrungen gesammelt: ein Anruf-Sammeltaxi. Das gab es vor Jahrzehnten schon mal. Damals musste die Stadt es aber wieder aufgeben: zu wenig Nachfrage und zu hohe Kosten. Anders als damals gibt es heute dafür laut Freya Söchtig allerdings „eine interessante Förderung vom Landkreis.“

Für Freya Söchtig steht fest: „Dreh- und Angelpunkt für alles ist ein funktionierender ÖPNV. Wenn kein Bus fährt, brauche ich auch kein Sammeltaxi, das mich zur Haltestelle bringt.“

Das Wichtigste aus dem Landkreis Diepholz: Immer samstags um 7:30 Uhr in Ihr Mail-Postfach – jetzt kostenlos anmelden.

Auch wenn das Mobilitätskonzept schon seit langer Zeit ein Thema in der Syker Politik ist, stehe man doch erst am Anfang, betont Bürgermeisterin Suse Laue. „Im Moment sind wir dabei, uns anzuhören: Wie lauten die Empfehlungen? Dann müssen wir entscheiden: Was wollen wir? Und dann stehen wir vor der Frage, was uns das kosten würde.“

Den Ratsmitgliedern ist der Entwurf des Mobilitätskonzepts bereits vorgestellt worden. Jetzt haben die Bürger die Gelegenheit, sich an zwei Abenden (morgen um 18 Uhr „live und in Farbe“ im Ratssaal und am 1. Dezember um 18 Uhr als Online-Veranstaltung) zu informieren und mitzureden. Für beide Info-Abende ist eine Anmeldung erforderlich.

Anmelden

04242 / 164665 oder sitzungsdienst@syke.de

Mehr zum Mobilitätskonzept: Teil 1 – Hauptstraße bleibt geteilt, Teil 2 – Mehr Raum fürs Rad

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

iPhone 13 jetzt schon sichern – zu diesen Hammer-Konditionen

iPhone 13 jetzt schon sichern – zu diesen Hammer-Konditionen

Angela Merkel: die wichtigsten Momente ihrer Karriere

Angela Merkel: die wichtigsten Momente ihrer Karriere

Meistgelesene Artikel

Schwangere ruft auf dem Sulinger Klinik-Parkplatz selbst den Rettungswagen

Schwangere ruft auf dem Sulinger Klinik-Parkplatz selbst den Rettungswagen

Schwangere ruft auf dem Sulinger Klinik-Parkplatz selbst den Rettungswagen
Feuerwehreinsatz in Diepholz: Dachstuhlbrand durch in Flammen stehendes Auto

Feuerwehreinsatz in Diepholz: Dachstuhlbrand durch in Flammen stehendes Auto

Feuerwehreinsatz in Diepholz: Dachstuhlbrand durch in Flammen stehendes Auto
Diepholz: Aus Landhaus Milbe wird Lebendige Schule

Diepholz: Aus Landhaus Milbe wird Lebendige Schule

Diepholz: Aus Landhaus Milbe wird Lebendige Schule
Saunagast löst Brandalarm im Sulinger Hallenbad aus

Saunagast löst Brandalarm im Sulinger Hallenbad aus

Saunagast löst Brandalarm im Sulinger Hallenbad aus

Kommentare