Zwei Leben für die Allgemeinheit

Luise und Johann Weber sind Bürger des Jahres

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Selbstlose Vorbilder für die gesamte Gesellschaft: Luise und Johann Weber sind Sykes Bürger des Jahres.

Syke - Von Detlef Voges. Seine Eltern seien zu gerührt, deshalb wolle er ein paar Worte des Dankes sagen, erklärte am Sonnabend im Ratssaal Herbert Weber, seines Zeichens Ortsbrandmeister in Henstedt und Sohn von Luise und Johann Weber. Die Stadt hatte das Ehepaar im Rahmen des Neujahrsempfangs kurz zuvor zu Bürgern des Jahres erklärt.

Da könnten sie mal sehen, wie bekannt sie seien, meinte der Sohn trocken und betonte, dass sich auch alle Kinder freuten – acht an der Zahl. „Glückwunsch, Mama und Papa“, sagte Herbert Weber. Knappe Worte, ohne viel Brimborium und typisch für eine Familie, die es mehr mit den Taten hat – Taten für das Gemeinwohl.

„Die Familie hält zusammen wie Pech und Schwefel“, meinte auf der Zuschauerbank der Ex-Ortsbürgermeister von Heiligenfelde, Heiner Hartje. Wenn die Ehrung jemand verdient hätte, dann die Webers.

„Ich weiß nicht, wie wir das damals geschafft haben“

Die Taten nahm in ihrer Laudatio auch die ehrenamtliche Bürgermeisterin Edith Heckmann in den Blick. Dabei orientierte sie sich an dem Ausspruch des amerikanischen Ex-Präsidenten John F. Kennedy, wonach der Bürger sich nicht fragen solle, was der Staat für ihn tun könne, sondern, was der Bürger für den Staat tun könne. Das weitete Heckmann auf die Gesellschaft und den Menschen aus. Etwas, das sich das Ehepaar Weber zur Richtschnur ihres Lebens erkoren habe.

Seit 1960 bewirtschaften Luise und Johann Weber einen Hof in Halbetzen, anfangs mit 20 Milchkühen. Im Hause managt die Mutter den Haushalt mit acht Kindern, der Vater den Hof. 24 Jahre holt Johann Weber die Milch von den Bauern und bringt sie zu den Molkereien. Im Gespräch mit Edith Heckmann sagt Luise Weber: „Ich weiß heute nicht, wie wir das damals geschafft haben.“ Und nennt die Antwort doch: „Weil wir uns immer aufeinander verlassen haben.“

Pfeiler des Dorflebens

Die Webers engagieren sich im Dorf, in den Vereinen und der Feuerwehr. Sie sind immer zur Stelle, wenn Hilfe gebraucht wird, bei Festivitäten oder beim Zeltlager der Feuerwehr. „Beide sind in den Vereinen verwurzelt“, sagt die Laudatorin. Beide erhalten für ihr soziales Engagement die höchste Auszeichnung des Kyffhäuserverbandes. Johann sammelt dabei die Königs-Titel: drei beim Schützenverein und vier bei den Kyffhäusern.

Luise und Johann Weber seien Pfeiler des Dorflebens und ein beeindruckendes Vorbild für alle Bürger, betonte Edith Heckmann. Nach der offiziellen Ehrung durch die Vertreter der Stadt gab es persönliche Glückwünsche von allen Seiten für ein sichtbar gerührtes Bürger-Ehepaar des Jahres.

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