Zwei Jungen überfallen: Strafe für Trio

Räuberische Erpressung mitten in Syke

Syke - Von Dieter Niederheide. Auf einem Parkplatz mitten in Syke wurden am 21. März gegen 18.15 Uhr zwei Jungen (13 und 14 Jahre) von zwei Jugendlichen und einem Heranwachsenden (19) überfallen. Ihnen wurde dabei unter Drohungen unter anderem Bargeld geraubt. Jetzt hatte sich das Trio, zwei Brüder aus Weyhe und ein Syker, vor dem Jugendschöffengericht des Amtsgerichts Syke zu verantworten.

Das Jugendgericht verurteilte sie wegen räuberischer Erpressung, den vorbestraften Heranwachsenden zu drei Wochen Dauerarrest, sein jüngerer Bruder (ebenfalls schon straffällig geworden) bekam einen Kurzarrest und muss sich einer Betreuungsweisung beim Verein Kontakt unterziehen. Der Dritte im Bunde wurde verwarnt und bekam eine Arbeitsauflage von 30 Stunden. Er war bis dahin unbestraft.

Der Bruder des Heranwachsenden machte reinen Tisch und gestand die Vorwürfe. Ihnen hatte ein Restbetrag zum Kauf von Marihuana gefehlt. Deshalb waren sie sich einig, sich Geld zu „besorgen“. Dabei fielen ihnen die beiden Jungen auf.

Es sei, sagten sie jetzt, ein gemeinsamer spontaner Entschluss gewesen, die Jungen abzuziehen. „Die beiden hatten Angst“, sagte der Jugendliche. Insbesondere die jugendlichen Angeklagten zeigten sich einsichtig, der Syker hat durch Umzug dem früheren Freundeskreis den Rücken zugekehrt. Der Jugendliche aus Weyhe hat mit dem Umzug aus dem Elternhaus einen für ihn besseren Lebensweg eingeschlagen und strebt eine Berufsausbildung an.

Bezüglich des Heranwachsenden war die Vertreterin der Jugendgerichtshilfe der Ansicht, dass bei ihm bereits schädliche Neigungen vorliegen, bisherige Betreuungsweisungen und Arbeitsauflagen seien ohne Wirkung verlaufen.

Der Staatsanwalt war überzeugt, dass Anschreien, an die Wand drücken und Stress androhen reichten, um die Opfer einzuschüchtern. Die drei Täter seien den Jungen körperlich und altersmäßig überlegen gewesen. Die Tat habe nachhaltige Folgen für die Jungen gehabt. Für den Heranwachsenden forderte er vier Wochen Dauerarrest, für die Jugendlichen erzieherische Maßnahmen.

Dessen Verteidiger war der Ansicht, dass zwei Wochen Dauerarrest ausreichend seien. Einer der Anwälte bestätigte dem Staatsanwalt, ein erfrischendes Plädoyer gehalten zu haben. Angesichts der Geständnisse der Angeklagten war keine Anhörung der zwei geschädigten Jungen nötig. Die beiden waren aus unterschiedlichen Gründen trotz Vorladung nicht als Zeugen erschienen.

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