Züchter Richard Weltz ist stolz auf seinen Rekord-Täuberich mit dem klangvollen Namen „62“

Zwei vom gleichen Schlag

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Zwei vom gleichen Schlag: Täuberich „62“ und sein Züchter Richard Weltz.

Gessel - Von Heiner Büntemeyer. Für einen Laien sieht der Täuberich mit der Ring-Nummer 06402-11-62 so aus wie viele andere Brieftauben auch. Aber Kenner geraten bei senem Anblick ins Schwärmen. „So eine Ausnahmetaube hatte ich noch nie“, sagt Züchter Richard Weltz aus Gessel.

Das will was heißen. Immerhin züchtet Weltz seit 57 Jahren Brieftauben und hatte in seinem Schlag schon einige hervorragende Tiere, mit denen er zahlreiche Preise gewonnen hat.

Weltz steht mit seiner Meinung nicht allein: „Der ‚62‘ ist schon ein besonderer Vogel“, bestätigt auch Züchter-Kollege Kim Woyke, und dessen Vater Jürgen nickt anerkennend.

Richard Weltz ist Mitglied im Brieftaubenverein 06402 „Eilbote“ Syke. Damit ist der erste Teil der Ringnummer bereits erklärt. Der zweite Teil – die 11 –ist das Geburtsjahr der Taube und die 62 ist die fortlaufende Nummerierung im Zuchtbuch. Auf diese Weise kann jede Brieftaube, die auf einem Flug notlanden muss, ihrem Besitzer zugeordnet werden.

Bei „62“ war das bisher nicht nötig, er fand den Weg in den heimatlichen Schlag, in dem seine Täubin auf ihn wartete, sogar in Rekordzeiten. Und in Zukunft kann er nicht mehr verloren gehen, weil er seinen Lebensabend geruhsam in einem Zuchtschlag verbringen kann.

Genau neben seinem Großvater übrigens, der vielleicht sehr stolz auf seinen Enkel wäre, wenn Brieftauben dafür ein Gespür hätten. Diesen Altvogel hatte Richard Weltz einst am Niederrhein erworben, als er für seine Zucht „frisches Blut“ suchte. Dass er ausgerechnet diesen Vogel erwarb, spricht für das erfahrene Auge des Züchters.

Schon 2011 unternahm „62“ seine ersten Reisen als Jungvogel. Diese Vorflüge liegen noch unter 100 Kilometern, bis zum Ende des ersten Lebensjahres werden die Entfernungen auf bis zu 300 Kilometer gesteigert. Als „Jährige“ legen die Tauben dann schon Entfernungen von bis zu 500 Kilometern zurück. Anschließend starten sie als Altvögel, bei denen der letzte Flug jeder Saison in Basel aufgelassen wird.

Jeden Morgen und jeden Abend haben Richard Weltz‘ Tauben Training. Dann fliegen sie eine Stunde lang, und auf Pfiff verschwinden sie wieder im Schlag. „Das funktioniert hervorragend, denn dort wartet dann das Futter auf sie“, lacht Weltz.

Bei den ersten Rennen einer Saison schickt er alle seine Jungvögel an den Start, aber schon nach wenigen Vorflügen trennt sich die Spreu vom Weizen. Diese Flüge sorgen bei den Brieftaubenfreunden für die höchsten Verluste, denn viele Jungtauben fallen unterwegs Greifvögeln zum Opfer, weil sie noch unerfahren sind. Später sind die Verluste erheblich geringer, aber gegen die Rotoren der Windkraftanlagen sind auch erfahrene Tauben wehrlos. „Voriges Jahr habe ich sechs Vögel verloren“, sagt Weltz. Dabei brachte er bei 13 Wettflügen mehr als 200 Tauben an den Start.

Eingesetzt werden die Tauben in Bassum, denn der Brieftaubenverein „Eilbote“ Syke gehört der Reisevereinigung Twistringen an, die wieder einer Fluggemeinschaft angehört, um den Transport der Tauben zu den Auflassorten preisgünstig gestalten zu können.

2014 ging „62“ bei allen 13Wettflügen an den Start und gewann dabei zwölf Preise. Das allein ist schon ungewöhnlich, aber darüber hinaus belegte diese „Zaubertaube“ bei den Flügen ab Darmstadt (336 km) und Bruchsal (428 km) jeweils den zweiten Platz. Die die Flüge ab Seligenstadt (320 km) und Basel (608 km) beendete sie als Sieger.

Damit wurde „62“ bester Vogel der Reisevereinigung, der Fluggemeinschaft und im Raum des Regionalverbandes Verden-Aller. Auf Bundesebene katapultierten die Erfolge „62“ auf den 32. Platz. Richard Weltz erhielt bereits eine Einladung für eine Ausstellung in Dortmund, denn mit dieser Platzierung wird eine Brieftaube auch für andere Züchter sehr interessant.

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