Stadt schlägt Fläche im Gewerbegebiet als BMX-Bahn für die Freerider Friedeholz vor

Zum Biker-Park im dritten Anlauf

Ihren ersten selbstgebauten Biker-Park im Friedeholz mussten die Freerider wieder demontieren: Die Anlage war laut Landkreis Diepholz nicht genehmigungsfähig.
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Ihren ersten selbstgebauten Biker-Park im Friedeholz mussten die Freerider wieder demontieren: Die Anlage war laut Landkreis Diepholz nicht genehmigungsfähig.

Syke – Im dritten Anlauf sollen die Freerider Friedeholz jetzt doch noch ihren BMX-Park in Syke bekommen: Stadt und Politik möchten dem Fahrradsportverein ein Gelände am Rand des Gewerbegebiets am Bahnhof dafür zur Verfügung stellen und den Bebauungsplan enstprechend ändern.

Abzüglich Grünstreifen ringsum wäre das eigentliche Bike-Areal rund 1200 Quadratmeter groß. Die sogenannte Verkehrssicherungspflicht soll über einen Nutzungsvertrag an den Verein übertragen werden. Die Stadtverwaltung rechnet mit Planungskosten von etwa 8000 bis 10 000 Euro, die als „überplanmäßige Aufwendung“ vom Rat bewilligt werden sollen.

„Wir würden’s mit Kusshand nehmen“, sagt Peter Retzlaff, der Vorsitzende der Freerider Friedeholz. „Die Stadt hatte uns das Gelände voriges Jahr angeboten. Im Dezember gab es einen Termin, wo wir das mal besichtigen konnten. Seitdem haben wir aber nichts mehr gehört.“

Die Freerider Friedeholz waren Anfang 2019 das erste Mal öffentlich aufgefallen: Eine Gruppe Jugendlicher und einige Eltern hatten damals auf eigene Faust einen Parcours für BMX-Räder auf einer Lichtung im Friedeholz gebaut – in Rücksprache und mit Zustimmung des Revierförsters. Um auch rechtlich und versicherungsmäßig auf der sicheren Seite zu sein, gründeten die beteiligten Eltern den Verein Freerider Friedeholz e.V., der als formeller Betreiber der Anlage auftreten sollte.

Doch dazu kam es nicht mehr. Dass einzelne Spaziergänger sich wiederholt und sehr laut über jugendliche Störenfriede im Wald beschwert hatten, mag eine Rolle dabei gespielt haben. Entscheidend war jedoch: Der Landkreis wertete die Biker-Bahn im Wald als nicht genehmigungsfähig. Die Freerider mussten sie wieder abbauen.

Wo die Max-Planck-Straße einen Knick nach Süden macht, sollen die Freerider jetzt ihren Biker-Park bekommen.

Am Krusenberg fanden sie sozusagen Asyl in einem Wäldchen in Privatbesitz. Doch obwohl die Eigentümer sie dort duldeten, waren die Radsportler nicht willkommen. Unbekannte demolierten mehrfach die Sprünge, Hindernisse und Fahrbahnen – bis zum Totalschaden. Die Freerider gaben auf.

Eine Einladung aus Twistringen kam da sehr gelegen. Dort gab es das umgekehrte Problem: Ein Gelände für einen Biker-Park, aber niemanden, der wusste, wie man sowas richtig ausbaut und sicher betreibt. Und so fanden Peter Retzlaff und seine Mitstreiter am Heidestadion ein neues Zuhause. Den Vereinsnamen behielten sie. Freerider Friedeholz war in der überregionalen BMX-Szene längst ein Begriff.

„Seitdem ist viel passiert“, sagt Peter Retzlaff. „Unser Verein wächst pro Woche um sieben bis zehn Mitglieder. Leute sprechen uns an, ob ihre Kinder mal bei uns probefahren können. Wir haben extra ein Leihfahrrad dafür angeschafft. Leute stecken uns Geld zu. Leute aus dem Harz treten dem Verein bei. Leute aus Bielefeld fragen uns, ob wir sie nicht mal beraten könnten.“

Und vor Ort brummt die Szene genauso. Retzlaff erzählt: „Eltern fragen uns regelmäßig, ob wir ihnen beim Fahrradkauf helfen können, weil sie damit heillos überfordert sind. So haben wir letztes Jahr für über 26 000 Euro Fahrräder bestellt. Dieses Jahr sind wir schon wieder bei 12 000 Euro. Das zeigt: Der Bedarf ist da und er ist riesengroß. Kinder wollen BMX fahren.“

Peter Retzlaff muss lachen: Als die Stadt Syke ihm das Gelände im Gewerbegebiet vorgestellt hatte, war sein erster Gedanke „Oh, Gott! Noch mehr Arbeit!“ Aber das Areal ist hochwillkommen. Denn: „Unsere Anlage in Twistringen ist toll für ältere Jugendliche und Erwachsene. Die haben auch keine Probleme, nach Twistringen zu kommen. Aber wir haben im Moment über 70 Kinder. Die brauchen dringend was. In Twistringen haben wir riesengroße Sprünge, aber nichts für die Kleineren. In Syke könnten wir es umgekehrt machen. Und dazu eine mächtige Downhill-Strecke.“

Der Bauausschuss des Syker Rats berät das Thema am Donnerstag ab 17 Uhr in virtueller Sitzung. Wer daran teilnehmen möchte, kann sich beim Sitzungsdienst unter 04242 /  164 655 anmelden.

Von Michael Walter

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