Aktionen zur Aufwertung des Ortes

Zwei mit einer Vision: Blaue Flügel für Syke

Blaue Flügel für Syke: Die Modelle in Originalgröße hat Lutz E. Felsmann (l.) schon mal vorbereitet. Gemeinsam mit Peter Jahnke will er im kommenden Jahr den Bereich zwischen Bahnhof und Gesundheitsamt aufwerten. - Foto: Jantje Ehlers

Syke - Von Frank Jaursch. Ein bekannter Hersteller von Erfrischungsgetränken wirbt mit dem Spruch, Flügel verleihen zu können. Die Pläne von Peter Jahnke und Lutz E. Felsmann gehen da noch ein ganzes Stück weiter: Die beiden Syker wollen der Innenstadt Flügel verpassen – und zwar nicht nur leihweise.

Mit den „Blauen Flügeln für Syke“ haben sich die beiden ein ambitioniertes Projekt ausgedacht, das vom kommenden Jahr an Farbe und Gesprächsstoff in die Stadt bringen soll.

Es soll sich was tun in Syke. Peter Jahnke ist schon lange in der Syker Politik aktiv, aber erst nach der Kommunalwahl im September wurde der Sozialdemokrat erstmals zum Ortsbürgermeister gewählt. Er machte früh deutlich, dass er dieses Amt als Aufgabe versteht, sich mit großem Einsatz für seinen Ort einzubringen.

Gemeinsam mit Künstler Lutz E. Felsmann stellte Jahnke jetzt dem Syker Ortsrat die neueste Idee zur Belebung der Innenstadt vor. Die Strecke vom ehemaligen Gesundheitsamt bis zum Bahnhof sei „die Pulsader der Syker Innenstadt, und es würde ihr guttun, wenn wir den Pulsschlag ein wenig erhöhen würden“, erklärte Felsmann, der im Jahr 2013 Kulturpreisträger des Landkreises war.

Eröffnungswoche im Frühjahr 2018

Und wie soll das geschehen? Mit blauen Flügeln. Die stilisierten Schwingen aus Metall, rund einen Meter groß und tiefblau lackiert, sollen im Innenstadtbereich an Hauswänden oder an Stelen installiert werden – an jenen Orten, die eine besondere Geschichte zu erzählen haben. „Das können historische Punkte sein, alte Gebäude oder interessante Leute, die auf dieser Achse gewohnt haben“, erläuterte Felsmann. Der blaue Flügel soll als Objekt immer wiederkehrend installiert werden – gewissermaßen wie ein Haltestellenschild, mit dem man in die Syker Geschichte gehen kann.

Am unteren Teil der Flügel sollen kleine Plaketten angebracht werden, die über die konkreten Hintergründe jedes Flügels informieren. „Auf diese Weise würden die alten Syker Begebenheiten wieder ins Gedächtnis und damit ins Leben gerufen“, so Felsmann. Er selbst hat sich bereit erklärt, die Flügel ehrenamtlich herzustellen.

Zudem soll es nicht bei den blauen Flügeln bleiben. Jahnke stellt sich im kommenden Frühjahr eine ganze Eröffnungs-Woche vor. Dafür könnte es flankierende Aktionen geben – von Schulen zum Beispiel. Erste Gespräche über eine mögliche Beteiligung von Kreissparkasse oder Volksbank hat es bereits gegeben.

Wenn das Duo von seinen Plänen erzählt, sprühen nur so die Ideen. Wie wäre es etwa mit einer App, die die geflügelten Orte virtuell miteinander verbindet? Oder mit blauen Außenspiegel-Verkleidungen für Syker Autos?

Grenzen überwinden 

Die Schwingen laden zu Wortspielen und symbolischen Bildern ein. Sie können helfen, Grenzen zu überwinden. Den blauen Flügel könne man auch in Musikveranstaltungen aufgreifen. Wie wäre es etwa mit einem Konzert am Flügel im KSK-Saal? Längst hat Jahnke Kontakt zum Syker Konzertveranstalterverein JFK aufgenommen. Und was könnte dann wohl gespielt werden? Jahnke lächelt verschmitzt. „Blues natürlich.“

In der Vision von Felsmann und Jahnke sorgt die Aktion für eine Belebung des Ortes. Der Unterstützung durch die anderen Ortsbürgermeister kann sich Jahnke sicher sein: Sie haben ihm bereits einen Förderbetrag von 3000 Euro für die Aktion zugesagt. Auch der Syker Ortsrat zeigte sich angetan von den Plänen – und genehmigte einen Zuschuss von 1000 Euro.

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