Aus zwei mach eins

Flüchtlingssozialarbeiterstellen reduziert

Syke/Bassum - Von Frank Jaursch. Die Zeit der großen Flüchtlingsströme nach Deutschland ist – vorerst – vorbei. In den vergangenen zwölf Monaten hat die Stadt Syke insgesamt 110 neue Flüchtlinge aufgenommen.

Das Verteilkontingent von 185 Flüchtlingen, für die Unterkünfte vorgehalten werden müssen, soll nach aktualisierten Zahlen aus Hannover nicht nur bis Jahresende, sondern bis Ende des ersten Quartals 2018 reichen.

Die Herausforderung, sich mit den bereits anwesenden Flüchtlingen und ihren Problemen zu befassen, bleibt aber auch bei sinkenden Flüchtlingszahlen groß. Mit Beginn des Jahres werden die Städte Syke und Bassum sich die Stelle einer Flüchtlingssozialarbeiterin teilen.

„Es ist immer noch viel zu tun“, verdeutlicht Sykes Bürgermeisterin Suse Laue. Die geflüchteten Menschen müsse man auf vielen verschiedenen Ebenen erreichen. „Und dafür müssen wir vernetzt arbeiten.“

Die immer bessere Vernetzung hat sich in den vergangenen Jahren als großes Plus herausgestellt. Haupt- und Ehrenamt agierten ebenso Hand in Hand wie Kirche und Kommunen. Unter dem Dach des Diakonischen Werkes waren die Stellen für die Flüchtlingssozialarbeit zunächst auf drei, dann auf vier Stellen erhöht worden.

Der Personalpool bestand seit Frühling 2016 aus zwei kirchlichen und zwei kommunalen Mitarbeitern. „Die brauchten wir auch zu der Zeit“, blickt Bassums Bürgermeister Christian Porsch zurück.

Nicht mehr unterm Dach der Diakonie

Mit der Zeit hat sich die Situation verändert. „Es kommen weniger, wir haben mittlerweile auch mehr Erfahrung.“ Das Auslaufen der Befristung habe man zum Anlass genommen, um die Struktur zu überdenken. Nun übernehmen die Stadtverwaltungen in Bassum und Syke einen Teil der jeweiligen Aufnahmen.

„Wir sind zu der Erkenntnis gekommen, dass wir mit einer Stelle hinkommen“, so Porsch. Die Räte beider Städte teilten diese Einschätzung mit großer Mehrheit. Folge: Für das kommende Jahr stehen in beiden Haushalts-Stellenplänen jeweils 0,5 Stellen für diese Position zur Verfügung.

Marie Lieselotte Radtke heißt die Frau, die ab Januar für beide Städte zuständig sein wird. Eine Frau mit Erfahrung auch in diesem besonderen Bereich. „Wir haben jemanden gefunden, der uns weiterbringen kann“, ist sich Porsch sicher.

Bassum und Syke teilen sich Stelle weiterhin

Das Diakonische Werk wird seine beiden kirchlichen Sozialarbeiterstellen für die Flüchtlinge behalten. Suse Laue gibt „arbeitsrechtliche Dinge“ als Grund dafür an, dass die kommunale Arbeit zu dem Thema nicht mehr unter dem Dach der Kirche läuft. Die Trennung bedeute aber nicht, dass es nicht auch künftig eine enge Vernetzung von Kommunen und Kirche gebe, betonte Laue.

„Es war eine gute Kooperation“, blickt auch Marlis Winkler, Geschäftsführerin des Diakonischen Werkes, zurück. Aus ihrer Sicht habe sich die Idee als „Erfolgsmodell“ erwiesen, durch die sich die Beteiligten besser kennengelernt und die großen Aufgaben gut bewältigt hätten.

Vor allem die gelungene Vernetzung haupt- und ehrenamtlicher Kräfte hob Winkler hervor. „Die Ehrenamtler vermitteln alles ganz anders in die Gesellschaft, als die Hauptamtlichen es tun können.“

Nicht unter einem Dach, aber für die gleiche Sache arbeiten also künftig drei Kräfte in Bassum und Syke. Denn auch wenn die Zeit der Flüchtlingsströme vorerst vorbei ist: Das Thema bleibt. Das verdeutlicht auch Marlis Winkler: „Der größte Teil der Integration liegt noch vor uns.“

Christian Porsch jedenfalls zeigt sich überzeugt, mit der geteilten, auf zwei Jahre befristeten Stelle gewappnet zu sein für die kommenden Jahre: „Ich bin sicher, dass es hinhaut.“

Rubriklistenbild: © Köhnken

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